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Damaged Buch 1

Autor:in
Delta Winters
Gelesen
16.1K
Kapitel
50
Autor:in
Delta Winters
Gelesen
16.1K
Kapitel
50
⚔️Action & Abenteuer👱🏽‍♀️Teenager😌Zweite Chancen🏃🏿‍♂️Sportler👩🏽‍🎓Studierende🏍️Bad Boys🏙️Zeitgenössisch💪🏻Beschützer💪Starke Frauen🕵️Detektive & Polizei🖤Dunkel👩‍❤️‍💋‍👨Young Adult

Nach der Überdosis ihrer Mutter bricht Cades Leben über Nacht zusammen. Gerissen aus dem einzigen Zuhause, das sie je kannte, wird sie zu ihrem Vater geschickt, der sie einst im Stich ließ – an seine exklusive Jungenschule. Sie ist das einzige Mädchen in einer Welt aus Privilegien und Geheimnissen, und hinter jedem perfekten Lächeln scheint Gefahr zu lauern.

Und dann ist da Grayson Knight – kühl, unnahbar und gezeichnet von Narben, die ihre eigenen widerspiegeln. Was als Widerstand beginnt, entwickelt sich zu etwas Echtem und Ungefiltertem, einer Verbindung, die keiner von ihnen ignorieren kann. Doch an einem Ort, an dem Liebe tabu ist und jeder etwas zu verlieren hat, könnte es die gefährlichste Entscheidung von allen sein, sich in ihn zu verlieben.

Kapitel 1: Zerstörte Familie

„Fuck! Sara, ich raste verdammt noch mal aus. Ich weiß nicht, wo sie ist“, schreie ich die Chefin meiner Mom an, während sie hinter der Bar steht.
„Das ist nicht mein Problem, Kleines. Sie hat ihre Schicht verpasst, also ist sie ihren Job los. Ich habe ihr eine Chance nach der anderen gegeben. Sie arbeitet nicht mehr für mich“, antwortet sie. Dabei lächelt sie einen unheimlichen, uralten Typen in einem Trenchcoat kokett an, während sie ihm seinen Drink serviert.
Er sieht zu mir rüber und rückt näher. Dabei zieht er die Augenbrauen hoch. „Suchst du jemanden, Süße?“, fragt er.
Ich beschließe, ihn zu ignorieren. Ich springe von meinem Hocker und schnappe mir meine Jacke. Bevor ich gehen kann, hält mich dieser verdammte Widerling schon wieder auf. Sein Trenchcoat lässt seine dünne Figur noch größer wirken.
„Es ist unhöflich, einfach wegzugehen, wenn jemand mit dir redet, Babe.“
„Ich bin nicht dein Babe“, zische ich und schiebe ihn von der Tür weg. Ich spüre, wie sich lange Finger um mein Handgelenk schließen. Er reißt mich hart gegen seine Brust zurück. Sein fauliger, nach Alkohol stinkender Atem trifft meinen Hals und steigt mir in die Nase.
Gerade als er noch etwas sagen will und flach Luft holt, zischt eine Stimme hinter uns: „Ich rate Ihnen, die Finger von ihr zu lassen. Sonst lege ich Ihnen wegen Körperverletzung Handschellen an.“
Ich reiße den Kopf herum und sehe meinen besten Freund, Mentor und einfach den wunderbarsten Menschen in meinem Leben: Officer Chris Roland. Sein Blick bohrt sich in den ekligen Typen neben mir. Schließlich lässt der Mann mich los und weicht zurück, als er Roland in seiner Uniform sieht.
„Du steckst immer in Schwierigkeiten, was?“
„Das liegt daran, dass ich selbst Schwierigkeiten mache. Ärger zieht Ärger an“, erwidere ich, schenke ihm aber ein dankbares Lächeln. „Was machst du denn hier?“
„Was machen Leute in einer Bar? Trinken? Es war ein langer Tag. Die Frage ist doch, was machst du hier, Cade?“
„Ich suche meine Mom“, antworte ich und seufze.
„Sie ist schon wieder verschwunden? Wie lange schon?“, fragt er genau wie der Cop, der er ist.
Ich lache leise auf und schüttle den Kopf. „Roland, du musst dich da nicht schon wieder einmischen. Sie ist wahrscheinlich irgendwo ohnmächtig geworden. Es wird ihr gut gehen. Ich will sie eigentlich nur finden. Aber du musst mir nicht helfen“, sage ich zu ihm.
„Ich muss dir nicht helfen, aber ich will es“, entgegnet er. Er dreht sich zur Tür um und zieht mich mit sich nach draußen. „Vielleicht ist sie schon wieder bei euch zu Hause. Lass uns zuerst dort nachsehen.“
Ich seufze und nehme seine Hilfe einfach an. Insgeheim bin ich unglaublich dankbar, jemanden zu haben, der sich kümmert. Ich liebe meine Mom, aber sie macht gerade eine Menge Scheiße durch, und das schon seit einer Weile.
Das bedeutet, dass sie nicht für mich da sein kann. Sie kann nicht die Mutter sein, die sie und ich uns erhofft haben, seit mein Vater nicht mehr da ist. Er hat uns einfach sitzen gelassen, und ich habe seit acht Jahren nichts mehr von ihm gehört.
Ich bin froh darüber; er ist sowieso ein Versager. Roland ist mehr ein Vater für mich, als mein echter es je war oder sein könnte. Aber manchmal frage ich mich schon, was er wohl macht. Ob er einen Grund hatte, uns zu verlassen. Einen Grund, mich zu verlassen.
Ich steige in den Streifenwagen und schnalle mich an, nachdem Roland mir einen strengen Blick zuwirft. „Ich habe dir gesagt, dass du bei mir bleiben sollst, besonders wenn wir sie heute Abend nicht finden. Du bleibst dort nicht allein, auch wenn du nicht in einer schlimmen Gegend wohnst“, belehrt er mich.
Der strenge Blick in seinen Augen warnt mich davor, mit ihm zu streiten. Aber ich tue es trotzdem. Einfach nur, weil es mich davon ablenkt, mir vorzustellen, wo meine Mutter gerade ist. „Aber wenn wir sie heute Abend nicht finden, sollte jemand für sie zu Hause sein“, wende ich ein.
„Es wird ihr gut gehen, wenn sie nach Hause kommt. Sie braucht dich dort nicht.“
„Was ist, wenn sie sich Sorgen macht, weil ich nicht da bin?“
„Wann macht sie das denn jemals?“, platzt er heraus. Dann sieht er mich schuldbewusst an, bevor er seinen Blick wieder auf die Straße richtet. „So habe ich das nicht gemeint. Ich meine nur, wenn sie nach Hause kommt, dann wird sie betrunken oder high sein. Oder beides. Sie wird es wahrscheinlich nicht einmal die Treppe hoch schaffen, geschweige denn, sich Sorgen um dich machen.“
„Du hast recht“, murmle ich und lehne meinen Kopf an die Autotür.
„Cade, du verbringst die Nacht so oder so bei mir. Wenn wir deine Mom finden …“
„Wenn wir sie finden, muss ich mich um sie kümmern“, unterbreche ich ihn und werfe ihm einen bösen Blick zu.
„Dann werde ich dir helfen. Ich übernachte bei dir. Aber nur, wenn wir sie finden.“
Ich nicke zustimmend und richte meinen Blick wieder auf die Straße. Ich hoffe inständig, dass sie zu Hause ist, wenn wir ankommen. Nachdem wir ein paar Stunden gesucht haben, überzeugt Roland mich, dass es zu spät und zu dunkel ist. Wir würden sie nicht einmal sehen, wenn wir an ihr vorbeifahren. Also machen wir uns auf den Weg zurück zu seiner Wohnung.
Er schließt seine Tür auf und führt mich in das vertraute Wohnzimmer. Er setzt sich auf die Couch, die durch die Federn leicht nachwippt. Ich mache es mir neben ihm bequem, während er den Fernseher einschaltet und durch die Serien auf Netflix scrollt.
„Es tut mir leid, Cade. Sie wird schon wieder auftauchen. Das tut sie immer“, sagt er. Dabei legt er einen Arm um meine Taille, zieht mich an sich und lässt mich meinen Kopf an seiner Brust anlehnen. „Wir suchen morgen früh als Erstes noch mal.“
„Danke“, murmle ich. Ich spüre, wie mir die Augen zufallen, als der Schlaf mich übermannt.
***
Als die Sonnenstrahlen mein Gesicht treffen, zwingen sie mich zum Aufwachen. Meine Augen gewöhnen sich langsam an das helle Licht. Ich liege im Gästezimmer auf dem bequemen Bett, warm eingekuschelt unter der Bettdecke. Roland muss mich letzte Nacht hierher gebracht haben.
So sehr ich mich auch oft dagegen wehre, hier zu bleiben, ist es doch ein ziemliches Upgrade zu meinem eigenen Zuhause. Dieses Gästezimmer ist besser als mein Schlafzimmer daheim. Hier stechen keine Federn aus der Matratze, die Fensterläden schließen tatsächlich vollständig, und die Fenster sind nicht mit Klebeband zugeklebt, um Einbrecher aufzuhalten.
Roland hat vor einer Weile ein paar Ersatzklamotten von mir aus meinem Haus mitgenommen. Nur für alle Fälle, für Zeiten wie diese. Ich bin hier praktisch schon eingezogen. Es gibt ein perfektes, eigenes Badezimmer direkt nebenan und eine ganze Sammlung an Pflegeprodukten. Alles, was ihm noch fehlt, ist, dass ich tatsächlich ganz hier wohne.
Manche würden vielleicht sagen, dass seine Großzügigkeit nur eine Masche ist, um mich ins Bett zu kriegen. Aber so ist er überhaupt nicht. Ganz und gar nicht. Wir haben uns vor fünf Jahren kennengelernt. Damals verhaftete er meine Mutter, weil sie sich betrunken hatte und ihm aus reiner Dummheit einen Schlag verpasste. Sie verbrachte eine Nacht in der Zelle, und ich weigerte mich, das Revier zu verlassen. Sie war alles, was ich hatte.
Roland blieb bei mir und sagte, wenn ich bleibe, dann bleibt er auch. Ich war gerade mal elf Jahre alt, und er blieb ohne sich zu beschweren bei mir. Seitdem sind wir uns immer nähergekommen. Er sah oft bei uns zu Hause nach mir und brachte mich an den meisten Tagen zur Schule. Aus den meisten Tagen wurde jeder Tag, und er holte mich auch wieder ab.
Einmal war ich mit ihm joggen, und wir sind weiter gelaufen als sonst. Mir ging plötzlich die Puste aus. Ich atmete flach und viel zu schnell, und ich bekam einfach keine Luft mehr. Er brachte mich sofort ins Krankenhaus. Dort fand ich heraus, dass ich Asthma vom Passivrauchen hatte. Gott sei Dank bezahlte Roland mein Asthmaspray und die Krankenhausrechnung.
Er war mein Lebensretter. Wenn er mich also bittet, etwas zu tun – wie bei ihm zu übernachten, mich in der Schule von jemandem fernzuhalten oder irgendwohin mitzukommen –, dann gebe ich irgendwann nach. Er weiß, dass ich mich zwar oft dagegen sträube, aber das liegt einfach in meiner Natur. Ich weiß, dass er nur das Beste für mich will.
„Lass uns gehen“, verkündet er, als er in mein Zimmer kommt.
Ich dusche und ziehe mir frische Sachen an, bevor ich mit Roland zurück zu meinem Haus fahre. Ich hoffe, meiner Mom geht es gut. Sie zieht so was zwar öfter ab, aber das macht meine Sorgen nicht kleiner. Es kann sich immer etwas ändern, ihr kann immer etwas zustoßen.
Als wir vor dem Haus halten, bemerke ich, dass die Haustür weit offen steht. Ich weiß genau, dass wir sie zugemacht haben, als wir losgefahren sind. Entweder ist sie wieder da, oder wir wurden ausgeraubt. Ich stürme aus dem Auto und renne ins Haus, während Roland mir dicht auf den Fersen bleibt.
„Ahhhhhhh!“
„Was ist los?“, fragt Roland, während er schützend seine Arme um mich schlingt. Seine Augen weiten sich, als er sieht, was ich sehe. Ich versuche, mich aus seinem Griff zu befreien, aber er hält mich fester. Er weiß, dass ich Zeit brauche, um das zu begreifen. Er schiebt mich hinter sich und geht langsam auf die Couch zu. Dort liegt meine Mom, alle Viere von sich gestreckt.
Ihre Haut ist leblos und fahl, die Kälte hat sie leicht blau gefärbt. Ihre Augen sind in den Kopf zurückgerollt, einfach nur noch weiß, ohne die kleinen roten Adern. Ihr schlaffer Körper rutscht fast von der Couch und hängt bis auf den Boden. Die Tabletten liegen überall auf dem Wohnzimmertisch verstreut.
Meine Unterlippe zittert, während ich den Anblick voller Entsetzen anstarre. Tränen überfluten ungehindert mein Gesicht. Ich merke gar nicht, wann sie anfangen zu fließen. Aber jetzt rinnen sie wie zwei kleine Bäche über mein Gesicht, tropfen von meinem Kinn und fallen auf den Boden.
Roland sieht zu mir zurück. Ein ernster und zutiefst geschockter Ausdruck steht auf seinem Gesicht geschrieben.
„Es tut mir leid, Cade. Es tut mir so unendlich leid. Sie ist … tot.“

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