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Gefährliche Liebe Buch 2

Autor:in
K. Dillon
Gelesen
60.8K
Kapitel
18
Autor:in
K. Dillon
Gelesen
60.8K
Kapitel
18
😱Thriller💍Arrangierte Ehe🎭Drama🏍️Bad Boys⚔️Feinde zu Liebenden🏙️Zeitgenössisch💪🏻Beschützer💰Milliardäre💪🏻Alpha-Männchen⚔️Action & Abenteuer🕵️Krimi & Mystery🔫Mafia🖤Dunkel🔒Erzwungene Nähe🤨Fake-Dating

Tia findet sich als Gefangene des rätselhaften und mächtigen Darius wieder, der sie als Sicherheit für die Schulden ihres Bruders beansprucht. Während sie sich in ihrem neuen Leben unter seiner Kontrolle zurechtfindet, entdeckt Tia Schicht um Schicht aus Täuschung, Gefahr und unerwarteter Leidenschaft. Währenddessen kämpft ihre Cousine Siena mit ihrem eigenen turbulenten Liebesleben und den mysteriösen Umständen von Tias Verschwinden. Während Geheimnisse ans Licht kommen und die Spannung wächst, müssen beide Frauen sich ihren tiefsten Ängsten und Sehnsüchten stellen, in einer Welt, in der Loyalität und Verrat zwei Seiten derselben Medaille sind.

Kapitel Eins

Buch Zwei:The Boss

„Der Boss hat Tia, Sienas Cousine, mitgenommen, um die Schulden ihrer Familie zu begleichen.
Kann Siena helfen? Und kann Siena über ihre erste Liebe hinwegkommen, nun da sie weiß, dass er ein gewalttätiger Auftragskiller ist?“

Tia

Ich war schon immer die Stille, die Schüchterne. Mich vor der Welt zu verstecken fühlte sich für mich sicher an. Früher beobachtete ich gerne Menschen und versuchte zu verstehen, wie sie ticken.
Leute, die im Park spazierten, die Frau vor mir in der Schlange im Café. Es machte mir Spaß herauszufinden, was in den Köpfen der Menschen vorging, indem ich ihr Verhalten beobachtete.
Als wir hierherzogen, konnte ich kaum English. Jetzt? Ich beherrsche es wie meine Muttersprache. Ich bin selbstsicher geworden. Meine Cousine Siena und ich hatten es nicht leicht, aber wir haben uns durchgebissen. Wir wurden zu starken Frauen, die wissen, was sie wollen.
Mit einem Blick konnte ich einen Menschen schnell durchschauen. Ich studierte Psychologie, aber meine Kurse bereiteten mich nicht auf den Schurken vor, der mich entführt hat.
Genau, gefangen. Der Mann, den sie den Boss nennen, hat mich aus meinem Zuhause verschleppt und in sein Haus gebracht. Ich weiß immer noch nicht warum. Das letzte Mal, dass ich ihn sah, war, als ich in seinem Haus aufwachte und jetzt...
Wie lange bin ich schon hier? Einen Monat, vielleicht zwei?
Jedes Mal, wenn ich darum bitte, diesen ach so tollen Boss zu sehen, erzählen mir seine Handlanger, er sei nicht da oder geschäftlich unterwegs.
Noch schlimmer ist, dass er zwei Gorillas abstellt, um mich zu bewachen. Diese beiden Bodyguards sind nicht gerade die Hellsten. Ach, ich will hier einfach nur raus.
Ich wünschte, ich könnte mit Mama und Papa sprechen, und mit Siena. Ihnen sagen, dass es mir gut geht. Dieses Monster hat mich noch nicht angefasst, aber wie er mich angesehen hat, als ich entführt wurde - ich weiß, dass es nur eine Frage der Zeit ist.
Er kann nur so lange beschäftigt sein, bis er sich daran erinnert, dass er mich hier hat, wie ein Haustier. Nur Gott weiß, was er mit mir vorhat.
„Tia, das Frühstück ist fertig.“
Ich drehe mich zur Haupthaushälterin dieses Anwesens um, sie ist diejenige, die hier den Laden schmeißt. Sie hat mir Kleidung gegeben, mich ernährt und mich einigermaßen bei Verstand gehalten.
Ihr sommersprossiges Gesicht hat viele Lachfalten, ihre tiefe Stimme ist stark und selbstsicher.
„Ich habe heute Morgen keinen Hunger, Fiona.“
„Papperlapapp. Du solltest es besser wissen, als Essen abzulehnen. Manche Menschen haben nichts zu essen und du bist nicht dankbar.“ Fiona runzelt die Stirn, als sie das Zimmer betritt, in dem ich lebe.
Sie zieht die Vorhänge weit auf und seufzt, als sie sieht, wie ich auf meine Finger starre.
„Dann solltest du vielleicht das ganze Essen Menschen geben, die es wirklich brauchen“, sage ich leise und spüre ihren Blick auf mir.
„Tia.“ Sie spricht sanft. Ich schaue sie durch meine Wimpern an. „Ich weiß, dass das schwer für dich ist, aber es gibt immer einen Grund für solche Dinge. Der Boss ist ein guter Mann, er behandelt uns gut.“
„Was soll das überhaupt heißen? Warum hat er mir nicht einfach einen Job gegeben? Ich würde lieber für ihn arbeiten, dann hätte ich mehr Grund, hier zu sein.
„Im Moment weiß ich nicht einmal, was er von mir will. Ich bin hier, weil mein Bruder seine Schulden nicht zurückzahlen konnte. Er hat mich entführt, Fiona! Klingt das für dich nach einem guten Mann?“
Ich höre, wie Fiona tief Luft holt, bevor sie an der Tür stehen bleibt. „Ich weiß nicht, was ich dir sagen soll“, seufzt sie. „Ich weiß nur, dass er bald zurück sein wird.“
„Toll, da freu ich mich ja schon drauf.“ Ich klatsche spöttisch und lasse mich zurück auf das sehr bequeme Bett fallen, das ich hassen möchte, aber es ist einfach so weich. Es ist besser als diese schreckliche alte Matratze, auf der ich jahrelang geschlafen habe.
„Komm einfach runter zum Früh-“
„Nein.“
„Tia, ich habe-“
„Ich bin nicht sein Spielzeug!“
Fiona dreht sich um und kommt auf mich zu; ihre warme Hand berührt meine gerötete Wange. Ich schaue zu ihr auf und sehe einen Hauch von Traurigkeit, aber sie überspielt es schnell mit einem Lächeln.
„Natürlich bist du kein Spielzeug. Wenn er nach Hause kommt, kannst du mit ihm über seine Pläne für dich sprechen. Du kannst ihn bitten, dich gehen zu lassen.“
Ich betrachte ihr Gesicht, sehe aber nur einen freundlichen Ausdruck. Ich möchte glauben, was sie sagt, aber es ist nicht so einfach. Ich glaube wirklich nicht, dass er mir zuhören wird. Er hat all unsere Schulden erlassen, nur um mich zu seiner Gefangenen zu machen.
Ich betrachte mich im Spiegel; meine dunkelbraunen Locken sind zu einem unordentlichen Dutt auf meinem Kopf zusammengebunden. Ich nehme die Spange heraus und beginne, das Durcheinander zu entwirren.
Ich sehe die beiden Gorillas am Fuß der Treppe; sie versteifen sich beide, als ich vorbeigehe.
Was auch immer sie besprochen haben, hört auf, als ihre Gesichter ausdruckslos werden. Ihre Augen folgen mir, als ich zum großen Frühstückstisch gehe.
„Worüber habt ihr geredet?“ Ich hebe eine Augenbraue, als sie sich unbehaglich bewegen und wie üblich schweigen.
„Idioten“, murmle ich, als ich mich setze.
Einer der Wächter namens Vincent kommt näher, bis er nur einen Schritt von mir entfernt steht. Er räuspert sich und scharrt etwas mit dem Fuß.
„Eine Nachricht vom Boss.“ Er beginnt, seine hellen Augen starr geradeaus gerichtet. „Er möchte morgen Abend mit Ihnen zu Abend essen.“
„Ha... nein.“ Ich sage es tonlos. „Sag deinem Boss, dass ich niemals mit ihm zu Abend essen werde. Er kann mich mal!“
Vincent dreht sich zu dem anderen Wächter namens Blane um. Blane nickt ihm zu und scheint am Telefon zu sprechen. Verdammt, ist das der Boss am Telefon?
Ich beobachte, wie Blane Vincent einen ernsten Blick zuwirft, bevor er sein Handy wieder einsteckt. Er kommt langsam auf mich zu.
„Sie werden tun, was der Boss sagt. Er ist kein geduldiger Mann.“
Ich lache, als eine andere Haushälterin ein Tablett mit Essen hereinbringt. „Er ist nicht geduldig, aber er erwartet von mir, dass ich es bin?“ Ich stehe auf und zeige wütend mit dem Finger auf Blane.
„Denk ja nicht, dass ich Angst vor diesem Entführer habe. Ich wurde hier gegen meinen Willen festgehalten. Wartend, verdammt geduldig, wenn du mich fragst.“
Blane schaut auf den Finger, der auf ihn zeigt. „Sie werden morgen Abend mit dem Boss zu Abend essen. Fiona, mach sie fertig.“ Damit dreht er sich um und verlässt den Raum.
„Dein Boss kann mich mal.“
Ich höre Blane lachen, bevor er sich umdreht.
„Du bist wirklich ein dummes kleines Mädchen. Der Boss kommt aus der Hölle.“
Ich hole scharf Luft. Fionas Hand drückt auf meine Schulter und ich zucke zusammen. Ich kann nicht glauben, dass mir das passiert. Ich fühle mich, als steckte ich in einem Albtraum fest.
Ja, es könnte schlimmer sein. Ich habe Essen, Kleidung, alles, was ich vorher nie hatte. - aber er wird zurückkommen, und ich weiß nicht, was er von mir will.
„Ich. Habe. Keinen. Hunger.“ Ich sage es wütend, meine Augen füllen sich mit Traurigkeit und Angst. Ich stehe auf und gehe in das einzige Zimmer, in dem ich mich ein wenig sicher fühle. Ich lasse mich aufs Bett fallen, während meine Tränen schnell fließen.
Mein weiches Kissen wird unter mir nass.
Ich stecke in der Klemme.

Siena

„Verdammt! Sarah, gib mir noch einen Drink.“
Ich höre Sarah kichern, während sie Wodka in mein Glas nachschenkt.
„Ich glaube, du brauchst einfach mal wieder einen Mann“, meint sie und nippt an ihrem eigenen Wodka-Soda.
„Ja“, nuschle ich. „Aber schau dir doch mal die Typen hier an.“ Ich deute auf die vielen Männer in der überfüllten Bar um uns herum.
Sie schauen zu mir rüber. Einige starren mich begehrlich an. Das tun die meisten normalerweise. Aber keiner dieser Angsthasen traut sich, zu mir zu kommen, mich zum Tanzen aufzufordern oder mir einen Drink zu spendieren.
Nicht nach dem, was beim letzten Mal passiert ist, als es einer versucht hat. Jetzt haben sie alle die Hosen voll. Alles Feiglinge.
„Hast du von ihm gehört?“, reißen mich Sarahs Worte aus meinen Gedanken.
„Nein“, antworte ich. „Kein Wort von ihm.“ Ich versuche, den traurigen Unterton in meiner Stimme zu verbergen. Hoffentlich übertönt die Musik das.
„Du hast also nichts von ihm gehört, aber irgendwie haben alle gutaussehenden Singles in der Stadt Schiss, dich anzusprechen?“ Sarah versucht, ihr Grinsen hinter ihrem großen Glas zu verstecken.
„Ich weiß nur, dass der letzte Kerl, mit dem ich getanzt habe, dafür büßen musste. Jetzt wissen alle, dass jeder, der mich auch nur mit dem kleinen Finger berührt, genauso enden wird.“ Ich lehne mich wie ein bockiges Kind in meinem Stuhl zurück.
„Du vermisst ihn, oder?“
„Nein!“, sage ich schnell. Zu schnell. „Verdammt! Gib mir noch einen Drink.“
„Nichts mehr für dich, Siena. Musst du morgen nicht arbeiten?“
„Ja, wir bereiten uns auf die Show am Wochenende vor.“
„Wie ist es so, für Julia zu arbeiten?“
„Es ist super!“ Ich lächle. „Wie geht's Asher?“
Sarahs Gesicht strahlt auf, und ich kann nicht anders, als noch breiter zu grinsen. „Er ist“, sie seufzt. „Er ist einfach perfekt, Siena. Seine Gesundheit ist gut, und er ist so romantisch.“ Ihr Lächeln verblasst.
„Gibt's was Neues darüber, wo Tia steckt?“
„Nein, nichts seit dem Zettel, den meine Tante gefunden hat, auf dem stand, dass sie auf Reisen ist. Ich weiß, dass sie schon lange davon geträumt hat, und sie hat immer gesagt, dass sie eines Tages die Biege machen würde.
„Ich meine, es klingt nach etwas, das sie tun würde, aber ich dachte, sie würde sich wenigstens bei mir melden.“ Ich schüttle den Kopf und starre in mein Glas.
„Ich weiß nicht, ich will glauben, dass es ihr gut geht, aber manchmal liege ich nachts wach und frage mich, wo sie ist. Wenn sie wirklich auf Reisen ist und die Welt sieht, freue ich mich für sie.“
Ich hebe mein Glas und stoße mit Sarah an.
„Okay... ich geh tanzen.“ Ich stehe auf und stolpere fast, bevor ich mich fange. Ich schlendere zur Tanzfläche, mein enges schwarzes Kleid glitzert. Mein Haar fällt locker herab, als ich es zurückwerfe.
Ich spüre, wie mich alle anstarren; ich habe schon immer viel Aufmerksamkeit für mein Aussehen bekommen. Meine Hüften wiegen sich zur Musik, meine Augen verengen sich, als ich mich tief hinunterbeuge und meinen Hintern herausstrecke, wenn ich wieder hochkomme.
Ja, dieser Move zieht immer die Blicke dieser Trottel auf sich. Aber es gibt nur einen Mann, nach dem ich Ausschau halte, nur einen, den mein Herz begehrt – aber er soll nicht mir gehören.
Amor hat mir einen üblen Streich gespielt.
Ich lasse mich gehen und tanze zur Musik. Der Alkohol fließt durch meinen Körper; ich schließe die Augen. Sein Gesicht erscheint vor meinem inneren Auge, ich beiße mir auf die Lippe.
Nein. Ich werde nicht weinen. Bitte weine nicht. Ich schaffe es, zu Sarah zu torkeln. „Ich will nach Hause“, sage ich mit schwacher Stimme.
„Komm, ich bring dich heim.“
Sarah schafft es, meinen müden Körper in mein Schlafzimmer zu bugsieren und legt mich aufs Bett.
„Andy“, ruft sie, bevor mein verschlafener Mitbewohner hereinkommt.
Andy lacht, als er näher kommt. „Mädels... die ist ja völlig dicht!“
„Kannst du dich von hier an um sie kümmern?“, fragt Sarah, ihre Augen noch immer besorgt auf mich gerichtet.
„Mädel, geh nach Hause zu deinem Mann, ich krieg das hier schon hin.“ Er zieht mir die Schuhe aus und deckt mich zu.
„Bis bald, Schätzchen. Danke für den lustigen Abend“, sagt Sarah. Ich spüre, wie sie mich auf die Wange küsst, bevor sie geht.
„Also bringst du Sarah nach Hause statt eines Kerls.“ Andy schüttelt den Kopf, er nimmt ein Abschminktuch und beginnt, mein Gesicht zu reinigen.
„Verscheucht Alec immer noch alle?“
„Ugh, sag seinen Namen nicht.“ Ich stöhne.
„Tut mir leid.“ Andy hebt die Hände, als würde er aufgeben. „Schlaf jetzt, wir müssen morgen früh für das Fashion-Shooting raus.“
Ich gebe einen undefinierbaren Laut von mir, bevor alles schwarz wird und ich einschlafe.

Tia

Ich betrachte mich und das alberne Kleid, das ich tragen muss. Ich mache das nur, weil ich so lange darauf gewartet habe, ihn zu sehen. Ich will Antworten.
Das ist meine Chance, und ich wäre schön blöd, sie nicht zu nutzen.
Ich trage etwas klaren Lipgloss auf. Mein Herz rast. Ich habe keine Ahnung, was mich erwartet.
Ich spüre, dass er zurück ist; die Dienstmädchen sind geschäftiger, das Haus wirkt lebendiger. Alle sind in Aufruhr, als ich heute zum ersten Mal mein Zimmer verlasse.
Ich bleibe vor den großen Türen zum Esszimmer stehen; zwei bullige Wachen stehen davor.
„Wollt ihr die Tür aufmachen oder einfach wie zwei große Pappnasen rumstehen?“
Ich höre, wie ein Dienstmädchen sich das Lachen verkneifen muss. Sie huscht in die Küche, und ich schaue zurück zu Vincent und Blane.
Blane öffnet die Türen. „Viel Glück“, sagt er, bevor er mich hineinschubst und die Tür schließt, genau wie bei meiner ersten Begegnung mit dem Boss.
Es ist mucksmäuschenstill, als ich den dunklen Raum mustere; der Tisch ist voll mit seltsamen Speisen. Der Geruch lässt meinen Magen knurren.
„Setz dich“, sagt eine tiefe Stimme. Ich sehe seine dunklen Augen, die mich anstarren.
Er sieht verdammt gut aus, aber auch bedrohlich. Ich erschaudere und will zu einem Platz weit weg von ihm gehen.
„Nicht da, Kätzchen“, sagt er, und ich bleibe wie angewurzelt stehen. Das weiße Kleid, das ich trage, wirbelt um mich, als ich auf ihn zugehe.
Ich sehe, dass der Stuhl neben ihm herausgezogen ist.
Ich setze mich und blicke ihm in die Augen. Wir schweigen eine gefühlte Ewigkeit und es ist zum Aus-der-Haut-Fahren.
Ich will nicht wegschauen, aber seine Augen bohren sich so intensiv in mich, dass ich das Gefühl habe, zu verbrennen.
„Warum bin ich hier?“, frage ich schließlich mit zusammengebissenen Zähnen. Die Stille ist so unerträglich, dass ich immer mehr auf hundertachtzig komme.
Er lehnt sich zurück und mustert mich. Er wirkt interessiert, dann gelangweilt. Ich kann keinen klaren Gedanken fassen, wenn er so nah ist.
Ich habe jeden Tag an dieses Gespräch gedacht, gehofft, ich würde die Chance bekommen und jetzt ... ist mein Kopf wie leergefegt, mein Körper taub.
„Warum bin ich hier?!“, frage ich nochmal, lauter und wütender als zuvor.
Der Boss isst seelenruhig eine Olive, immer noch schweigend, immer noch beobachtend. Was soll das?
Ich springe auf, schwer atmend. Wenn er mir nicht antworten will, muss ich nicht hier sitzen und sein Starren ertragen. Als wäre ich irgendein Spielzeug.
„Du bist hier, weil ich es so will. Jetzt. Setz. Dich.“ Er sagt es ruhig und blickt gelangweilt auf das Essen.
„Warum?“, flüstere ich.
„Dafür kannst du dich bei deinem Bruder bedanken.“
„Ich hasse Mario, ich habe nichts mit ihm am Hut. Warum muss ich wegen ihm büßen?“, sage ich verzweifelt.
„Du büßt nicht“, sagt er emotionslos. Er sieht mich wieder an und es verschlägt mir fast den Atem. „Inwiefern büßt du?“ Er hebt leicht eine Augenbraue.
„Ich ...“, ich zögere. „Du hast mich gegen meinen Willen mitgenommen, das geht gar nicht.“
„Du gehörst jetzt mir.“
Ich springe wieder auf und hoffe, dass mein Gesicht meine Wut zeigt.
„Ich gehöre dir nicht. Du besitzt mich nicht!“
„Setz. Dich.“ Sein Kiefer spannt sich an, seine Augen bleiben auf dem Tisch.
„Nein“, ich zittere und gehe auf die Türen zu. Ich drehe mich um, um ihn anzusehen. „Ich bin hergekommen, um Antworten von dir zu bekommen. Du hast mir nichts gegeben, genau wie ich es geahnt habe.“
Meine Augen füllen sich mit Tränen.
Natürlich sind die Türen verschlossen. „Macht die Tür auf“, schreie ich und hämmere gegen die harten Türen. Jetzt bin ich richtig auf hundertachtzig.
Ich drehe mich um, renne zum Tisch, schnappe mir ein Fleischmesser und gehe auf den selbstgefälligen Kerl zu, der immer noch auf seinem Platz sitzt.
Er rührt sich nicht, zeigt nicht mal einen Hauch von Überraschung oder Angst, als ich das scharfe Messer auf ihn richte.
„Lass mich gehen“, fordere ich und versuche, meine zitternden Hände ruhig zu halten. Ich spiele nicht, ich werde ihn wirklich verletzen.
Der Boss leckt sich genüsslich etwas Essen vom Finger und sieht mir in die Augen. Als wäre die Waffe, die ich auf ihn richte, nicht echt. Ich muss hinsehen, um sicherzugehen, dass ich sie wirklich halte.
Meine Brust hebt und senkt sich immer noch schnell, ich fühle mich aufgedreht und verängstigt.
Er lehnt sich in seinem Stuhl zurück und ich sehe, wie sich seine Lippen zu einem Lächeln verziehen. Seine Augen blicken immer noch in meine.
„Du hast mehr Mumm als einige meiner eigenen Männer.“ Ich höre, dass er das amüsant findet.
Ruhig steht er auf und bevor ich's kapiere, hat er mein Handgelenk gepackt, das, das das Messer hält. Er richtet es auf sein Herz und drückt es leicht hinein.
Ich verziehe das Gesicht, als ich sehe, wie das Blut aus seinem sauberen weißen Hemd sickert. Er ist ja wohl nicht ganz dicht!
„Viele haben es versucht und sind gescheitert, Kätzchen. Nur zu, wenn du mich umbringen willst ... drück hier weiter.“ Seine große Hand lässt meine los und lässt das Messer in seiner Haut durch seine Kleidung stecken. Meine Augen werden tellergroß.
Sein riesiger Körper ragt über mir auf, während ich zittere, meine Lippe bebt und ich mein Bestes tue, um das Messer weiter zu halten. Ich öffne den Mund, um zu sprechen, aber es kommt nichts raus, ich bin wie versteinert, völlig verwirrt.
Ich bemerke kaum sein tiefes Lachen, bevor ich herumgedreht werde, mit dem Rücken an seine Brust gepresst, das Messer nun in seiner Hand.
Die Klinge gleitet langsam über meinen Hals, ich gebe einen Laut von mir bei dem Gefühl. Mein Körper erschauert, als das kalte Metall zwischen meine Brüste gleitet.
Ich spüre seinen Atem an meinem Ohr, mein Herz schlägt wie wild. Vorsichtig bewegt er das Messer zu meinen Brustwarzen, sie verhärten sich. Natürlich verhärten sie sich.
Meine Wangen werden knallrot vor Verlegenheit. Ich spüre, wie sein Lachen durch meinen Körper vibriert.
„Entspann dich, Kätzchen. Ich werde dich nicht anfassen.“ Er wirft das Messer zurück auf den Tisch und lässt mich los. Ich falle fast zu Boden. Ich bin gerade total durch den Wind.
„Noch nicht.“ Er dreht sich zu mir um, seine Lippen verziehen sich. Meine Augen wandern zu seiner Brust, seinem verschmierten Hemd. Er folgt meinem Blick und kommt näher, während ich vor ihm zurückweiche.
„Ich werde mich um dich kümmern, wenn du in einer ...“ Er blickt auf den Tisch. „Besseren Stimmung bist.“
Er dreht sich um.
„Wie heißt du?“, flüstere ich. Nicht sicher, ob er mich gehört hat. Er hält inne, bevor er sich zu mir umdreht, dann öffnet er sein Hemd. Meine Augen wandern zu dem tiefen Schnitt auf seiner Brust. Ich zucke zusammen, als ich ihn sehe.
Er bleibt still, nimmt das Messer wieder in die Hand und hält es über eine der Kerzenflammen.
„Du kannst mich Boss nennen.“
„Aber ... du hast einen Namen.“
Er dreht das Messer über der offenen Flamme, der Rauch steigt in die Luft, während die Klinge heißer und heißer wird.
„Ja, Kätzchen, ich habe einen Namen.“
„Ich auch, es ist Tia, nicht Kätzchen.“ Ich runzle die Stirn.
Ich höre ein weiteres tiefes Lachen von seinen perfekten Lippen, als er die heiße Klinge anhebt und sie flach auf den tiefen Schnitt legt. Das zischende Geräusch und der Rauch überraschen mich, aber ich kann nicht wegsehen.
Er sieht überhaupt nicht aus, als hätte er Schmerzen, er könnte genauso gut ein Bild malen. Nicht seine verwundete Haut verbrennen.
Nach einer gefühlten Ewigkeit nimmt er das Messer weg und wirft es beiseite. Die Wunde scheint geschlossen zu sein. Seine großen Muskeln bewegen sich bei jeder Bewegung.
Ich starre so lange, dass ich nicht mitkriege, wie nah er jetzt bei mir ist.
Ich keuche auf und versuche zurückzuweichen, aber er packt meine Taille. „Verdammt, lass mich los!“, schreie ich.
Er bewegt seinen Kopf, sodass seine Lippen an meinem Ohr sind, ein Gefühl wie Elektrizität durchfährt meinen Körper, als er sie gegen mein Ohr streift.
„Darius“, flüstert er. Mein Körper zittert, als er mich festhält. „Sag es.“
Ich gebe einen Laut von mir, als er meine Taille fester hält. „Sag es“, wiederholt er und sieht mir so tief in die Augen, dass ich das Gefühl habe, er könne meine Gedanken lesen.
„Darius“, sage ich langsam und beobachte, wie sich seine Lippen öffnen, als er seinen Namen hört.
Er lässt mich wieder los, und ich sehe zu, wie er aus dem Esszimmer geht. Ich atme aus, das war verdammt intensiv.
Mein Verstand ist völlig verwirrt, ich fühle mich benommen und taub. Ich weiß immer noch nicht, warum ich hier bin. Ich habe nur eine klare Antwort bekommen.
Darius.

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