
The Warrior Princess (Deutsch)
Kapitel 2
MILLY
. . Wir wurden die Menschen los. Ich nahm mir vor, später nachzuhaken. Als ich mich umdrehte, um nach den Wölfen zu sehen, stand da ein wutschnaubender König.
„Was hast du dir dabei gedacht?“, brüllte er mit hochrotem Gesicht.
Sein unfreundlicher Stellvertreter zog an seinem Arm.
„Nicht hier, Kane. Nicht jetzt“, sagte er. „Lass uns reingehen.“
Kane warf mir einen giftigen Blick zu und stapfte zurück zum Rudelhaus, aus dem wir gekommen waren.
„Was ist denn in den gefahren?“, fragte Alex leise.
„Weißt du das etwa nicht? Er hasst Frauen. Alle Frauen und alles, was mit ihnen zu tun hat“, witzelte Matt, während er Blut von seinem Schwert wischte.
„Na, ich will Antworten und er wird sie mir geben.“ Ich kochte vor Wut.
„Jetzt geht's los“, seufzte Alex theatralisch.
Ich hatte das Temperament unseres Vaters geerbt. Das wussten alle, und ich stand dazu. Es war nicht leicht, eine Frau zu sein, besonders eine, die kämpfen wollte.
***
Ich stürmte zu Kanes Bürotür und riss sie auf.
„Kannst du mir mal erklären, was das eben sollte?“, fragte ich aufgebracht.
Er drehte sich zu mir um, seine Augen vor Zorn funkelnd. Man konnte die Spannung im Raum förmlich greifen.
Er holte aus, um mich zu schlagen, aber ich wich geschickt aus. Seine Faust verfehlte meinen Kopf nur knapp.
Mistkerl.
Der Typ hat sie nicht alle.
„Du kannst nicht einfach in mein Rudel platzen und meine Regeln missachten. Frauen kämpfen hier nicht, und dein Verhalten heute wird sie auf dumme Gedanken bringen!“
Ich trat ungläubig einen Schritt zurück.
„Falsche Vorstellung?“
Er grinste gehässig.
„Frauen sind Männern unterlegen und werden es immer sein. Sie taugen nur zum Vögeln und Kinderkriegen“, sagte er.
Dummer Arsch.
Ich war außer mir vor Wut. Noch nie war ich so zornig gewesen.
Ich setzte meine Geisteskraft gegen ihn ein und er ging zu Boden, seinen Kopf umklammernd. Ich hielt ihn so für ein paar Minuten fest, bis er vor Schmerzen zu schwitzen begann.
Er blickte zu mir auf und grinste boshaft. „Dreckiger Mischling!“, zischte er.
Ich beruhigte mich schlagartig.
„Lieber ein dreckiger Mischling als ein gemeiner Tyrann.“
„Pass auf, was du sagst, Halbblut“, warnte der fiese Stellvertreter, als Kane aufstand.
Alex stellte sich schützend vor mich, sein Körper vor Wut bebend, seine Rüstung kurz davor zu bersten, als er sich zum Verwandeln bereit machte.
„Nenn sie noch einmal Halbblut. Ich fordere dich heraus“, knurrte er.
Der Fiesling baute sich vor ihm auf. „Gib dein Bestes.“
Alex grinste, als er sich zum Verwandeln anschickte.
„Aufhören“, rief Matt laut und stellte sich zwischen den Fiesling und Alex. Alex sah nicht so aus, als würde er aufhören.
„Ich sagte Schluss!“ Matt stieß Alex gegen die Brust und brachte ihn zur Besinnung.
„Ihr müsst euch alle beruhigen. Wir sind hier, um Freundschaft zwischen den Rudeln zu schließen, nicht um die Lage zu verschlimmern. Also atmet alle tief durch, okay?“
Er sah jeden von uns an, bis wir nickten, wobei sein Blick bei Alex und mir etwas länger verweilte.
„Na gut“, sagte ich widerwillig.
Das ist noch nicht vorbei.
Ich funkelte Kane wütend an und überlegte, wie ich ihm eins auswischen könnte, aber Matt hatte Recht. Wir hatten Wichtigeres zu erledigen.
Wie Rohan zu finden.
Er muss irgendwo hier in der Gegend sein ...
„Also, werdet ihr uns jetzt erzählen, was mit den Menschen passiert ist, oder müssen wir weiter raten?“, fragte Matt mit verschränkten Armen.
Nixon rieb sich übers Gesicht, forderte uns aber auf, uns zu setzen.
Ich blieb stehen. Sie hatten deutlich gemacht, dass sie mich nicht mochten, und ich wollte kein leichtes Ziel sein.
Nixon zuckte mit den Schultern und setzte sich in seinen Sessel.
Kane blickte in die Ferne.
„Eine Zeit lang lebten wir friedlich mit den Menschen zusammen. Unsere Rudelmitglieder gingen an schönen Tagen in die nahe gelegene Stadt. Wir kamen gut miteinander aus.
Aber dann fand eines Nachts ein männlicher Wolf heraus, dass er eine Verbindung zu einer menschlichen Frau hatte. Sie hatte bereits einen Freund und wies den Wolf ab.“
„Lass mich raten. Er konnte kein Nein akzeptieren und tötete sie?“, fragte ich mit verschränkten Armen.
Nixon schüttelte den Kopf.
„Nein, er war ein guter Wolf, ein guter Junge. Er respektierte ihren Wunsch und erklärte ihr, wie sie die Verbindung lösen konnte, damit er frei sein würde.“
„Was ist dann passiert?“, fragte Alex und lehnte sich vor.
„Der menschliche Freund erfuhr davon und dachte, es sei ein Trick, um seine Freundin zu bekommen. Also forderte er den Wolf zum Kampf heraus. Natürlich verlor der menschliche Junge – sowohl den Kampf als auch sein Leben.“
Ich schloss die Augen und atmete tief durch.
„Ihr habt also den jungen Wolf als Strafe getötet?“
Kane drehte sich wutentbrannt um.
„Nein. Der junge Wolf starb, weil seine Gefährtin ihn abgewiesen hatte. Ein Wolf kann ohne Gefährtin nicht leben. Wenn du eine normale Frau wärst, wüsstest du das.“
Ich verdrehte die Augen und schnalzte mit der Zunge, sagte aber nichts weiter.
Wir sind hier, um Rohan zu finden.
„Also haben die Menschen angefangen, euch alle zu jagen, weil der junge Wolf versehentlich den Menschen getötet hat?“, fragte Matt und sah sich im Raum um.
„Ich bin sicher, der gemeine, altmodische König macht die Sache nicht besser“, sagte ich spöttisch.
„Milly.“ Alex sah mich erschöpft an.
„Was denn? Sie waren nicht nett zu uns, und wir sind wie sie. Also warum denkst du, dass er nett zu denen wäre, die es nicht sind?“
Ich sah Kane herausfordernd an, wartete darauf, dass er mir widersprach.
Wie erwartet blieb er stumm. Ich war stolz auf meinen kleinen Sieg.
„Warum zeigt ihr uns nicht unsere Zimmer und wir reden morgen weiter?“, schlug Matt vor.
Nixon nickte und stand auf. Wir folgten ihm alle den Flur entlang.
Kane blieb in seinem Büro, ohne sich auch nur zu verabschieden.
Oder auf Nimmerwiedersehen ...
Wir kamen zuerst an meinem Zimmer an. Nach all dem Ärger des Tages freute ich mich darauf zu duschen und ins Bett zu gehen. Eine gute Nachtruhe war genau das, was ich brauchte.
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