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Cover image for Mehr als ein Spiel Buch 1: Mehr als ein Spiel

Mehr als ein Spiel Buch 1: Mehr als ein Spiel

Autor:in
Anne Laura van Rooij
Gelesen
17,6K
Kapitel
35
Autor:in
Anne Laura van Rooij
Gelesen
17,6K
Kapitel
35
🏈Sportgeschichten👱🏽‍♀️Teenager🔺Love Triangle😊Sauber🏃🏿‍♂️Sportler👩🏽‍🎓Studierende🏙️Zeitgenössisch💕Romantik🏈American-Football-Spieler👩‍❤️‍💋‍👨 Young Adult

Tessa Hartwell hat ihre Highschool-Zeit damit verbracht, unter dem Radar zu bleiben, fokussiert auf ihre Zukunft und fernab von jeglichem Football-Drama – bis Zane Mercer, der Star-Quarterback der Schule und notorische Flirter, beschließt, dass sie seine Aufmerksamkeit verdient. Charmant, ehrgeizig und schwer zu ignorieren, ist Zane es nicht gewohnt, ein Nein zu hören. Doch gerade als Tessa beginnt sich zu fragen, ob mehr hinter ihm steckt als sein arrogantes Grinsen, tritt Logan Carter – der Quarterback der Rivalen-Schule – in ihr Leben. Einfühlsam, beständig und in der Lage, hinter ihre Mauern zu blicken, bringt Logan alles durcheinander. Während der Homecoming-Ball näher rückt, Freundschaften auf dem Spiel stehen und die ganze Schule zusieht, muss Tessa sich entscheiden.

Die eine Regel, von der ich nie dachte, dass ich sie brechen würde

TESSA

Es gab zwei Dinge, von denen ich geschworen hatte, sie in der Highschool niemals zu tun. Erstens: mich in einen Footballspieler verlieben. Zweitens: mich in die Welt der beliebten Jungs und des Homecoming-Dramas hineinziehen lassen.
Und doch stand ich nun hier, mitten im Chaos der Westbridge High, und sah zu, wie Zane Mercer – der Star-Quarterback der Schule und ein absoluter Flirt – mir sein typisches Grinsen zuwarf, als würde ihm die ganze Welt gehören.
Und das Schlimmste daran? Ich fühlte etwas.
Es war nur ein kurzer Moment, kaum spürbar, aber er reichte aus, um mein Herz blöd stolpern zu lassen – etwas, das ich sofort wieder rückgängig machen wollte, denn ich kannte seinen Typ.
Zane Mercer war die Art von Typ, der Herzen wie Trophäen sammelte. Er war der Name, der auf den Fluren geflüstert wurde, der Typ, dem ein ganzer Block auf der Tribüne gewidmet war, in dem Mädchen saßen, die sein Trikot trugen, der Junge, der jeden Raum betreten und sofort im Mittelpunkt stehen konnte, ohne sich dafür anstrengen zu müssen.
Und ich? Ich war einfach nur Tessa Hartwell. Ich gehörte weder zu den Cheerleadern noch zu den absoluten It-Girls, hatte keine lange Liste von Ex-Freunden und war nicht dafür bekannt, irgendetwas anderes zu sein als … ich selbst.
Ich mochte meine Bücher, meinen Job im Café und meine ruhige kleine Ecke in der Welt, in der ich nicht um die Aufmerksamkeit von irgendwem kämpfen musste. Als Zane sich also mit verschränkten Armen und einem frechen Grinsen an meinen Spind lehnte, wusste ich sofort, dass das Ärger bedeutete.
„Hartwell“, zog er den Namen in die Länge. Seine Stimme klang dabei sehr amüsiert. „Stalkst du mich?“
Ich sah ihn nicht einmal an. „Oh, ja. Auf jeden Fall. Ich wache jeden Morgen auf und denke: ‚Wie kann ich meinen ganzen Tag nach Zane Mercer richten?‘“
Sein Grinsen wurde breiter. Er wirkte völlig selbstsicher und schelmisch. „Schmeichelhaft“, sagte er.
Ich schlug meinen Spind mit einem Knall zu und warf mir meinen Rucksack über die Schulter. „Wunschdenken.“
So lief es immer ab. Seit der zehnten Klasse, als Zane zum ersten Mal seinen Charme bei mir versucht hatte und kläglich gescheitert war, hatten wir uns auf dieses komische, unausgesprochene Spiel eingelassen: Er flirtete. Ich ließ ihn abblitzen. Er grinste frech. Ich rollte mit den Augen. Und das Universum blieb genau so, wie es sein sollte.
Das dachte ich zumindest. Bis heute.
Denn heute war er nicht nur sein übliches, flirtendes und nerviges Ich; heute lag noch etwas anderes in seinen Augen – ein Funken Neugier, als wäre ich ein Rätsel, das er genau jetzt lösen wollte. Und das gefiel mir nicht. Ganz und gar nicht.
An der Westbridge High gab es eine ungeschriebene Regel für den Umgang mit Footballspielern. Regel Nummer eins: Stelle auf dem Flur niemals Blickkontakt her. Für sie ist das im Grunde eine Einladung zum Flirten.
Regel Nummer zwei: Sarkasmus ist ihre Sprache der Liebe. Lass dich nicht darauf ein. Ernsthaft. (Es sei denn, du bist ich. Bei mir ist Sarkasmus offensichtlich ein Reflex, den ich nicht kontrollieren kann.)
Regel Nummer drei: Wenn ein Footballspieler, besonders der Quarterback, mit dir redet, mach dich auf etwas gefasst – dein Leben wird dann nämlich unnötig kompliziert. Und Zane Mercer war der schlimmste von allen.
Er hatte diese besondere Art an sich, jedem das Gefühl zu geben, der Mittelpunkt des Universums zu sein – zumindest für etwa fünf Minuten. Und dann zog er genauso schnell zur Nächsten weiter. Ich hatte nicht vor, die fünfminütige Ablenkung von irgendjemandem zu sein.
Genau deshalb ignorierte ich, wie sein freches Grinsen meinen Bauch kribbeln ließ, und konzentrierte mich nur darauf, so schnell wie möglich von dort zu verschwinden. Ich machte einen Schritt in Richtung Bibliothek. Nur einen einzigen.
Aber dann schoss sein Arm vor und versperrte mir den Weg, als hätte er jedes Recht dazu. „Moment mal.“ Seine Stimme klang locker und neckisch. „Wo brennt's denn?“
Ich kniff die Augen zusammen und sah ihn an. „Es brennt, weil ich versuche, ganz schnell aus diesem Gespräch zu verschwinden.“
Zane grinste nur. „Zu dumm. Ich bin heute in Plauderstimmung.“
Natürlich war er das. Ein paar Mädchen gingen flüsternd vorbei, und ich konnte spüren, wie sich ihre Blicke in mich bohrten.
Das war genau die Art von Situation, die ich eigentlich vermeiden wollte, aber Zane war das völlig egal. Er war nun mal Zane und blühte bei Aufmerksamkeit erst richtig auf.
Ich verschränkte die Arme. „Was willst du, Mercer?“
Er musterte mich für eine Sekunde. Dann sagte er: „Homecoming.“
Ich blinzelte. „Was?“
„Homecoming“, wiederholte er. „Geh mit mir dorthin.“
Von all den Dingen, die ich von ihm erwartet hatte, war das ganz sicher keines. Ich starrte ihn an. Er grinste frech. Ich starrte ihn noch eindringlicher an.
Das war ein Scherz. Das musste es einfach sein. Zane Mercer fragte Mädchen nicht auf diese Weise, ob sie mit ihm zum Homecoming gehen.
Öffentlich? So ganz nebenbei? Vor all den anderen Leuten? Nein. Er machte normalerweise eine riesige Show daraus und stand auf große Gesten.
Das bedeutete … das hier war nicht echt. Es war nur ein Spiel, und ich würde ganz sicher nicht mitspielen.
„Kein Interesse.“
Er legte den Kopf schief. Es wirkte, als hätte ich gerade eine Fremdsprache gesprochen. „Komm schon, Hartwell. Es ist doch nur ein Tanz.“
„Ja, und ich sage einfach nur nein.“
Seine Lippen zuckten. „Ich glaube, du hast Angst.“
Ich zog eine Augenbraue hoch. „Angst wovor?“
„Angst davor, dass du tatsächlich Spaß haben könntest.“
Ich schnaubte verächtlich. „Du meinst wohl eher Angst davor, nur ein weiteres Mädchen auf deiner Liste zu sein?“
Zanes verspieltes Grinsen verschwand – nur für eine Sekunde. Und da wurde mir klar … ich hatte einen wunden Punkt getroffen.
Für einen kurzen Moment sah Zane … anders aus – weniger wie der arrogante Quarterback und mehr wie ein echter Mensch. Aber bevor ich das richtig begreifen konnte, setzte er wieder ein lässiges Grinsen auf. „Du verletzt mich, Hartwell.“
Ich seufzte. „Hör zu, frag doch einfach jemanden aus deinem Fanclub. Da gibt es bestimmt eine Warteliste.“
„Aber ich will dich.“
Die Worte klangen beiläufig und verspielt, aber die Art, wie er sie sagte, ließ mir den Atem stocken. Und genau das war das Problem mit Zane Mercer: Er wusste ganz genau, was er da tat.
Ich musste hier weg, bevor ich noch etwas Dummes tat. Wie zum Beispiel … zu lächeln. Also tat ich das einzig Logische: Ich drehte mich um und ging weg.
Zane lachte hinter mir. „Das ist kein Nein!“
Ich ignorierte ihn, denn ganz ehrlich? Ich war mir selbst nicht mehr so sicher.

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