
Alpha King's Hybrid Mate: Gefährten fürs Jenseits
Kapitel 1.
Lea
Mein Name ist Lea und ich bin achtundzwanzig Jahre alt. Man kann nicht gerade behaupten, dass ich bisher auf der Sonnenseite des Lebens stand, aber ich schlage mich durch.
Zurzeit wohne ich mit meiner besten Freundin Ellie in einer kleinen Wohnung in einem abgelegenen Winkel Alaskas. Ich arbeite von zu Hause aus und sie ist Barkeeperin, was bedeutet, dass wir viel Zeit miteinander verbringen.
In meiner Kindheit war mein Vater ein Tyrann. Er hatte für mich und meine Mutter, oder eigentlich für jede Frau, nur böse Worte übrig. Er benutzte häufig Ausdrücke wie: „Schlampe, Hure, Fotze, fett, hässlich.“
Der Kerl hatte immer etwas daran auszusetzen, wie wir aussahen oder ob wir zugenommen hatten.
Ich kann gar nicht beschreiben, wie sehr das mein Selbstwertgefühl untergraben hat. Als ich noch klein war, sagte er zu meiner Mutter: „Schmink dich gefälligst, bevor du rausgehst; du willst ja niemanden zu Tode erschrecken.“ Ja, er war wirklich ein Ekel.
Wir haben heute kaum noch Kontakt. Wenn der Mann sich schon mal nach meinem Leben erkundigt, kommentiert er nur, wie „dick“ ich geworden bin oder zeigt auf andere vermeintliche Makel an meinem Körper.
Ich kann nicht begreifen, wie meine Mutter es all die Jahre mit ihm ausgehalten hat. Vielleicht verstehe ich es doch, will es mir aber einfach nicht eingestehen.
Die Sache mit meinem Vater hat Spuren hinterlassen.
Jedenfalls bin ich eine große Frau, wiege etwas über neunzig Kilo bei einer Größe von eins fünfundsiebzig. Ich lerne gerade, meinen Körper zu akzeptieren.
Klar, ich bin immer noch unsicher wegen meiner Figur, aber es ist mir nicht mehr so wichtig. Ich gehe trotzdem in engen Jeans aus, mit meinen langen rötlichen Haaren, grünen Augen, und versuche, selbstbewusst aufzutreten ... meistens zumindest.
Mit so einem Vater aufzuwachsen, kannst du dir sicher vorstellen, dass ich in einige ziemlich miese Beziehungen geraten bin. Die meisten davon waren eher Missbrauch als alles andere.
Ich habe es immer ertragen, in der Hoffnung, mich gewollt und geliebt zu fühlen, irgendetwas, und nicht allein zu sein.
Ich weiß, ich weiß, ich habe einige ernsthafte Baustellen in meinem Inneren, aber nach außen hin gebe ich mich tough und verberge es gut vor Leuten, die mich nicht näher kennen.
Mein jetziger Freund Kyle und ich sind seit fünf Jahren zusammen. Er kann manchmal nett sein, aber wenn ich ehrlich bin, ist er weder liebevoll noch fürsorglich.
Er ist meinem Vater sehr ähnlich. Ich habe mich so daran gewöhnt, gewürgt, geschlagen, getreten und gestoßen zu werden, dass ich denke, es sei normal, so wie jemand anders vielleicht einen Kuss oder eine Umarmung für normal hält, oder zumindest sagt Ellie das zu mir.
Es ist wohl einfach ein weiterer Tag im Paradies. Es ist nicht immer schlimm. Wir hatten gute Monate ... Oder sogar ein gutes Jahr ohne die schlimmen körperlichen Übergriffe, aber das ist besser als allein zu sein, oder?
Immerhin, wer würde schon mit einer „faulen, fetten Schlampe“ zusammen sein wollen.
Ach je, ich habe dir ja gesagt, dass ich ernsthafte Probleme habe. Bin ich selbstbewusst oder voller Sorgen, Angst und geringem Selbstwertgefühl? Ich weiß es selbst nicht mehr.
Fast dreißig Jahre alt und ich habe verdammt nochmal keine Ahnung mehr, wer ich eigentlich bin.
Ellie, meine beste Freundin, hasst es, dass ich bei Kyle bleibe. Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft sie mich angefleht hat, ihn zu verlassen, aber ich bleibe trotzdem und erfinde einfach Ausreden dafür.
Sie steht aber immer hinter mir. Wie viele Leute würden Freunde bleiben, wenn sie wissen, dass du dich selbst in einer beschissenen Situation festhältst?
Da sie jetzt meine einzige Freundin ist ... nicht viele.
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