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Die Millennium Wölfe Buch 2

Autor:in
Sapir Englard
Gelesen
🔥219M
Kapitel
30
Autor:in
Sapir Englard
Gelesen
🔥219M
Kapitel
30
😱Thriller🧛🏻Vampire🙅Widerwilliger Gefährte🎭Drama🐺Werwölfe & Gestaltwandler👩‍❤️‍👨Wahrer Gefährte💘Schicksalsgefährten🧙‍♂️Übernatürlich & Fantasy💪🏻Alpha-Männchen💪Starke Frauen🥵Erotik🧑🏽‍🦳Altersunterschied🔮Hellseher🐺Übernatürlich

Siennas Leben ist ein Wirbelsturm aus Rudelpolitik, familiärem Druck und persönlicher Selbstfindung. Als Gefährtin von Alpha Aiden sieht sie sich den einschüchternden Erwartungen der Rudeltraditionen gegenüber, einschließlich eines umstrittenen Fruchtbarkeitsrituals. Ihr Widerwille, sich anzupassen, führt zu Spannungen mit Aiden und seinen dominanten Eltern. Inmitten des Chaos begegnet Sienna Konstantin, einem geheimnisvollen Vampyr, der ihr anbietet, ihre verborgenen Erinnerungen freizulegen. Während sie in ihre Vergangenheit eintaucht, deckt Sienna dunkle Geheimnisse auf, die ihre Zukunft bedrohen und sie zwingen, sich ihren tiefsten Ängsten und Sehnsüchten zu stellen.

Traditionen 🌶️🌶️

SIENNA

Wir standen uns im warmen Sommerregen gegenüber. Die Tropfen liefen an unseren nackten Körpern herunter.
Unsere glitzernden Silhouetten waren in bernsteinfarbenes Licht getaucht, das die ganze Wiese in Bronze erstrahlen ließ.
Seine Augen wanderten in schamloser Begierde über meine Kurven.
Ich errötete leicht vor Scham.
Der Lauf hatte Stunden gedauert und endete auf der Spitze eines Hügels mit Blick auf die gesamte Insel. Weit in der Ferne konnte man die glühenden Türme des Resorts am Horizont erkennen.
Wir hielten nur an, wenn wir wussten, dass wir wirklich allein waren.
„Komm her“, er streckte seine Hand nach mir aus.
Mein Herz raste, als ich mich ihm näherte. Von seinen prallen, runden Schultern stieg Wasserdampf auf.
Ich spürte seine raue Hand auf meiner Wange, als er mich zu sich heranzog und mich küsste.
Plötzlich lag er auf mir, unsere Körper rutschten auf dem weichen Gras aufeinander hin und her, so als ob wir versuchten, ein Feuer zu entfachen.
Mit seiner Fingerspitze rieb er rhythmisch die Außenseite meines Geschlechts, spreizte meine Lippen auseinander, aber weigerte sich einzudringen.
Es war Folter, die ich nicht länger aushielt.
Ich zog ihn in mich, schnappte vor Verlangen und ein wenig Schmerz nach Luft. Ich spürte ihn so tief in mir wie nie zuvor.
Ich stöhnte vor Erregung, rief seinen Namen, bettelte, nicht aufzuhören, während der Regen auf uns niederfiel.
***
Ich stellte das Wasser ab und ließ die letzten Tropfen über meine Brüste laufen.
Es war Winter und unsere Flitterwochen waren schon lange vorbei, aber eine heiße Dusche erinnerte mich immer noch an diesen Tag auf der Insel mit Aiden.
Als ich aus der Dusche trat, legte sich der Wasserdampf wie eine warme Decke auf meine Haut. Ich musste lachen, als ich daran dachte, wie ich noch vor einem Jahr in diesem Badezimmer stand, wütend darüber, dass ich mich hatte überreden lassen bei Aiden zu wohnen.
Doch jetzt war ich hier, für immer mit dem Alpha des Ostküsten Rudels verbunden und wollte nirgendwo anders sein, als hier in diesem Haus, mit dem Mann, den ich liebte.
„Brauchst du da drinnen Hilfe?“, fragte er durch die Tür in seiner knurrenden Baritonstimme.
„Nein, ich bin durchaus in der Lage, mich alleine zu trocknen, vielen Dank“, antwortete ich lächelnd. In den letzten zwölf Monaten war er verspielter geworden, ließ seine Schutzmauer fallen und zeigte mir eine neue Seite von dem dominanten Alpha, den er für den Rest des Rudels sein musste.
„Ich helfe gerne“, fuhr er mit charmanter Beharrlichkeit fort, die mich kichern ließ. „Das ist wirklich kein Problem.“
„Nicht jetzt“, sagte ich lachend und wickelte mich in ein Handtuch.
„Aber ich war doch so brav“, protestierte er.
„Gute Dinge kommen zu denen, die warten“, antwortete ich, wischte den Dampf vom Spiegel und wuschelte durch meine feuchten Locken.
Ich öffnete die Tür, tat einen Schritt und drückte meinen nassen Körper gegen seine breite Brust, schlang meine Arme um ihn und drückte sie an seinen muskulösen Rücken. Er hob seinen Kopf, um mich zu küssen, doch ich entzog mich ihm.
„Ich habe gesagt, dass gute Dinge zu denen kommen, die warten ... und du hast nicht gewartet.“
Ich schob ihn weg und schlenderte in meinen begehbaren Kleiderschrank, um sicherzustellen, dass er die ganze Zeit meinen Hintern im Blick hatte. Als ich um die Ecke war, warf ich das Handtuch weg, damit er wusste, dass ich nackt war und zog die Schiebetür zu.
Kaum hatte ich meine Unterwäsche an, da flog die Tür auf und Aiden riss mich in seine Arme, drückte seine Lippen voller Leidenschaft auf meine.
Ich fühlte, wie ich nach hinten auf die kissenweiche Matratze fiel. Aiden lag mit seinem ganzen Gewicht auf mir. Als ich spürte, wie hart er war, wurde auch ich vor Erregung ganz feucht. Er zog sein Hemd aus und enthüllte seinen definierten Oberkörper und seine straffen, muskulösen Arme.
Seine Brust hob und senkte sich voller Begierde und in seinen goldgrünen Augen funkelte die Lust.
Ich lehnte mich zurück und küsste meinen Alpha. Seine Lippen waren weich und warm und jedes Mal, wenn sie mich berührten, fühlte es sich an, als würde ich unter ihnen schmelzen.
„Ich möchte mit dir eine Familie gründen, Sienna“, sagte er plötzlich.
„Ich weiß“, antwortete ich. „Das werden wir.“
„Ich meine, jetzt. Ich möchte anfangen, es zu versuchen.“
Darauf war ich nicht vorbereitet. Ich wusste, dass wir irgendwann darüber reden müssten, aber ich hatte es über die letzten sechs Monaten erfolgreich verdrängt.
Ich musste mich an so vieles gewöhnen, jetzt, wo ich mit dem Alpha des zweitmächtigsten Rudels der USA vermählt war. Ich konnte mich nicht mehr so kleiden, wie ich wollte, ich konnte nicht ohne Bodyguards vor die Tür gehen, und ich war ständig unter Beobachtung.
Keine spontanen Treffen mehr mit meinen Mädels bei Winston's. Keine friedlichen Nachmittage mehr im Park, wo ich mit meinem Skizzenbuch und meinen Gedanken allein sein konnte.
Ich hatte jetzt Pflichten, wie die, die heute Nachmittag anstand. Es war der erste Tag des Fruchtbarkeitsfestes und die Rudeltradition verlangte von mir, mich zusammen mit Aiden vor dem ganzen Rudel zu verwandeln und mich dann von ihm besteigen zu lassen.
Als Aidan mir zum ersten Mal davon erzählte, dachte ich, er würde Witze machen, aber anscheinend hinterfragte man als Alpha überholte Zeremonien nicht.
Aber meine Familie gehörte nicht zur Rudel-Royalty. Bevor ich seine Frau wurde, war ich eine adoptierte 19-Jährige mit einem menschlichen Elternteil und einer großen Abneigung gegen jegliches Rampenlicht.
Die Vorstellung, in einem solch öffentlichen Rahmen so verletzlich zu sein, war absurd und vor allem demütigend.
Ich hatte versucht, mit Aiden darüber zu reden, aber jedes Mal, wenn ich es ansprach, sagte er nur, dass es keine große Sache und wichtig für das Rudel sei.
Wir würden nicht wirklich Sex haben, aber, wenn er mich bestieg, fand ich das schon eine ziemlich intime und private Angelegenheit.
„Sienna?”, fragte Aiden und packte meinen Oberschenkel.
„Ja, tut mir leid. Ich war mit meinen Gedanken woanders.“
„Willst du weitermachen?“
„Aiden, ich weiß nicht, ob ich schon bereit bin.“
„Was meinst du? Wir sind jetzt ein Jahr zusammen. Alphas und ihre Frauen sollten zu Beginn der ersten Paarungszeit nach ihrer Vermählung versuchen, Nachwuchs zu bekommen. So verlangt es die Tradition.“
Da war es wieder. Dieses Wort. Tradition. Gott, ich fing an seinen Klang zu hassen. Und die Paarungszeit, diese lüsterne Verrücktheit, die von jedem Werwolf Besitz ergriff, würde die Dinge nur noch zehnmal verschlimmern.
„Können wir später darüber sprechen?“, fragte ich, um den romantischen Moment zu retten, der gerade verflog.
„Natürlich, wir können nach der Zeremonie reden“, antwortete Aiden und blickte mich mit einem zärtlichen, ahnungslosen Blick an. Je länger ich ihn ansah, desto sicherer war ich mir, dass ich das Ritual an diesem Nachmittag nicht durchziehen konnte.
Es brachte mich um, ihm das anzutun, und ich wusste, es war meine Schuld, dass ich es so weit hatte kommen lassen, aber es fühlte sich einfach nicht richtig an.
„Darüber wollte ich auch mit dir sprechen“, sagte ich und senkte meinen Blick.
„Was meinst du? Bist du nervös?“, fragte er und streichelte meinen Arm.
Verdammt, warum muss er gerade jetzt so süß sein?
Aber ich konnte nicht zurück. Ich konnte es nicht länger aufschieben. Ich musste ihm sagen, wie ich mich fühlte.
„Aiden, ich will das nicht tun.“
Plötzlich sah er verwirrt aus und ich hoffte, wir könnten das ausdiskutieren ohne zu streiten.
„Warum? Es ist nur eine kurze Vorstellung für das Rudel, damit es uns seinen Segen für die Empfängnis geben kann.“
„Wenn es nur für den Segen des Rudels ist, warum müssen wir uns dann verwandeln und all die anderen Dinge tun?“
„Es ist symbolisch.“
Ich hatte gehofft, Aiden würde selbst realisieren, was für einen Unsinn er von sich gab und wie schwach seine Argumente waren, aber sein unschuldiger Blick sagte mir, dass ich meinen Einwand offen aussprechen musste.
„Vielleicht für dich, aber ich finde es erniedrigend.“
„Meine Mutter hat es getan und die Mutter meines Vaters auch. Du bist meine Frau, Sienna. Niemand wird schlechter von dir denken -“
„Es geht nicht darum, was andere Leute denken, Aiden. Es geht darum, ob ich mich wohl fühle.“
„Hör zu“, sagte er, schob mich von sich runter und setzte sich auf die Bettkante. „Das passiert nur ein- oder zweimal im Leben. Wir transformieren uns für weniger als eine Minute. Es ist die Tradition, die ein Rudel zusammenhält. Ohne sie verlieren wir unsere Identität.“
Und schon wieder dieses blöde Wort. „Ich habe das Gefühl, dass ich meine Identität verliere, wenn ich all diese dummen Regeln befolge“, schoss ich zurück.
Ich legte ein ernstes Gesicht auf, um ihn wissen zu lassen, dass ich nicht von meiner Meinung abzubringen war.
„Okay Sienna, vergiss mal das Rudel. Könntest du es für mich tun? Und ich schwöre, dass ich dich nie wieder bitten werde, so etwas zu tun.“
Aiden war meine Welt, und ich würde alles tun, um ihn glücklich zu machen, aber in dem Moment hasste ich ihn dafür, dass er mir nicht zuhörte. Als Alpha war er nicht an Kompromisse gewöhnt, aber wenn unsere Beziehung halten sollte, musste er es lernen.
„Verstehst du mich wirklich nicht?“
„Es ist nur dieses eine Mal, Sienna“, antwortete er. „Danach hast du das Sagen, mein Schatz.“
Ich wusste, er würde nicht nachgeben.
„Ich muss mich weiter fertig machen“, sagte ich, hüpfte vom Bett und ging zurück zum Schrank.
„Brauchst du Hilfe?“, rief er spielerisch.
„Nein, das schaffe ich alleine“, antwortete ich lustlos.
„Beeil dich“, sagte Aiden, hob sein Hemd auf und warf mir einen Luftkuss zu, bevor er aus dem Schlafzimmer schlenderte.
Ich zog das Kleid für das Fest an, schaute in den Spiegel und fragte mich, ob all die anderen Alpha-Frauen, die das vor mir durchgemacht hatten, genauso angewidert davon waren wie ich.
Es dauert weniger als eine Minute, Sienna.
Es dauert weniger als eine Minute.
***
Die Bühne war auf einer Lichtung im Wald gebaut worden. Riesige Bäume wurden gefällt und die Stämme zusammengebunden, um die gigantische Plattform zu bilden, auf der Aiden und ich jetzt standen.
Hinter uns versammelte sich der Rest des Rudels und ein Überraschungs-VIP, Raphael Fernandez, der Alpha des Millenniums.
Kein Wunder, dass Aiden das Festival nicht abblasen wollte.
Vor der Bühne, alle Blicke auf uns gerichtet, stand das gesamte Ostküsten Rudel. Sein Gemurmel summte im ganzen Wald und ich wusste genau, worüber man sprach.
Als die Eröffnungsreden begannen, klopfte mein Herz wie wild. Ich konnte nicht glauben, was ich gleich tun würde. Auf dem Weg zum Festival war ich es wieder und wieder in meinem Kopf durchgegangen.
Ich spürte wie Aiden meine Hand nahm und sie zur Beruhigung drückte. Dann ließ er sein Gewand fallen, enthüllte seinen dunklen, perfekt geformten Körper und begann sich zu transformieren.
Es geht los. Jetzt gibt es kein Zurück mehr.
Ich blieb an Ort und Stelle stehen, bewegte mich nicht. Ein Aufatmen riss wie eine Flutwelle durch die Menge.
Aidens massiver Wolf stand nun neben mir und blickte erwartungsvoll auf meine menschliche Form.
Ich ging zum Mikrofon und blickte in die verblüfften Gesichter der Menge. Meine Hand zitterte, als ich das Mikrofon herunterzog, sodass es auf der Höhe meines Mundes war.
Es ist noch nicht zu spät. Du kannst dich immer noch transformieren.
Nein, du schaffst das, Sienna.
Ich versuchte, Worte herauszubringen, aber sie blieben mir im Hals stecken. Das Adrenalin pumpte durch meinen Körper, zog meine Kehle, meine gesamten Muskeln zusammen.
Du bist auch ein Alpha, Sienna. Fang an auch so zu handeln.
Ich schloss die Augen, sperrte die Menschenmasse aus und appellierte an meine Nerven. Mein Hals entspannte sich und die Worte purzelten, ohne dass ich noch hätte nachdenken können, aus mir heraus.
„Ich werde an der Seite meines Mannes stehen, aber nur als ihm ebenbürtig, nicht als sein Preis. Ich bitte dennoch um euren Segen, aber ich werde mich nicht transformieren.“
Für einen kurzen Moment war es ruhig, doch dann brach die Masse in wütendes Geheul aus. Ich trat vom Mikrofon zurück, unsicher, was zu tun war, jetzt, nachdem ich meinen Protest kundgetan hatte.
Das Geheul wurde immer lauter und in den Gesichtern der Zuschauer blitzte pure Bosheit. Plötzlich hatte ich Angst, fühlte mich bedroht.
Hatte ich gerade einen riesigen Fehler begangen?

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