
Safe with My CEO (Deutsch)
Autor:in
Kelsie Tate
Gelesen
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Kapitel
18
Veränderung
Nicole
Das laute Klingeln des Weckers riss sie jäh aus dem Schlaf. Nicoles Augen flogen auf und sie stöhnte gequält. Sie drehte sich zur Seite, um die Schlummertaste zu drücken.
Schon fünf?, dachte sie. Sie zwang sich aus dem Bett und schleppte sich ins Badezimmer.
Nach einer schnellen Dusche zog sie ihre Uniform an, schnappte sich ihre Tasche und verließ die Wohnung.
Als sie nach draußen trat, sah sie sich vorsichtig um. Sie blieb immer wachsam.
Sie nahm den Bus zum Diner, einem netten Familienrestaurant voller freundlicher Gespräche und alter Bilder an den Wänden.
Drinnen angekommen, ging sie in den Pausenraum und stellte ihre Tasche ab. In diesem Moment öffnete sich die Tür.
„Morgen, Süße!“, begrüßte Maggie sie. Ein warmes Lächeln lag auf ihrem Gesicht und eine Tasse Kaffee in ihrer Hand.
„Mags, du bist ein Engel“, lächelte Nicole und nahm den Kaffee entgegen. Sie war unendlich dankbar. Maggie war fünfundsechzig Jahre alt. Sie war der netteste und fleißigste Mensch, den Nicole kannte.
Als Nicole im Diner angefangen hatte, hatte Maggie ihr geholfen. Sie hatte Nicole sogar bei sich wohnen lassen, bis Nicole eine eigene Wohnung gefunden hatte.
„Wie war die Spätschicht gestern Abend?“, fragte Maggie und wühlte in ihrer Handtasche.
„Wie immer“, sagte Nicole.
„Unglaublich, dass Sam dich erst spät und dann gleich wieder früh einteilt“, schüttelte Maggie den Kopf. Ihr kurzes graues Haar wippte. „Will er dich zu Tode schuften?“
Nicole lachte. „Ich hab selbst um die Schicht gebeten. Brauche das zusätzliche Geld.“
„Du machst dich noch kaputt, Schätzchen“, sagte Maggie besorgt. Sie drückte Nicoles Arm aufmunternd, als sie nach vorne gingen.
Der Ansturm am Morgen hielt sie auf Trab. Maggie arbeitete an der Theke, während Nicole sich um die Tische kümmerte.
Gegen zehn wurde es ruhiger. Nicole ging nach hinten, um eine Wasserpause zu machen. Dann hörte sie die Türglocke und Maggies einladende Stimme: „Guten Morgen, Schätzchen. Setz dich, wo du magst.“
„Danke.“
Nicole kam aus dem Hinterraum und Maggie reichte ihr eine Speisekarte. „Er sitzt am hinteren Tisch“, sagte sie. Sie nickte in Richtung eines Mannes in der hintersten Nische.
Nicole ging zu ihm. Sie verbarg ihre Überraschung hinter einem professionellen Lächeln. Er sah nicht aus wie ihre üblichen Gäste. Er hatte dunkles Haar und trug einen teuren Anzug.
„Guten Morgen“, sagte sie zu ihm. „Kann ich Ihnen etwas zu trinken bringen? Kaffee?“
„Kaffee ist gut“, sagte er knapp. Nicole schenkte ihm eine Tasse ein und lächelte. „Ich gebe Ihnen einen Moment mit der Karte.“
Sie wollte gerade gehen, als er sie aufhielt.
„Ich nehme ein Omelett aus Eiweiß mit Gemüse und Obst als Beilage.“ Er sah nicht einmal von seinem Handy auf.
„Kommt sofort“, sagte sie. Sie tippte mit dem Stift auf ihren Notizblock, bevor sie in die Küche ging.
„Arschloch“, murmelte sie leise, als sie seine Bestellung aufgab. Sie brachte ihm sein Essen und schenkte ihm Kaffee nach.
„Kann ich Ihnen sonst noch etwas bringen?“, fragte sie. Sie zwang sich zu einem Lächeln.
„Nein.“
„In Ordnung, guten Appetit.“ Sie ging zurück zur Theke und stellte sich neben Maggie.
„Ein echter Charmeur, was?“, sagte Maggie leise.
„Ich hasse es, wenn diese aufgeblasenen Geschäftsleute hier auftauchen und sich für was Besseres halten“, verdrehte Nicole die Augen. „Wetten, der gibt nicht mal Trinkgeld.“
Maggie kicherte. „Fünfzehn Dollar, dass er nur das Wechselgeld liegen lässt.“
Sie lachten und machten sich wieder an die Arbeit. Nicole schaute ab und zu nach ihm. Meistens grunzte er nur oder winkte sie weg.
Als er endlich ging, räumte Nicole seinen Tisch ab und holte ihr Trinkgeld. Fünfzehn Cent lagen auf der Quittung.
„Typisch …„, sagte sie leise, etwas lauter als beabsichtigt.
Er hielt inne, die Hand an der Tür. „Wie bitte?“
„Hmm?“, fragte sie. Sie setzte ein falsches Lächeln auf.
„Wenn Sie etwas zu sagen haben, dann sagen Sie es“, forderte er sie heraus.
Nicole wusste, dass sie es nicht tun sollte. Sam würde stinksauer sein, wenn er herausfand, dass sie einem Gast frech gekommen war.
Aber …
Er hatte bereits bezahlt und war gegangen, also war er eigentlich kein Gast mehr, oder?
„Ich sagte, typisch“, gab sie zurück. Sie legte eine Portion Trotz in ihre Stimme, um zu zeigen, dass es ihr egal war.
„Was soll das heißen …“ Er sah sie mit wütendem Blick an. Seine Augen wanderten zu ihrem Namensschild. „… Nicole?“
Nicole straffte die Schultern. Sie versuchte, mutig zu sein. „Ich frage mich nur, wie ein Mann, der sich so einen teuren Anzug leisten kann, es sich nicht leisten kann, ein anständiges Trinkgeld zu geben.“
„Behandeln Sie so alle Ihre Gäste, Nicole?“ Er trat näher.
Nicoles Selbstbewusstsein schwand, als er näher kam, aber sie blieb stehen. „Nein, nur die schlechten Trinkgeldgeber.“
Sie erwiderte seinen wütenden Blick. Dann schenkte sie ihm ein übertrieben süßes Lächeln. „Einen schönen Tag noch!“ Danach drehte sie sich um und ging zurück in den Pausenraum. Die Eingangstür knallte hinter ihr zu.
„WAS. ZUM. TEUFEL?!“, rief Maggie laut, als sie in den Raum kam.
„Was denn?“, fragte Nicole. „Wir haben doch alle so gedacht!“
„Mädchen, was hast du dir dabei gedacht? Du kannst nur hoffen, dass Sam nichts davon erfährt.“
„Der macht dich zur Schnecke. Oder noch schlimmer, er feuert dich.“ Maggie schüttelte den Kopf und verließ den Pausenraum. „Verrücktes Mädchen“, sagte sie.
Der Rest des Tages verlief ohne weitere Zwischenfälle. Als Nicole nach Hause kam, war sie völlig erschöpft. Sie ließ sich aufs Bett fallen, noch immer in ihrer Uniform, und schlief ein.
***
Eine Stunde später weckte sie das Summen ihres Handys. Sie öffnete die E-Mail und stieß einen freudigen Laut aus.
Ms. Winters,
wir freuen uns, Ihre Bewerbung als Executive Assistant bei Jackson & Holman, L.L.C. erhalten zu haben.
Wir möchten Sie zusammen mit den anderen Kandidaten zu einem Vorstellungsgespräch einladen. Bitte finden Sie sich am Mittwoch, den 12. August um 8 Uhr in unseren Büros ein.
Vielen Dank,
James Hanson, Personalabteilung
„Ja!!“ Sie wirbelte durch ihre winzige Wohnung. Sie war überglücklich.
***
Am nächsten Morgen kam Nicole gut gelaunt zur Arbeit. Sie küsste Maggie auf die Wange.
„Na!“, lachte Maggie. „Was hat dich denn so fröhlich gemacht?“
„Rate mal, wer ein Vorstellungsgespräch für eine Stelle als Executive Assistant beim größten Architekturbüro in Boston hat?!“, sagte Nicole neckisch.
Maggie stieß einen lauten Freudenschrei aus. Sie zog Nicole in eine feste Umarmung. „Oh! Liebling, ich freue mich so für dich!“
„Hoffentlich finde ich etwas Anständiges zum Anziehen“, sagte Nicole. Sie verdrehte die Augen.
„Zieh einfach das Beste an, was du hast.“ Maggie hielt sanft ihr Gesicht. „Die wären Idioten, wenn sie dich nicht einstellen. Du hast dir das verdient, Nicole. Du verdienst so viel mehr.“
Nicole war den ganzen Tag über glücklich. Endlich ging es aufwärts. Endlich bekam sie die Stabilität, die sie sich wünschte. Endlich war sie bereit, das nächste Kapitel ihres Lebens zu beginnen.














































