
Das süße Verlangen des Alphas
Autor:in
Jackie S
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Kapitel
34
Kapitel 1
„Was machst du hier allein?“, fragte Drake Lotta wütend.
Seine Stimme jagte Lotta einen Schauer über den Rücken, und ihre Beine drohten nachzugeben. Er war ein Alpha – ihr zukünftiger Alpha. Und seine Worte fühlten sich an wie ein Befehl, dem sie sich kaum entziehen konnte.
So etwas hatte sie noch nie zuvor gespürt, besonders nicht, wenn er ihren Namen aussprach.
Lotta fühlte sich schwächer als je zuvor. Dieses Gefühl war ihr fremd.
Ja, er war attraktiv – für die meisten Mädchen im Rudel geradezu ein Traum, nur nicht für sie. Er war groß und muskulös, seine sonnengebräunte Haut ließ seine schwarzen Augen noch dunkler wirken, ebenso wie sein zerzaustes Haar.
Die Nacht war schwül, und Lottas kurzes Kleid enthüllte mehr, als es sollte, wodurch Drakes Blick auf ihre Figur gelenkt wurde. Lotta selbst bemerkte davon nichts.
Sie trug einfach, was sie hatte, ohne darüber nachzudenken, wie er darauf reagieren könnte. Allerdings fiel ihr auf, dass sein Hemd offen stand – entweder war ihm zu heiß oder er hatte getrunken.
Diese Erkenntnis jagte ihr Angst ein und zog sie zugleich auf seltsame Weise zu ihm hin.
„Widersetzt du dich deinem zukünftigen Alpha?“, fragte er spöttisch.
„Komm her.“ Seine Stimme war leiser, doch Lotta ärgerte sich über sein Verhalten.
Er war noch nicht ihr Alpha, und das würde er auch noch eine ganze Weile nicht sein. Aber das war nicht der Grund, warum sie nicht weglief. Lotta war eine Omega – und irgendetwas fühlte sich falsch an.
Sein Blick ruhte auf ihr, als wäre sie seine Beute, und sie zitterte, während sie auf ihn zuging.
„Mit allem gebotenen Respekt, Drake, du bist nicht mein Alpha – zumindest noch nicht“, sagte Lotta und versuchte, ihre Stimme ruhig zu halten, obwohl sie wusste, dass sie dafür wahrscheinlich bestraft werden würde.
Sie war stur und ließ sich nicht ohne Grund so behandeln. Immerhin war sie die Tochter eines Kriegers.
„Es tut mir leid.“ Sie atmete aus. „Normalerweise ist hier niemand“, versuchte sie zu erklären.
„Hm. So wie in dem ganzen Jahr, in dem du hierherkommst, obwohl du weißt, dass es verboten ist?“, erwiderte er ernst.
„Beobachtest du mich etwa?“, fragte Lotta überrascht und wütend.
Er nahm ihre Hand und zog sie an sich. Sie spürte seinen kräftigen Körper an ihrem, seine Hand an ihrer Taille, und ein Kribbeln durchlief sie.
So etwas hatte sie noch nie empfunden, und sie konnte sich nicht dagegen wehren. Sie fühlte sich wie in seinen Bann gezogen.
Ein zufriedenes Lächeln lag auf seinem Gesicht, und in seinen goldenen Augen schimmerte sein Wolf. Dieser Anblick machte ihr gleichzeitig Angst und weckte Verlangen.
Er begann, sie zu streicheln, und sie erstarrte. Nicht aus Angst, sondern weil es sich gut anfühlte. Ihr Körper verlangte nach seiner Berührung.
„Ich bin dein Alpha und der Einzige, der das mit dir tun darf. Verstehst du mich, Lotta?“, flüsterte er rau in ihr Ohr, während seine Lippen ihren Hals küssten.
Lotta stöhnte leise, ihr Körper zitterte unter seiner Berührung. Sie hatte keine Erfahrung mit Männern, aber sie wusste, dass das falsch war – ganz gleich, wer er war.
Doch sie fühlte sich zu schwach, ihn wegzustoßen, was sie nur noch wütender machte.
Er presste sich an sie, und sie spürte seine Erregung. Er war groß – beängstigend groß. Und doch fühlte es sich an, als wäre sie in einem Traum gefangen.
Ihre Brustwarzen verhärteten sich unter seinen Berührungen, und obwohl ihr Verstand sich dagegen wehrte, wuchs ein starkes Verlangen in ihr. Es war eine überwältigende Mischung aus Lust und Schmerz.
Er zog ihr Shirt zur Seite und legte ihren Hals frei. Sie spürte seine Fangzähne an ihrer Haut. Ihr Herz raste, und sie hatte das Gefühl zu ersticken, sollte er sie markieren – das war Wahnsinn.
Was ist los mit ihm? Warum tut er mir das an? Bin ich seine Gefährtin?
Sie wusste es nicht.
Will er etwas anderes von mir? Alles, woran Lotta denken konnte, war sein betörender Duft.
Sie zitterte, als stünde ihr letzter Moment bevor. Doch als sie die Augen schloss und sich auf den Schmerz vorbereitete, hielt er plötzlich inne.
Seine Augen waren wieder schwarz. Er sah sie ernst an und stieß sie von sich. Sein Atem ging schwer, Schweiß rann über seine Stirn.
„Reiß dich zusammen und verschwinde von hier! Ich verbiete dir, diesen Garten zu betreten, solange ich hier bin!“, zischte er und wandte sich zum Gehen.
„Bleib stehen! Ich bin noch nicht fertig mit dir! Für wen hältst du dich eigentlich, dass du mich so behandelst? Glaubst du, du kannst einfach hier auftauchen und mich wie Luft behandeln, so wie alle anderen?“, fauchte sie.
„Hör mir gut zu: Dieser Garten wurde von meinem Großvater für meine Großmutter gebaut, die ich nie kennenlernen durfte. Er ist mir heilig. Ich komme oft hierher, und dein Vater erlaubt es mir. Du hast also kein Recht, mir irgendetwas zu verbieten, verstanden?“
„Also fass mich nie wieder an! Sonst wirst du dafür bezahlen – für alles, was du mir angetan hast. Vor allem für heute Nacht. Du hast mir etwas genommen – meinen Stolz! Verschwinde. Und hoffentlich sehe ich dich nie wieder!“ Sie sprach alles in einem Atemzug, doch er ging nicht.
Im nächsten Moment stand er wieder neben ihr.
„Jetzt hör du mir zu, meine Teuerste: Niemand – nicht einmal mein Vater – sagt mir, was ich zu tun habe. Du wirst diesen Garten nicht betreten, bis ich zurück bin. Haben wir uns verstanden, Lotta?“ Seine Augen begannen erneut zu leuchten.
„Nein, haben wir nicht! Ich war zuerst hier! Das ist mein geheimer Ort, er bedeutet mir alles. Ich werde kommen, wann ich will – und du kannst nichts dagegen tun!“, schrie sie.
Sein Atem ging schwer, dann zog er sie in einen harten Kuss, der ihre Lippen sofort anschwellen ließ. Er war absichtlich grob, um zu zeigen, dass er sich alles nehmen konnte.
„Du bist so ein Arschloch, Drake!“, rief sie und rannte mit Tränen in den Augen davon.
Er blieb zurück. Das Lächeln war längst aus seinem Gesicht verschwunden.
Was war gerade passiert? Lotta fühlte sich wie der schlechteste Mensch auf der Welt.
Sie fühlte sich schmutzig und verwirrt – vor allem aber gebrochen. Es tat weh. Es tat wirklich weh und sie fühlte sich seither gebrochen.
Von da an sprach er nie wieder mit ihr. Nicht einmal, um ihr Befehle zu erteilen oder sich ihr zu nähern. Es war, als würde er ihr aus dem Weg gehen – und ehrlich gesagt war sie erleichtert darüber.
Manchmal bemerkte sie, wie er sie ansah, genau wie in jener Nacht im Garten. Doch sie verdrängte es oder stürzte sich in Arbeit, nur um nicht daran zu denken.
Aber die Wahrheit war: Sie konnte es nicht vergessen.
Ein paar Tage später ging er fort, um zu trainieren und sich auf seine Rolle als zukünftiger Alpha vorzubereiten. Dieses Rudel war das größte und stärkste – es brauchte einen fähigen Anführer. Doch die Luna war eine andere Geschichte.
Gott sei Dank gehöre ich nicht dazu, dachte sie.
Sie war erleichtert, als er ging. Und doch fühlte sich etwas in ihr leer an – als hätte sie einen Teil von sich verloren. Es fühlte sich seltsam an.














































