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Ihr leidenschaftlicher Beschützer Buch 2

Autor:in
E. R. Knight
Gelesen
16.2K
Kapitel
59
Autor:in
E. R. Knight
Gelesen
16.2K
Kapitel
59
💰Milliardäre💪🏻Beschützer🎭Drama🏙️Zeitgenössisch💪🏻Alpha-Männchen

Neva Hastings versucht, nach einer traumatischen Vergangenheit ihr Leben wieder aufzubauen, arbeitet in einem Diner und hofft auf einen Neuanfang. Als sie wieder auf Theo Grayson trifft, einen Mann, mit dem sie vor Jahren einen leidenschaftlichen Kuss teilte, gerät ihre Welt aus den Fugen. Während sich ihre Beziehung vertieft, muss Neva sich ihren Ängsten und alten Dämonen stellen, während Theos verborgene Identität und beschützerische Art ihre aufkeimende Romanze verkomplizieren. Gemeinsam meistern sie Liebe, Gefahr und das Versprechen eines neuen Anfangs.

Leser in der Bibliothek

Her Beautiful Addiction

Hat euch die Geschichte von Adam und Kara gefallen? Dann lest weiter – eine neue Geschichte aus der Welt von Her Possessive Guard, mit einem ganz neuen Cast, knisternder Romantik und gefährlichen Geheimnissen … Vor Jahren hat Theo Neva auf einer Party geküsst – eine Nacht, die er nie vergessen konnte, an die sie sich aber nicht mehr zu erinnern scheint. Er verschweigt die Wahrheit und beginnt, um sie zu werben, nur um zu erfahren, dass sie von einem früheren Partner misshandelt wurde. Er schwört, ihr wieder ein Gefühl der Sicherheit zu geben, doch dafür muss er ihr die Wahrheit über ihre gemeinsame Vergangenheit erzählen …
Theo blickte aus dem raumhohen Fenster, das eine ganze Seite seines Büros in der Innenstadt einnahm.
Die Sonne war vor drei Stunden untergegangen, und noch immer verspürte er nicht den Drang, sich aus seinem bequemen Ledersessel zu erheben und Feierabend zu machen.
Jede Faser seines Körpers sträubte sich gegen den Gedanken, nach Hause zu fahren. Aber er wusste, dass er es früher oder später tun musste. Es war wie ein Pflaster abreißen. Schnell und schmerzhaft.
Alex war bestimmt schon zu Hause. Er arbeitete an seinem Masterabschluss in Betriebswirtschaft und war nur noch acht bis zehn Wochen davon entfernt, alles hinter sich zu bringen. Sie waren glücklich.
Nur nicht mehr so wie früher.
Alex und Theo waren sich einmal nah gewesen, aber nachdem sie ihren Vater durch einen Herzinfarkt verloren hatten, war alles den Bach runtergegangen.
Theo hatte versucht, die Dinge in Ordnung zu bringen, aber jedes Mal, wenn er es versuchte, war es, als würde man Dreck gegen eine Wand werfen und hoffen, dass etwas hängen bleibt.
Er gab sich selbst die Schuld, weil er den einfachen Weg gewählt hatte.
Er hatte sein Studium abbrechen müssen, als sein Vater starb, um dessen Firma zu übernehmen.
Die Firma war der ganze Stolz des alten Mannes gewesen. So sehr, dass er sein Leben damit verbracht hatte, sie von Grund auf aufzubauen, und jede Minute und jede Kraft in ihre Perfektionierung gesteckt hatte.
Und das hatte dazu geführt, dass er seine Familie dabei vernachlässigte.
Ihre Mutter war mit der Zeit immer distanzierter geworden. Sie hatte unter Depressionen gelitten, die sich mit Medikamenten gebessert hatten.
Dann, ganz plötzlich, sechs Monate später, war sie gegangen.
Sie hatte eine Affäre gehabt und ihnen gesagt, dass sie glaubte, Glück verdient zu haben – etwas, von dem sie wusste, dass ihr Vater es ihr niemals würde geben können.
Theo schüttelte den Kopf, verscheuchte die düsteren Gedanken und erstickte den Keim der Bitterkeit, der unter dem Quellwasser der Vergangenheit aufzukeimen drohte.
Er stand auf, rollte seine hochgekrempelten Ärmel herunter und zog sein Jackett an.
Er musste sich dem Mist stellen. Es gab keine andere Möglichkeit.
Er verabschiedete sich von seiner Sekretärin Belinda und ging dann zum Aufzug.
Als er das Gebäude verließ, plauderte er kurz mit Jason, dem Sicherheitsmann, der normalerweise die Abendschicht hatte, und ging dann zu seinem Wagen.
Nach ein paar Minuten fuhr er in die Garage des Hauses, das sie ihr Zuhause nannten.
Eine Weile blieb er einfach sitzen und ließ den Stress des Tages verfliegen, bevor er das Haus betrat. Er hatte vor langer Zeit gelernt, dass er Familie und Beruf trennen musste.
Und natürlich auch sein Liebesleben. Oder das Fehlen davon. Klar, ab und zu hatte er Sex, aber es war rein körperlich und nichts weiter.
Er hatte sich daran gewöhnt, dass Menschen sein Geld mehr wollten als ihn selbst, und es überraschte ihn nicht mehr.
Anfangs hatte er sich geweigert zu glauben, dass Frauen nur wegen dem, was er ihnen bieten konnte, mit ihm schlafen wollten. Er lächelte grimmig in der Enge seines Wagens.
Er war naiv und dumm gewesen.
Nicht mehr.
Er öffnete die Tür und stieg aus, zog seine Aktentasche vom Beifahrersitz. Das plötzliche Dröhnen lauter Musik ließ ihn erstarren.
Was zum Teufel?
Er runzelte die Stirn. Feierte Alex etwa eine verdammte Party?
Er trat durch die Garagentür und blieb stehen, als er das Wohnzimmer sah. Es war voller Menschen.
Eine Gruppe junger Frauen stand an der Tür, Plastikbecher zwischen den Fingern. Sie lachten über etwas, das ein Typ in ihrer Mitte gesagt hatte.
Das Lachen verstummte abrupt, als eines der Mädchen Theo dort stehen sah.
Er sah, wie ihre Lippen ein lautloses Oh mein Gott formten, und dann stupste sie die Frau neben sich an, die über ihre Schulter blickte und ebenfalls starrte.
Er versuchte, nicht die Augen zu verdrehen.
Innerhalb eines Augenblicks waren sieben Augenpaare auf ihn gerichtet. Er stand noch ein paar Sekunden da, musterte die Menge und stellte fest, dass es eine große Ansammlung junger Leute war.
Zweifellos wollten sie den Abschluss schon mal voreilig feiern. Er seufzte.
Er hatte sich auf einen ruhigen, entspannten Abend gefreut. Aber man konnte eben nicht immer alles haben. Wenn Alex das glücklich machte, konnte er damit leben.
Er nahm seine Aktentasche näher an sich, um niemanden anzurempeln, und bahnte sich seinen Weg um die Gruppe herum, wobei er ein höfliches, aber knappes „Die Damen“ murmelte.
„Hey, Theo!“
Er blickte auf und sah Alex, der ihm aus dem vorderen Teil des Raumes zuwinkte.
Theo zwang sich ein Lächeln aufs Gesicht und hoffte, dass es aufrichtig wirkte.
„Hi, Alex.“
Alex kam zu ihm herüber und klopfte ihm auf die Schulter. Dann stellte er ihm ein paar Jungs vor, die seine Kommilitonen waren.
Theo setzte seine höfliche Miene auf, lächelte zurück und unterhielt sich ein paar Minuten mit ihnen. Dabei versuchte er, sich seine Abneigung gegen den schweren Biergeruch, der ihm entgegenschlug, nicht anmerken zu lassen.
Diese Kids wollten heute Abend entweder jemanden ins Bett kriegen oder etwas richtig Dummes anstellen.
Selbst während er mit ihnen sprach, ließ er den Blick durch den Raum schweifen und nahm die Leute in Augenschein.
Er bemerkte, dass einige der Mädchen ihn anstarrten, und lächelte höflich, um zu keinem von Alex' Freunden unhöflich zu sein.
Er stellte fest, dass seine Haushälterin Mary nirgends zu sehen war. Sie war vermutlich ins Bett gegangen oder hatte beschlossen, die Jugendlichen in Ruhe zu lassen und das Chaos später aufzuräumen.
Auf einem Tisch in der Nähe lag Essen verteilt, und dunkle rote Flecken zeigten, wo die Bowle verschüttet worden war.
Auf einem runden Tisch daneben war eine kleine Bar aufgebaut, die wohl mit Getränken bestückt gewesen war. Die Flaschen waren inzwischen halb leer.
Theo hoffte nur, dass sie die Bude nicht völlig verwüsteten.
Als eine kurze Pause im Gespräch entstand, nutzte er die Gelegenheit, Alex' Gästen eine gute Nacht zu wünschen. Dann lächelte er Alex an, ehrlich froh darüber, dass sein kleiner Bruder Spaß hatte.
Alex umarmte ihn mit einem Arm, und dann zog er mit seinen Freunden zu der Gruppe Mädchen an der Tür.
Theo ging zur Treppe, die in den zweiten Stock zu den Schlafzimmern führte.
In seinem Zimmer angekommen, stellte er die Aktentasche am Fußende des Bettes ab, entledigte sich seines Anzugs und seiner Krawatte und ging direkt unter die Dusche.
Er ließ das warme Wasser den Stress des langen Tages abwaschen. Als er fertig war, schlang er sich ein Handtuch um die Hüfte und betrachtete sich im Spiegel.
Unter seinen Augen lagen Schatten, und leichte Bartstoppeln bedeckten sein Kinn. Aber abgesehen davon sah er gar nicht so schlecht aus.
Sein regelmäßiges Training war die beste Zeit des Tages. Klar, er hatte nichts dagegen zu arbeiten und die Firma zu leiten, aber ehrlich gesagt war er finanziell abgesichert. Alex und seine Familie waren für ein ganzes Leben und darüber hinaus versorgt.
Als Kind hatte er Fußballspieler werden wollen, später dann ein Experte in der Finanzbranche.
Jetzt wusste er nicht mehr, was er tun würde, wenn er die Möglichkeit hätte, seine Zeit etwas anderem als der Arbeit zu widmen.
Er seufzte und wischte sich die Wassertropfen vom Hals. Er musste sich entspannen, und er hatte eine ziemlich genaue Vorstellung davon, was ihm helfen könnte.
Er zog sich an, streifte ein Sweatshirt über und ging den Flur entlang.
Als er die Bibliothek erreichte, die er ein Jahr nach dem Tod seines Vaters nach seinen eigenen Vorstellungen hatte bauen lassen, war er überrascht, eine leise Stimme aus dem Raum zu hören.
Genervt, weil er dachte, einer von Alex' Freunden hätte den Raum für eine Knutscherei zweckentfremdet, verzog er das Gesicht.
Er hatte fest vor, demjenigen die Meinung zu sagen, als er den Raum betrat. Doch der Anblick, der sich ihm bot, ließ ihn in der Tür erstarren.
Eine junge Frau saß auf dem Teppichboden, den Kopf über ein aufgeschlagenes Buch gebeugt. Zwei weitere Romane lagen rechts neben ihr aufgestapelt.
Er konnte nur ihren Scheitel sehen, als sie eine Seite umblätterte.
Als sein Blick auf die gestapelten Bücher fiel, erkannte er ein Exemplar von Khaled Hosseinis Tausend strahlende Sonnen.
Es war eines seiner Lieblingsbücher.
Sie trug ein locker sitzendes Shirt und eine schwarze Stoffhose.
Er war verblüfft. War das ihr Party-Outfit? Die Mädchen unten trugen, von wenigen Ausnahmen abgesehen, Fetzen von Kleidung, die so viel nackte Haut wie möglich zeigten.
Er hörte, wie sie etwas laut vor sich hin murmelte, als würde sie über das Gelesene nachdenken. Aus einem Grund, den er sich nicht erklären konnte, wollte er sie nicht auf seine Anwesenheit aufmerksam machen.
Sie streckte ihren linken Fuß und zupfte leicht am Saum ihrer Hose, während sie gleichzeitig weiterlas. War ihr kalt? Er sah sich im Raum um, ob sie eine Jacke dabeihatte. Er konnte keine entdecken.
Ihr Haar hatte einen hellen Rotbraunton, und er konnte einen Hauch ihrer olivfarbenen Haut erkennen, als sie den Kopf leicht nach links drehte, um auf ihr Handy zu schauen, das aufleuchtete und eine Benachrichtigung anzeigte.
Theo verspürte den unerklärlichen Drang, sich hinter sie zu stellen und ihr beim Lesen zuzusehen, ohne sie zu stören. Doch er konnte sich nicht bewegen, wie angewurzelt stand er da.
Er hörte sie leise seufzen. Dann klappte sie das Buch zu, zögerte im letzten Moment beinahe. Sie war gerade dabei, die beiden anderen Bücher aufzusammeln, als sie bemerkte, dass sie nicht allein war.
Sie blickte zu ihm auf, den Mund leicht geöffnet.
Theo erstarrte, als er ihr Gesicht sah. Ihre sanften braunen Augen trafen ihn mit voller Wucht, und für einen kurzen Moment vergaß er, wie man atmet.
Verdammte Scheiße, das gibt's doch nicht.

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