
The Barbarian Band 3
Autor:in
G. M. Marks
Gelesen
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Kapitel
30
Prolog
Buch 3: The Slave
Die Kinder der Mutter
THALL
„Es ist Zeit.“
Mock und seine hellhäutige Frau blickten zu ihm auf.
Die anderen Shamri standen hinter ihm, bereit einzugreifen, falls nötig. Thall brauchte ihre Hilfe nicht, aber eine Machtdemonstration würde die Sache beschleunigen, ohne Drohungen oder Kämpfe.
Ob es Mock passte oder nicht, es musste sein.
Thall betrachtete das Baby, das sich in den Armen seiner hellhäutigen Mutter regte. Er spürte die Macht um es herum wie ein Summen in der Luft.
Selbst mit zwei Tagen war es mächtiger, als Thall es je sein würde.
Mock erhob sich langsam, die Hände an den Hüften, wo normalerweise seine Messer saßen. Sein Gesicht war ernst, seine Augen dunkel. Die Muskeln an seinen Schultern waren angespannt.
Ein furchteinflößender Mann. Er würde eines Tages ein großartiger Clanführer sein.
„Keine Sorge, ihr wird nichts geschehen“, sagte Thall.
„Bist du sicher, dass es klappt?“, fragte die hellhäutige Frau.
„Solange der Wark noch da ist, wird eure Tochter nichts von ihrer Kraft wissen.“
Mock sah ihn hart an. „Ich will, dass du weißt, dass ich dir nicht über den Weg traue, alter Mann.“ Er blickte zu den anderen Shamri. „Keinem von euch.“
„Trotzdem muss es getan werden. Ihr habt ihre Dunkelheit gesehen.“ Er sah zu Mocks hellhäutiger Geliebten. Sie erwiderte seinen Blick. „Ihr beide. Genau wie wir Shamri sie jetzt spüren können.“
Wie ein dunkles Loch, das immer größer wurde.
Die anderen Shamri wurden unruhig hinter ihm. Das verbrannte Land, die Asche, der klebrige Teer - sie alle hatten es gesehen. In ihren Träumen und in ihren Albträumen.
Wenn sie nicht aufgehalten würde, würde sie die Quarthi vernichten, vielleicht das ganze Land.
Er war sich noch nie so sicher gewesen. Die Mutter log nicht.
Thall streckte die Hände aus.
Mock und die Frau sahen sich an. Dann stand sie auf. „Zin. Ihr Name ist Zin.“ Tränen liefen über ihr Gesicht.
„Zin.“ Thall nickte, aber der Name spielte keine Rolle. Die Mutter kümmerte sich nicht um Namen oder wer jemand war.
Mit dem Baby in seinen Armen drehte er sich um und ging. Die anderen Shamri folgten. Er konnte die hellhäutige Frau weinen hören.
Der Wark, den er ausgewählt hatte, um ihre Kräfte daran zu binden, war nicht weit. Als sie ankamen, versank das rote Licht der untergehenden Sonne in der Dunkelheit.
Er ragte hoch über ihnen auf - ein alter Ren-Baum mit verschlungenen Wurzeln, die tief in den Boden reichten. Dicke Ranken hingen von seinen Ästen und bewegten sich im sanften Wind. Seine Rinde war rot wie Blut.
Gut so, für das, was es bedeutete.
Für Menschen ohne Shamri-Kräfte sah er aus wie ein gewöhnlicher Baum. Thall wusste es besser.
Er war viel mehr, etwas Magisches und Starkes. Eine direkte Verbindung zum schlagenden Herzen der Mutter, wie ein Arm oder eine Ader.
Das Kind wurde in seinen Armen ruhig, als könnte es seine Macht ebenfalls spüren.
Die Shamri versammelten sich im Schatten des Warks, entfachten ein Feuer und atmeten die Kraft des Chokra ein. Sein weißer Rauch füllte den Wald wie Nebel. Das Baby hustete leicht.
Die Shamri wirkten ihre Magie, bewegten das Leben des Waldes und des Warks durch Tanz und Gesang.
Das Feuerlicht schien auf ihre nackte Haut. Ihr langes Haar wirbelte durch die Luft. Ihre Stimmen erhoben sich bis zu den höchsten Ästen.
Drei der Shamri hatten Haar so weiß wie seines, aber sie sprangen und drehten sich, als wären sie wieder jung.
Er konnte es jetzt spüren - dieses Beben. Diesen tiefen Schlag. Er ging durch seine Stiefel, seine Beine hinauf und in seine Hüften: der Herzschlag der Mutter. Das Baby begann zu weinen.
Das Feuer flackerte, wurde dann sehr groß und reichte in die Äste des Warks, gelb, grün und lila. Es ließ die Augen der Shamri schwarz werden.
Das Baby schrie laut. Thalls Haut kribbelte, als ihre Macht über ihn hinwegfloss. Sie wollte, dass er aufhörte. Sie hatte viel Kraft, aber keinen Verstand, der sie kontrollieren konnte.
Noch nicht.
Und sie würde nie die Chance dazu bekommen.
Shamri Flip reichte ihm das Messer. Das Kind in einem Arm haltend, machte Thall einen kleinen Schnitt knapp über seinem Ellbogen. Es schmerzte leicht. Blut lief seinen Arm hinunter.
Das Baby schrie. Das Pochen erfüllte sein Herz und seinen Geist, bis es hinter seinen Augen hämmerte, und da - plötzlich erschien es vor ihm. Die Welt aus Asche und verbrannten Dingen.
Die Dunkelheit. Das Morgrar.
Die Shamri waren verschwunden, ebenso der Wark und der große Wald. Seine Stiefel steckten in klebrigem Schlamm, und er war umgeben von endlosem Nichts - keine Bäume, Berge oder Wasser. Nicht einmal Felsen.
Das Baby schrie weiter, und es schien überall um ihn herum zu hallen. Zwei Monde standen am Himmel, einer gelb, der zweite krankhaft grün. Und der Geruch!
Der Ort stank entsetzlich. Die Luft fühlte sich schwer in seinen Lungen an. Seine Haut wurde feucht vor Schweiß.
Die Luft bewegte sich um ihn herum, kräuselte sich dann, als etwas Festes Gestalt annahm, wie ein Fisch, der in einem bewegten Fluss auftaucht.
Er trat zurück, die Hand am Messer an seinem Gürtel.
Eine Person stand vor ihm, nackt und regungslos, eine Frau mit dunklem Haar und Augen so schwarz, dass sie wie Löcher in ihrem Kopf wirkten. Er konnte den Hass spüren, der von ihr ausging.
Thall blickte auf das Baby hinab. Zin hatte aufgehört zu schreien, ihre kleinen Hände zu Fäusten geballt, als sie zu ihm aufschaute mit denselben schwarzen, hasserfüllten Augen.
Als sich eine weitere Kräuselung ereignete, umklammerte Thall seine Klinge fester. Es war eine weitere Person, ein Mann - mehr oder weniger. Er stand hinter der Frau, eine Hand auf ihrer Hüfte, die andere um ihre Taille.
Wenn Thall dachte, die Frau sei beängstigend, war sie nichts im Vergleich zu ihm.
Er zitterte.
Zin weinte erneut. Es gab eine plötzliche Bewegung, ihm wurde übel, und auf einmal war er zurück im Wald, fast stolpernd. Sein Blut tropfte in das Haar des Babys und über ihr Gesicht.
Das kribbelnde Machtgefühl verschwand. Das Feuer schrumpfte auf seine normale Größe.
Dann verstummte der Gesang. Die Shamri beobachteten ihn, schwer atmend, ihre Haut glänzend vor Schweiß.
Hatte es funktioniert? Er schloss die Augen und holte tief Luft, bereit für das Schlimmste. Aber sein Geist war klar. Die Welt aus Asche und verbrannten Dingen - die Dunkelheit - war verschwunden.
Er öffnete die Augen. „Es ist vollbracht.“
Die Shamri entspannten sich. Zwei fielen zu Boden; der Rest setzte sich schwer oder trank gierig aus ihren Wasserbeuteln.
Thall betrachtete das Kind. Keine schwarzen Augen mehr. Kein Hass mehr. Es weinte laut wie jedes normale Baby.
Normal.
Völlig normal.
Aber sein Herz wollte nicht aufhören, wild zu schlagen.














































