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Die Chicago Bratwa Saga Buch 4

Autor:in
Renee Rose
Gelesen
18,9K
Kapitel
6
Autor:in
Renee Rose
Gelesen
18,9K
Kapitel
6
😱Thriller🌼Jungfrau💍Arrangierte Ehe🎭Drama🏙️Zeitgenössisch💪🏻Beschützer💰Milliardäre💪🏻Alpha-Männchen💪Starke Frauen🥵Erotik🖤Dunkel🔫Mafia🔒Erzwungene Nähe

ICH SOLLTE SIE AUFGEBEN – SIE FREILASSEN. Die russische Armee hat einen Killer aus mir gemacht, doch die Bruderschaft hat mich zu dem gemacht, was ich bin. Skrupellos. Tödlich. Unverbesserlich. Genau deshalb sollte Kayla sich von mir fernhalten. Die unschuldige, junge Schauspielerin hat eine glänzende Zukunft vor sich, solange sie niemand vorher zerbricht. Jemand wie ich. Jedes Wochenende gibt sie sich mir vollkommen hin. Ohne Fragen. Ohne Zögern. Sie gehört mir und tut, was ich sage. Im Gegenzug gebe ich ihr, wonach sie sich sehnt – Schmerz und Lust. Doch es ist nur eine Fantasie, die niemals Wirklichkeit werden darf. Wir spielen mit dem Feuer, doch ich kann sie einfach nicht loslassen …

Erstes Kapitel

BESESSEN

Die Roulette-Revanche

Pavel

Es sind die Tattoos.
Ein Flugticket für die erste Klasse garantiert keine besondere Behandlung, wenn man so aussieht wie ich. Nicht einmal mein Tom-Ford-Hemd und die polierten Berluti-Schuhe können etwas gegen die Tintensymbole ausrichten, die sich über meine Fingerknöchel und meinen Nacken winden.
Die Flugbegleiterin, eine wunderschöne Afroamerikanerin mit einem bauschigen Kopf voller Locken, lässt ihr Lächeln durch die Kabine schweifen. Als ihr Blick auf meinen Hals fällt, dort, wo die Tattoos zu sehen sind, schnellen ihre Augen überrascht zu meinem Gesicht auf. Sie bemerkt, dass ich sie beobachte, und fährt eilig mit ihrem Rundblick durch die Kabine fort, nur um im nächsten Augenblick Maxim zu entdecken, der auf der anderen Seite des Ganges sitzt und ebenfalls stark tätowiert ist. Natürlich lässt die wunderschöne Rothaarige an seiner Seite ihn weniger bedrohlich wirken.
Ich strecke meine Beine aus und erhasche Sashas Blick. „Warum kaufst du uns keinen Privatjet, du Goldesel?“
Sasha – Maxims Braut aus arrangierter Ehe und Bratwa-Prinzessin – kam mit einer Aussteuer von sechzig Millionen in diese Ehe. Alles, was Maxim tun muss, ist, sie am Leben zu halten, was nicht ohne Herausforderungen ist.
Interessiert blicken ihre blauen Augen zu Maxim auf. „Sollen wir?“
Ich weiß mit Sicherheit, dass Maxim Sasha verflucht noch mal alles kauft, was sie haben will. Ich muss sie nur dazu bringen, etwas zu wollen, was ich auch will.
„Würdest du nicht auch gerade lieber in deinem eigenen Flugzeug sitzen, das sich nach deinem Terminplan richtet? In dem du vor dem Abflug einen Cosmo schlürfen kannst?“
„Was würde das kosten?“, fragt sie ihren Ehemann.
Maxim, der Mittelsmann unserer Bratwa-Zelle, rechnet es schnell durch. „Wir könnten eine gebrauchte Maschine vermutlich für etwa eine Million bekommen. Dann müssten wir einen Piloten anheuern und die Miete für einen Hangar zahlen.“ Er zuckt mit den Schultern. „Vielleicht sollten wir das machen. Es würde die Flüge nach Russland auf jeden Fall komfortabler machen.“
„Es würde alles komfortabler machen“, stimme ich zu.
Ich bin ein Schnorrer, aber wenigstens mache ich keinen Hehl daraus. Es ist nicht gerade so, als ob ich aus einer wohlhabenden Familie komme, so wie Sasha. Ich bin genau so, wie ich aussehe. Ein russischer Verbrecher, ein ehemaliger Soldat, der sein Geld auf die falsche Art und Weise verdient und es jetzt benutzen will, um sich Respekt zu kaufen.
Was natürlich nicht funktionieren wird. Als ob er diese Tatsache beweisen will, taucht ein mudak mit einem Ticket für den Sitz neben mir auf, bleibt im Gang stehen und mustert mich abschätzig. „Das da ist mein Platz.“
Ich warte volle drei Sekunden, bevor ich mich bewege. Nachdem ich aufgestanden bin und er sich auf dem Fensterplatz eingerichtet hat, lasse ich meine tätowierten Fingerknöchel knacken und schaue ihn an, bis er zu schwitzen beginnt. All sein Geld und seine Arroganz würden ihn nicht davor schützen, wie Glas zu brechen, wenn ich mit ihm allein in einem Warenlager wäre.
Aber meine Tage als Folterknecht kommen immer seltener vor, als es früher der Fall war. Ich habe seit Monaten niemanden mehr vermöbelt. Nein, ich bewahre all meinen Sadismus für das reizende Luder auf, das die Roulettekugel heute Abend für mich auswählen wird.
Ich bete nur verfickt noch mal, dass Maxim und Sasha nicht auch mitkommen. Ich schätze, Maxim ist mir ziemlich egal. Er kennt die Finsternis in mir. Er hat gesehen, wie ich Menschen umgebracht habe. Aber ich will nicht, dass Sasha das sieht. Den Sadismus, nicht das Töten. Na ja, beides, ehrlich gesagt.
Seit einem Jahr ficke ich meine eigene Faust, wenn ich an diese Veranstaltung heute denke. Seit Ravil im letzten Jahr zum Black-Light-Roulette in D.C. gegangen ist, war das meine Fantasie. Mir gefällt die Anonymität dieser Veranstaltung – falsche Namen und Zufallspaarungen.
Frauen, die sich nur so nach dem verzehren, was ich zu geben habe: Schmerzen.
Keine Gefühle. Keine Beziehung. Ein bisschen verhandeln. Jede Menge Regeln, die verhindern, dass die ganze Sache irgendwie unangenehm wird.
Für einen Mann, der seine Frauen namenlos bevorzugt – am besten sogar gesichtslos –, für einen Mann, der hören will, wie sie vor Schmerzen schreien und dennoch nach mehr betteln –, himmlisch.
Die Wahrheit ist, vor letztem Jahr wusste ich absolut nichts über BDSM und Clubs wie das Black Light. Ravil hatte sich abschätzig darüber geäußert, als er letztes Jahr dort war. „Warum sollte irgendjemand dafür bezahlen wollen, eine Frau auszupeitschen?“, hatte er gehöhnt. Er war als Begleiter von Valdemar angetreten, dem russischen Diplomaten, auf dessen Hilfe wir angewiesen sind, um illegale Importe ins Land einzuführen.
Es war das eine Frau auspeitschen gewesen, das mich gekriegt hatte. Seit ich jung war, hatte ich unendlich viele verfluchte Fantasien genau über so etwas gehabt, aber bis zu diesem Augenblick hatte ich nicht gewusst, dass es wirklich eine reale Sache war.
Ich hatte mir nie gestattet, diesen Fantasien nachzugehen, hatte geglaubt, ich wäre ein kranker Bastard, der das beschissene Leben verdient hatte, das er führte, als Strafe für meine schmutzigen Gedanken.
Also bin ich ins Internet abgetaucht. Habe die Pornos gefunden. Und die Regeln. Und den Lifestyle. Ich hatte sogar ein paar vorverhandelte Treffen.
Als Valdemar also dieses Jahr Ravil angerufen hatte, unwissend darüber, dass Ravil seine Partnerin aus dem letzten Jahr geschwängert und jetzt ein Neugeborenes hatte, hatte ich angeboten, an seiner Stelle nach D.C. zu kommen.
Und alles wäre perfekt gewesen, wenn nicht Sasha davon gehört und entschieden hätte, dass sie mitkommen wollte.
Maxim hatte ihr natürlich verboten, bei der Roulette-Veranstaltung mitzumachen, hatte dann aber eingewilligt, dass sie Tickets kaufen und zuschauen könnten, wenn Sasha dabei sein wollte.
Als ob das nicht wahnsinnig seltsam werden würde.
Wer kauft denn ein Ticket, um seinem Mitbewohner dabei zuzuschauen, wie er verdorbenen Sex hat?
Meine verdorbenen Freunde anscheinend.
Bljad.

Kayla

Ich fahre dreimal um den Block, um eine Parklücke zu finden, dann springe ich aus meinem zehn Jahre alten Toyota Camry und sprinte auf die Eingangstür meines Wohnhauses zu.
Der Dreh für den Werbeclip, in dem ich mitspiele, hat den ganzen Tag gedauert. Ich war elf Stunden am Set, habe in Stilettos getanzt, während sie Einstellung um Einstellung mit der Hauptdarstellerin gedreht haben, wie sie ihre Haare in den Nacken wirft, an einem Energydrink nippt und wahnsinnig erfrischt aussieht, während ich im Hintergrund Party mache.
Versteh mich nicht falsch, ich bin begeistert, Arbeit zu haben – alles an bezahlten Parts, um in die Gewerkschaft kommen zu können, aber jetzt muss ich die Beine in die Hand nehmen und mich für heute Abend fertig machen.
Für den Abend, wegen dem ich schon seit einem Monat am Ausrasten bin. Black-Light-Roulette.
Ich rausche durch die Wohnung, grüße atemlos meine Mitbewohnerinnen. „Hi – ich bin wieder zu Hause. Springe schnell unter die Dusche. Wenn Sasha hier ist, sagt ihr, ich bin in zwei Sekunden fertig.“
„Sasha ist hiiiiiiieeeer!“, flötet unsere ehemalige Mitbewohnerin aus der Küche. Sie kommt aus der Tür und streckt beide Arme in ein Victory-V aus.
„Sasha!“ Ich werfe die Arme um den Hals unserer ehemaligen Mitbewohnerin, dem russischen Party-Girl, die mit mir zusammen an der USC Schauspiel studiert hat. „Tut mir leid, dass ich so spät dran bin. Ich hatte einen Werbedreh und das hat einfach Ewigkeiten gedauert.“
„Wir haben noch genug Zeit“, sagt sie. „Machen wir uns fertig. Zeig mal, was du anziehen willst. Ich will dein Make-up machen.“ Sie folgt mir in mein Schlafzimmer, zieht ihren Louis-Vuitton-Koffer hinter sich her. Sie ist der Grund, weshalb ich überhaupt zu dem Black-Light-Valentinsroulette gehe.
Vor sechs Wochen hat sie mir erzählt, dass sie mit ihrem heißen, russischen mafiya-Ehemann in der Stadt sein wird, um irgendeine Veranstaltung in einem exklusiven, privaten BDSM-Club zu besuchen. In dem Augenblick, als sie mir das erzählt hat, war es, als ob ein Schalter in mir umgelegt wurde.
Mein Puls beschleunigte sich. Ich konnte nicht aufhören, sie nach Informationen über die Veranstaltung auszuquetschen.
Sie erzählte mir von der Roulette-Veranstaltung des Black Lights, bei dem Paare durch das Drehen des Rads ausgelost werden. Die Aktivitäten der Paare – BDSM-Aktivitäten – werden ebenfalls durch die Roulettekugel bestimmt.
Ich hatte immer Angst vor BDSM – dem Verlangen, dem Begehren danach, sich einem Mann zu unterwerfen. Es war wie etwas, was in den Schatten lauerte, etwas, was ich nicht anzuschauen wagte, aus Angst, es könnte mich zerstören. Wie Teufelsanbetung. Oder ein Selbstmordkult. Es war ein Buch, das ich mich zu öffnen weigerte. Ich las noch nicht einmal den Einband!
Aber plötzlich sprach eine meiner besten Freundinnen völlig zwanglos darüber, als ob es einfach nur eine x-beliebige Veranstaltung sei, und das änderte alles.
Ich konnte nicht aufhören, daran zu denken. Ich brauchte zehn Tage, um die Nerven aufzutreiben, auch wenn ich schon im ersten Augenblick gewusst hatte, dass ich teilnehmen wollte, aber dann rief ich Sasha an und sagte ihr, dass ich mitkommen wollte.
„Ich nehme nicht am Roulette teil“, warnte sie mich. „Maxim hat gesagt, nur über seine Leiche. Er teilt mich nicht. Aber wir werden zuschauen. Willst du mitkommen und mit uns zuschauen?“
„Nein.“ Ich konnte nicht glauben, was ich sagte. „Ich will, ähm, spielen – m-mitmachen. Wie auch immer man das nennt.“
Sasha lachte. „Ich glaube, Spielen ist richtig. Okay, ich finde heraus, wie du dich anmelden kannst. Unser Mitbewohner Pavel macht auch mit. Er wird es wissen.“
Ich erinnerte mich an Pavel von Sashas Hochzeit auf Ibiza. Er war nicht charmant wie Maxim. Er wirkte brutal und gefährlich. Attraktiv, auf eine sehr tödliche Art und Weise.
Sasha hatte mir die Anmeldeunterlagen besorgt und ich glaube auch, Maxim hat ein paar Beziehungen spielen lassen, weil er jemanden kennt, der Mitglied in diesem exklusiven Club ist, und schließlich wurde ich also ausgewählt.
Ich bin nervöser und aufgeregter als vor einer Theaterpremiere.
Eilig springe ich unter die Dusche, wasche mir den Schweiß und das alte Make-up ab. Als ich aus dem Bad komme, hat Sasha ihren geöffneten Koffer auf meinem Bett liegen und steht in Tanga und BH vor dem Spiegel auf meiner Kommode, wo sie sich schminkt.
Ich lächle, weil es sich anfühlt wie früher. Als Sasha nach Russland zurückgegangen ist, haben wir uns eine neue Mitbewohnerin gesucht – Kimberley – und sie ist großartig, aber Sasha war wirklich das Herz des Hauses.
Sie ist furchtlos und lustig – als Tochter eines kontrollierenden Mafiabosses hatte sie gelernt, jede Situation zu ihrem Vorteil auszunutzen. Wenn wir vier zusammen feiern gegangen sind, sind wir in jeden Club reingekommen, haben Drinks spendiert bekommen und haben uns überhaupt unbesiegbar gefühlt. Wir sind unseren Träumen nachgejagt, ohne uns selbst zu ernst zu nehmen. Sogar jetzt noch verinnerliche ich jedes Mal, wenn ich ein Vorsprechen habe, Sashas Selbstbewusstsein. Es ist wie eine weitere Rolle, die ich spiele – eine Rolle, die mir Türen öffnet.
Nie im Leben würde ich ohne sie zu dieser Veranstaltung gehen, und sie dabei zu haben, macht mich mutig.
Ich ziehe das Outfit an, das ich für heute Abend zusammengestellt habe – eine Variante eines Playboy-Häschens. Netzstrümpfe, die mir bis über die Knie gehen. Einen schwarzen Satinslip mit einem Ausschnitt, der den Ansatz meiner Pofalte zeigt. Ein blassrosa und schwarz gestreiftes Korsett.
„Oh verdammt, Mädel. Du siehst heiß aus“, schnurrt Sasha.
Ich kaue unsicher auf meiner Wange herum.
Sasha stößt mich mit ihrem Ellenbogen an. „Lass das. Denk dran, es sind nicht die Kleider, sondern die Art und Weise, wie du sie trägst. Und du könntest alles tragen, wenn du willst.“
Ich atme tief ein, hoffe, mit dem Sauerstoff auch eine Dosis von Sashas Selbstbewusstsein einzusaugen. Ich schaue in den Spiegel und hebe das Kinn – tue solange als ob, bis es wahr wird.
„Vergiss das Publikum oder deinen unbekannten Partner. Gefällt dir, wie du aussiehst?“, fragt Sasha.
Tut es das? Kritisch blicke ich in den Spiegel. Aber ich trage die Sachen nicht meinetwegen. Ich trage sie für ihn. Wer auch immer er am Ende sein wird. Weil es das ist, was ich heiß finde – einem Mann zu gefallen. Ich war schon immer der Typ Frau, die für ihre Dozenten, Regisseure oder Chefs geschwärmt hat. Bei Männern mit Autorität bekomme ich weiche Knie.
„Fühlst du dich sexy? Nur darum geht es.“
Ich stelle mir so einen Mann vor, wie er meinen Ellenbogen nimmt und mir einen strengen Befehl erteilt. Wie ich ihm gehorche. Seine Befriedigung, als sein Blick über meinen Körper gleitet. Meine Nippel werden hart.
Ich nicke. „Ja. Ich fühle mich sexy.“
„Gut. Was willst du mit deinen Haaren machen?“
„Ich weiß nicht. Zöpfe?“
Sasha schüttelt den Kopf. „Nein. Offene Locken. Dann kann er dich an den Haaren ziehen.“ Sie zwinkert mir zu und heizt meinen Lockenstab vor.
Mein Verstand überschlägt sich bei dieser Vorstellung. „Oh mein Gott. Zieht Maxim dich an den Haaren?“
Sashas Grinsen ist unanständig. „Wie ein Boss.“
„Und das gefällt dir? Ich meine, macht dich das nicht wütend?“
„Es macht mich wütend, aber es macht mich auch feucht. Jedes Mal. Er reißt meinen Kopf zurück und dann bedeckt er meinen Hals mit Küssen. Lust und Schmerz.“
Mein Innerstes scheint zu schmelzen. Erbebt.
Oh mein Gott, ich bin so aufgeregt über meine Einweihung in diese Welt.
Ich will weiterfragen, aber es ist mir peinlich. „Also, ähm, … was macht er sonst noch so?“
Sie wirft mir unter ihren Wimpern einen vielsagenden Blick zu. „Alles. Er ist ein regelrechter Teufel.“
Ich denke an all das Verzückende an ihrem Mann. Er ist furchteinflößend – voller Tattoos, die seine Mitgliedschaft in der russischen Mafia signalisieren – und er ist furchtbar besitzergreifend, was Sasha betrifft, aber auch wahnsinnig nachsichtig mit ihr. Sein Gesicht wird ganz weich, wenn er sie anschaut.
Mein Herz schlägt schneller. Ich will auch so einen russischen Teufel.
Sasha ist fertig mit ihrem Make-up und zieht ihre roten Haare in einen Ariana-Grande-Knoten oben auf ihren Kopf, sodass der lange Pferdeschwanz in langen, dicken Strähnen über ihre Schultern fällt.
Sie deutet auf den Stuhl vor meiner Schminkkommode. „Setz dich.“
Ich lasse mich auf den Stuhl fallen und sie dreht mir Locken, während ich mir Foundation auftrage. Als sie mit meinen Haaren fertig ist, kümmert sie sich um den Rest meines Make-ups, lässt meine Augen auf irgendeine magische Art und Weise zweimal so groß erscheinen, ohne dass das Make-up zu schwer wirkt.
„Hast du Hunger? Wir sollten noch was essen, bevor wir losgehen.“ Sasha zwängt sich in ein schwarzes Bustierkleid.
„Ja, wir sollten unbedingt in diesem Aufzug Tacos essen gehen.“
Sie lacht. „Wir könnten was liefern lassen. Wie viel Uhr ist es?“ Sie schaut auf ihr Handy. „Mist! Ich glaube, wir haben keine Zeit. Wir müssen los, falls es viel Verkehr gibt.“ Sie schlüpft in ein Paar kniehohe Lederstiefel mit acht Zentimeter hohen Absätzen.
Ich zwänge meine Füße in ein Paar schwarze Stilettos und meine armen Füße schreien, nachdem sie schon den ganzen Tage in Absatzschuhen herumgelaufen sind.
„Wie bist du hergekommen? Soll ich fahren?“
„Draußen sollte ein Wagen auf uns warten. Maxim war nicht gerade begeistert davon, dass wir alleine dort hinfahren, aber er muss sich auch um einen russischen Diplomaten kümmern, der heute Abend ebenfalls dort sein wird. Ein Auto mit einem Fahrer war also seine Lösung für dieses Dilemma.“
Sasha klappt ihren Koffer zu und wir schlüpfen beide in lange Mäntel, die unsere Anziehsachen verbergen, bevor wir gehen.
Wir rufen den anderen Bewohnerinnen eine Verabschiedung zu und treten vors Haus, wo eine Lincoln-Limousine am Bürgersteig auf uns wartet.
„Ich kann nicht glauben, dass ich das wirklich mache“, murmle ich.
„Kayla“, sagt Sasha, nachdem wir beide auf der Rückbank Platz genommen haben. „Du machst das für dich – für niemanden sonst. Geh da nicht hin, um irgendeine Vorstellung abzuliefern. Bringe ihn dazu, für dich abzuliefern.“
„Aber ich bin die Sub.“
„Ja, und deine Aufgabe ist einfach. Du empfängst – er liefert. Aber du bist nicht für ihn da. Du bist nur für dich dort. Vergiss das nicht. Letzten Endes geht es nur um deine Befriedigung. Du wirst diesen Typen nie wieder sehen. Geh mit der Erwartung an diesen Abend ran, das zu bekommen, was du haben willst.“
Ich lehne meinen Kopf an die Nackenstütze, meine Lider flattern vor Verlangen und Verwirrung.
Für gewöhnlich bin ich niemand für One-Night-Stands. Ich bin jemand, der sich bindet. Sofort. Was ein Problem ist. Vermutlich der Grund dafür, weshalb ich keinen Freund habe. Ich schrecke sie ab.
Aber ich werde das hinkriegen.
Wie Sasha schon gesagt hat – es geht um mich, nicht um sie.
Daran muss ich mich nur erinnern.

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