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Guns and Royalties (Deutsch) Buch 2

Autor:in
H. F. Perez
Gelesen
17,6K
Kapitel
40
Autor:in
H. F. Perez
Gelesen
17,6K
Kapitel
40
⚔️Action & Abenteuer💪🏻Beschützer🎭Drama🏙️Zeitgenössisch💪🏻Alpha-Männchen💪Starke Frauen🔫Mafia

Angelica, eine Frau mit rätselhafter Vergangenheit und verlorenen Erinnerungen, erholt sich auf einer abgelegenen Hacienda unter der Obhut von Tía Juanita und Tío Ramón. Obwohl man sie warnt, sich von dem rätselhaften und gefürchteten El Patrón fernzuhalten, siegt Angelicas Neugier. Während sie verborgene Fähigkeiten und Bruchstücke ihrer Vergangenheit entdeckt, gerät sie immer tiefer in die gefährliche Welt El Patróns, was zu einer Reihe intensiver und leidenschaftlicher Begegnungen führt. Mit Geheimnissen, die an jeder Ecke lauern, muss Angelica ihre Gefühle und das gefährliche Umfeld meistern, um die Wahrheit über ihre Identität und ihre Verbindung zu El Patrón aufzudecken.

Ángel

Angelica

Sonora, Mexiko
„Das kann doch nicht wahr sein.“
Wieder einmal hatte sie Zutaten verschwendet.
„Scheiße.“
Egal wie viel sie geübt hatte, sie konnte einfach nicht kochen, selbst wenn es um ihr Leben ginge. Sie übte schon seit Monaten.
„Keine Schimpfwörter, mi hija.“ Eine schöne Dame neben ihr schnalzte mütterlich mit der Zunge.
Angelica grinste. „Sorry.“
„Auf Spanisch, Angelica.“
Die Frau neben ihr erinnerte sie jedes verdammte Mal daran, wenn sie ins Englische wechselte.
Ja, ja. „Lo siento, tía.“
Sie nickte zustimmend. „Bueno. Hacer otro lote de tortillas, por favor.“
Okay. „Sí.“
Sie musste die Worte in ihrem Kopf mehrmals wiederholen, um sie schnell ins Englische zu übersetzen und zu verstehen.
Die frische Luft um sie herum ließ sie frösteln. Es war früh am Morgen und sie wollte Juanita helfen, die sie in ihrer tiefsten Not aufgenommen hatte.
Sie und ihr Mann, tío Ramón, waren die vertrauenswürdigen Verwalter einer riesigen hacienda. Es gab hier viele Diener, Feldarbeiter und Männer, die das wunderschöne, fruchtbare Land bewachten.
Angelica hatte sich sofort in den Ort verliebt, als sie die majestätische Pracht erblickt hatte. Hohe Berge umgaben eine flache Ebene mit einer natürlichen Wasserquelle. Perfekt für das Landgut.
Obwohl sie sich noch von einer Schusswunde erholte, war dieser Ort zu ihrem Zufluchtsort geworden. Und das Paar, das sie aufgenommen hatte, waren ihre Retter.
Tía Juanita hatte sie wie eine Tochter behandelt. Sie hatte ihr geholfen, sich einzugewöhnen.
Wie sie mit ihrem glänzend blonden Haar und den blau-violetten Augen unauffällig sein sollte, wusste sie nicht. Sie hatte eine schöne, natürliche Bräune entwickelt, fiel aber immer noch auf wie ein bunter Hund.
Niemand behandelte sie hier jedoch anders. Sobald ihre Beschützerin verkündet hatte, Angelica sei ihre Nichte und stehe unter ihrem Schutz, hatte jeder sie mit offenen Armen empfangen.
„Siempre habla en nuestro idioma, Angélica. El Patrón detesta a extrañas en su tierra.“ (Kommuniziere immer in unserer Sprache, Angelica. El Patrón verabscheut Fremde auf seinem Land.)
„Sí, tía.“ El Patrón. Alle, die sie kannte, schienen den alten Mann zu fürchten. Sie fürchteten ihn aus Respekt. Da sie ihn nie getroffen hatte, wurde sie jeden Tag neugieriger.
War er wie tío? Eine Vaterfigur? „¿Cuándo volverá a casa?“ (Wann kommt er nach Hause?)
„No me corresponde decirlo. Quiero que te mantengas alejado de él. Por favor.“ (Es steht mir nicht zu, das zu beantworten. Ich möchte, dass du dich von ihm fernhältst. Bitte.)
„In Ordnung, tía Juanita.“
Aber warum? Sicherlich war El Patrón ein freundlicher, alter Mann. Angelica zuckte mit den Schultern. Bestimmt war es besser, die Warnungen ihrer Tante zu beachten.
Sie wollte keinen Ärger bekommen. Alles, was sie wollte, war, ihre Erinnerungen vollständig wiederzuerlangen, damit sie wusste, wohin sie gehen sollte.
Ihre Familie machte sich gewiss riesige Sorgen um sie. Ihr selbst ging es auch so. Sie musste sich selbst finden. Und so sehr sie diesen Ort auch liebgewonnen hatte, sie wusste, dass sie in Gefahr gewesen war, bevor das liebenswerte Paar sie unter ihre Fittiche genommen hatte.
Sie wollte ihnen keinen Ärger ins Haus bringen.
Angelica wartete sehnsüchtig auf den Tag, an dem sie diesen Ort verlassen konnte, um nach ihrer Familie zu suchen.
„Alles, was ich weiß, ist, dass El Patrón bald nach Hause kommen wird. Also müssen wir vorbereitet sein. Und es wäre besser, wenn er dich nicht sieht.“
„Was ist mit seiner Familie?“
Seltsam – es gab keine kleinen Kinder, die auf dem Anwesen herumrannten.
„Er hat keine Familie. Er will es so. Keine weiteren Fragen, si?“
Angelica nickte. Sie wusste, dass es sie nichts anging.
Sie musste sich nur erholen, etwas Geld verdienen und dann verschwinden. Der geheimnisvolle El Patrón ging sie nichts an.
***
Die Nachmittagshitze brachte sie dazu, in den nächstgelegenen und kühlsten Fluss der Gegend springen zu wollen.
Oder noch besser, in den beeindruckenden, Pool in der Villa. Der prachtvolle, spanische Stil hätte jeden eingeschüchtert – aber nicht sie.
Sie hatte solche Orte schon gesehen, da war sie sich sicher.
Angelica wusste vieles, bloß ihre wahre Identität blieb ihr verborgen.
Mit einem genervten Seufzer bedeckte sie ihre ungewöhnlichen, blau-violetten Augen vor dem grellen Sonnenlicht.
An diesem Nachmittag wollte sie sich nur erfrischen. In kühles, kristallblaues Wasser eintauchen und all ihre Ängste vergessen.
Aber es ist verboten, Angelica.
Sie verzog das Gesicht. Stimmt. Juanita hatte ihr ausdrücklich verboten, einige Orte im Haus zu erkunden. Dazu gehörte insbesondere der Flügel von El Patrón.
Den Grund dafür nicht zu kennen, machte sie neugierig. Niemand war in der Nähe. Vielleicht sollte sie sich doch hinauswagen, um die Zeit totzuschlagen?
Nein. Das ist das Risiko nicht wert.
Sie biss sich auf die Lippe und schüttelte den Kopf.
Nein, das werde ich nicht tun. Hör auf, mich zu verführen! Черт побери!
Erschrocken sah sie sich um. Nein, das war sie gewesen. Sie hatte in einer anderen Sprache in ihrem Kopf geflucht.
Anscheinend konnte sie mehrere Sprachen sprechen.
Die Entdeckung ihrer zahlreichen Fähigkeiten schenkte ihr neue Hoffnung. Juanita durfte sie ihr Geheimnis nicht erzählen. Sie würden sich Sorgen machen, und das wollte sie nicht.
Französisch und Russisch sprach sie fließend. Arbeitete sie etwa für das KGB?
Als sie die Männer beobachtet hatte, die das Gelände patrouillierten, ihre Haltung und ihre verborgene Stärke, hatte sie auch festgestellt, dass sie sich mit Waffen auskannte.
Informationen wie das Jahr, in dem die verschiedenen Waffen hergestellt worden waren, wie tödlich und genau sie sein konnten, hatte sie plötzlich im Kopf gehabt.
Und vor allem, wie man sie handhabte. Dabei spielte es keine Rolle, ob die Waffen groß oder klein waren.
Vor vierzehn Tagen hatte sie einen Schatz gefunden: ein Fitnessstudio in der Nähe des Außenpostens.
Es war eher ein Trainingsgelände, also war sie sich im Morgengrauen aus ihrem Zimmer geschlichen, das sich hinten im Haus befand, und hatte die Geräte genutzt.
Man stelle sich ihre Überraschung vor, als sie plötzlich entdeckt hatte, dass sie Krav Maga und gemischte Kampfkünste beherrschte.
Und sie hatte die Kraft, stundenlang zu trainieren. Bis ihr Körper zitterte und sie nach Luft schnappte.
Wer hatte sie trainiert? Maman? Sie konnte sich nicht an sie erinnern. Maman. Mutter.
Wenn ihr Instinkt richtig war, hatte sie ihre Mutter zurückgelassen, die sich jetzt wahrscheinlich große Sorgen um ihre vermisste Tochter machte.
Angelica blinzelte die Tränen zurück. Wer auch immer maman war, sie vermisste sie sehr. Hatte sie eine Schwester? Einen Bruder? Freunde? Einen Freund?
Da war dieser leere Teil ihres Gehirns, der gefüllt werden musste. Sie musste es einfach wissen.
Ihr Name war nicht Angelica. Tía Juanita hatte sie so getauft, weil sie wie ein Engel aussah.
Das waren ihre Worte, nicht meine.
Sie schnaubte ungläubig. Gefährliche Dinge zu wissen, machte sie nicht zu einer Kriegerin Gottes. Sie war für etwas anderes geboren.
Und sie war definitiv kein Engel. Im Gegenteil, davon war sie weit entfernt. Rastlosigkeit verzehrte sie.
Sie sehnte sich nach einem Ventil, sonst würde bald die Zeit kommen, in der sie ihre Frustrationen in den Himmel schreien würde.
Als sie zum Horizont blickte, fühlte sie, wie ihr die Tränen über die Wangen liefen.
Wer bin ich? Wie heiße ich?
***
„Ich habe nach dir gesucht, hija.“
Sanfter Tadel klang in tías Stimme mit.
Angelica war stundenlang weg gewesen. Sie hatte sich durch die wenigen Kilometer dichten Waldes gewagt und war im angenehm kühlen Fluss schwimmen gegangen. Dabei hatte sie sogar ein malerisches Häuschen entdeckt.
Sie machte sich innerlich eine Notiz, es aufzuräumen und zu putzen, um es zu ihrem Zufluchtsort zu machen. Es schien Jahre her zu sein, dass jemand darin gewohnt hatte.
„Ich war schwimmen.“
Wieder auf Spanisch umzuschalten, fiel ihr etwas schwer. Aus Respekt vor Juanita tat sie es trotzdem.
Tief seufzend sah ihre Beschützerin sie an.
„Bitte sag mir das nächste Mal Bescheid, damit ich mir keine Sorgen machen muss. Ich war kurz davor, deinen tío zu bitten, eine Suchmannschaft zusammenzustellen.“
Ihre Worte ließen ein Lächeln auf Angelicas Lippen erscheinen. Sie wusste, wie sehr sie sich um sie kümmerten.
„Ich werde dir nicht alle meine Geheimnisse verraten. Es gibt einige Dinge, die im Dunkeln bleiben sollten“, antwortete sie frech und wackelte mit den Augenbrauen.
„Dios mío! Du und deine Scherze. Geh und mach dich frisch. Wir werden in einer Stunde zu Abend essen. Los!“
Die hübsche Frau scheuchte sie mit beiden Händen weg. Kichernd gab die blonde, engelsgleiche Schönheit ihrer Beschützerin einen Kuss auf deren errötete Wange, bevor sie davonwirbelte.
„Bis gleich, tía Juanita.“
***
Erfrischt und in bester Stimmung, mit einer bequemen und schulterfreien, blassblauen Bluse und einem fließenden, weißen Rock bekleidet, trat sie fröhlich ins Esszimmer.
Sofort blieb Angelica stehen. Ihre Augen weiteten sich, während sie fassungslos den hitzigen Streit beobachtete, der am Tisch im Gange war.
Das war das erste Mal, dass sie Juanita und Ramón streiten sah.
„Qué pasa? Tía? Tío?“
Stille. Sie starrten sie an wie Rehe im Scheinwerferlicht.
„Nichts, hija!“
Die schöne Frau wischte ihre Frage beiseite, und Ramón nickte zustimmend.
Sie mochte ihr Gedächtnis verloren haben, aber dumm war sie nicht. Etwas war im Gange. Spannung lag in der Luft, wie eine Schlinge, die sich zusammenzog und immer enger wurde.
„Ihr könnt mich nicht anlügen. Sagt es mir lieber gleich, damit ich weiß, was zu tun ist.“
Langsam, mit angeborener Anmut, durchquerte sie den Raum und setzte sich an ihren üblichen Platz am Tisch.
Obwohl es weder der formelle Speisesaal noch der offene, bezaubernde Frühstücksraum war, war der Bereich, den sie derzeit für ihre täglichen Mahlzeiten nutzten, traumhaft elegant.
Mit einer hochmodernen Küchenausstattung, importierten Keramikfliesen, einem Kronleuchter und einem langen Mahagonitisch.
Ihre Serviette perfekt auf ihren Oberschenkeln drapiert, mit einem ruhigen Lächeln im Gesicht, blickte sie auf ihre Begleiter. Wartend. Mit einer gehobenen Augenbraue.
Angelica hatte keine Ahnung, wie sehr sie in diesem Moment ihrer mächtigen maman ähnelte. „Nun?“, drängte sie.
Juanita sprang fast von ihrem Sitz. Ihre schokoladenbraunen Augen huschten von der engelsgleichen Schönheit zu ihrem esposo.
„El Patrón. Er kommt nach Hause“, verkündete sie mit zittriger Stimme.
„Oh.“
Черт побери!

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