
Jenseits von Schwarz & Weiß Buch 4: D'Angelo
Autor:in
A. Duncan
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Kapitel
32
Kapitel 1
Buch 4: D'Angelo
D’ANGELO
Als ich auf die Blondine hinunterblicke, die mir mit ihren kirschroten Lippen einen bläst, erscheint der Umzug nach Vegas um einiges vernünftiger, als in New York zu bleiben. Jede Nacht ein anderes Mädchen, und ich mache mir nicht mal die Mühe, mir ihre Namen zu merken.
Ich verstehe nicht, was diese Constantine-Brüder daran finden, sich auf nur eine verdammte Frau zu beschränken.
„Genau so ... Tief in den Hals, und halt verdammt noch mal die Klappe.“
Ich war mir nicht sicher, ob es die richtige Entscheidung war, Alessandro auszuschalten, aber ich brauchte wirklich eine gute Zeit. Als King anrief und mich um einen Gefallen bat, nutzte ich die Gelegenheit. Es hat sich zufällig auch für mich ausgezahlt.
King und Carlos wollten nichts weiter als dieses armselige Mädchen und Jasper. Sie gehörte Rook, und er wollte denjenigen beseitigen, der sich an seinem Eigentum vergriffen hatte. Ich bin kein komplettes Arschloch. Ich konnte seine Gründe nachvollziehen, also stimmte ich zu.
Daraufhin übernahm ich alle Gebiete und Geschäfte von Alessandro. Las Vegas wurde mein neues Zuhause. Es war einfacher, die Auktionen hier abzuhalten statt an beiden Orten, und die kalten Winter in New York hatte ich satt.
Wie sich herausstellt, macht es die ausländischen Verbrecherorganisationen ziemlich glücklich, nur noch an einen Ort kommen zu müssen, um zu bekommen, was sie brauchen.
Körper.
Wunderschöne, makellose Körper in allen Farben, Formen und Größen. Je nach Bestellung oder Nachfrage sind manche noch nicht einmal berührt worden.
Jungfrauen sind zwar nicht mein Ding, gibt es genug Käufer, die einen Haufen Geld für das perfekte Mädchen mit noch intaktem Jungfernhäutchen zahlen.
Für mich ist es einfach nur Geld, und es ist mir scheißegal, wie es verdient wird. Diese Constantine-Brüder haben zu viele Moralvorstellungen und zu viel Empathie, um im Menschenhandelerfolgreich zu sein.
Für eine Familie, die so verdammt gefährlich ist, könnte man meinen, sie wären allesamt ein Haufen süßer Kätzchen. Aber ich habe sie in Aktion gesehen. Ich weiß, wer sie wirklich sind.
Niemand, den ich zum Feind haben will.
Gerade als ein Kribbeln meinen Rücken hinunterläuft und ich meine Beine weiter öffne, weil ich kurz davor bin, zu kommen, zieht sich diese kurvige Blondine zurück.
„Ich kriege keine Luft ...“, beschwert sie sich.
„Was zum Teufel habe ich über Reden gesagt? Schluck meine Ladung, dann können wir darüber reden, ob ich dich atmen lasse.“
Ich greife ihr in den Nacken und drücke ihren Kopf nach unten auf meinen Schwanz. Ich sehe zu, wie sie jeden einzelnen Tropfen schluckt, den ich ihr in den Rachen jage. Mein Kopf fällt zurück, meine Augen verdrehen sich, während ich alles loswerde, was ich habe.
Sie setzt sich schließlich wieder auf ihre Beine zurück und ringt nach Luft, während ich meinen Schwanz zurück in meine Hose stecke.
„Du kannst jetzt verdammt noch mal verschwinden. Beeil dich, bevor ich es mir anders überlege und deinen engen Arsch ficke.“
Sie rennt schneller raus als eine Nutte auf der Flucht vor den Bullen. Ich greife nach meinem Handy, das ununterbrochen auf meinem Schreibtisch klingelt.
Es sind meine Männer aus dem Lagerhaus, was bedeutet, dass es ein Problem mit der Lieferung geben muss. „Boss, du wirst im Lagerhaus gebraucht“, sagt einer der Männer.
„Könnt ihr das nicht selbst regeln? Wofür bezahle ich euch eigentlich?“, knurre ich.
„Diesmal nicht, Boss. Es gibt ein kleines Problem mit der Lieferung“, antwortet er.
Ich fahre zum Lagerhaus am Stadtrand. Von außen sieht es aus wie ein ganz normales Verteilerzentrum.
Eigentlich sieht es so aus, als würden wir Teile verschiffen – Motorradteile, um genau zu sein. Im Inneren beginnt der eigentliche Spaß.
Ein großer Bereich ist ausschließlich für die Mädchen vorgesehen. Ich sorge dafür, dass sie so komfortabel wie möglich untergebracht sind und gut zu essen bekommen.
Jede hat ihr eigenes Bett, sie duschen mit Privatsphäre und haben reichlich Essen. Sie schlafen allerdings in einem Gemeinschaftsbereich, damit meine Männer sie nachts besser im Auge behalten können.
Es ist ihnen unter keinen Umständen erlaubt, sie anzufassen. Ich habe an mehreren Männern ein Exempel statuiert, nur um das klarzustellen. Das ist ein Geschäft, kein Bordell.
Ein weiterer großer Bereich ist für die Auktionen eingerichtet. Es gibt eine Bühne mit Scheinwerfern und einen Wartebereich, in dem die Mädchen neue Kleidung auswählen und sich herrichten können.
Die größten Kunden kommen, um auf das Mädchen ihrer Wahl zu bieten. Manche werden auf Bestellung geliefert und kosten entsprechend mehr. Manche sind besonders gefragt, Mädchen mit blauen Augen oder Jungfrauen.
So oder so gilt: Keine Einladung, kein Zutritt.
Als ich das Lagerhaus betrete, wird mir gesagt, dass das „Problem“ im Sicherheitsbereich ist. Das ist der Bereich, wo wir die schwer zu handhabenden Mädchen hinbringen und ihnen im Grunde den Willen brechen.
Also gehe ich davon aus, dass es wieder eine dieser willensstarken Frauen ist, die glaubt, sie könne sich mit Worten herausreden. Doch als ich den Raum betrete, wird mir sofort klar, dass das nicht das Problem ist.
„Was zum Teufel? Die stand nicht auf der Liste“, sage ich sofort.
Wir haben genaue Listen, und wir halten uns strikt daran, um solche Dinge zu vermeiden. Die Frauen werden überprüft, bevor sie abgeholt werden.
Wir wissen bereits alles, was es über jede Frau zu wissen gibt, und wie viel Geld mit ihr gemacht werden kann. Gesichter stimmen mit Namen überein und so weiter.
„Nein, Boss. Es gab eine kleine Verwechslung beim Transport“, erklärt einer meiner Männer vorsichtig.
„Klein? Sie sieht nicht einmal volljährig aus! Wie konnte so etwas passieren? Wir haben dafür klare Abläufe!“, schreie ich ihn an.
Vor mir liegt, in sich zusammengesunken, ein dunkelhaariges Mädchen, das anscheinend noch immer von den Drogen bewusstlos ist, die wir ihnen für den Transport geben. Sie ist klein – winzig sogar. So jung, dass es kaum legal sein kann.
Sie wirkt kaum achtzehn. Ein zierliches, fast elfengleiches Mädchen – und sie ist hier beim Teufel gelandet.
„Die Letzte auf der Liste hat Hansen gebissen und ist entkommen. Wir haben die Verfolgung aufgenommen, und als er mit diesem Mädchen zurückkam, haben wir nicht widersprochen. Wir dachten einfach, er hätte sie erwischt. Sie hat geschrien, sie sei Ärztin und wir hätten die Falsche. Erst als wir in der Luft waren und die Mädchen überprüften, haben wir gemerkt, dass es nicht dieselbe ist“, erklärt er.
„Wer ist sie?“, frage ich.
Er reicht mir mit zitternden Händen eine Akte. Er weiß, was es für meine Männer bedeutet, Fehler zu machen. Jemand wird dafür zahlen.
„Wir haben sofort ihre Fingerabdrücke genommen und an Sakina geschickt. Sie ist sechsundzwanzig. Hat gerade ihre Facharztausbildung in Spanien abgeschlossen, ist aber Staatsbürgerin der Vereinigten Staaten. Sie hat ihr ganzes Leben in New York verbracht, bis auf die letzten paar Jahre. Sie scheint ein echtes Genie zu sein, hat die Schule im Eiltempo durchlaufen. Mit fünfzehn hat sie mit dem Studium begonnen.“
„Teagan Annalise Blaire. Du siehst ganz und gar nicht aus wie sechsundzwanzig, und du gehörst definitiv nicht hierher. Warum ist sie nicht wach wie die anderen? Wie viel habt ihr ihr gegeben?“
„Nur die übliche Dosis, Boss. Sie hat sich aber gewehrt und gesagt, sie hätte noch nie Drogen genommen, also reagiert sie vielleicht einfach empfindlich“, versucht er zu erklären.
„Nun, ich kann sie nicht einfach gehen lassen. Sie ist jetzt ein Risiko, das wir beseitigen müssen. Glaubst du etwa, die gute Ärztin würde den Mund halten? Wirklich schade. Wo ist Hansen? Bringt ihn zu mir.“
Sobald Hansen den Raum betritt, schieße ich ihm in den Kopf. Ich kann unfähige Menschen nicht ausstehen.
Der Schuss muss unsere kleine Ärztin geweckt haben, denn sie fängt an zu stöhnen und rollt sich auf den Rücken. Ich beuge mich hinunter, um sie hochzuheben, bevor sie anfängt, sich zu wehren – und erstarre.
„Ich wollte doch nur geliebt werden. Warum hat er mir das angetan? Ich habe nichts falsch gemacht. Wo bin ich?“
Es sind nicht die Tränen, die über ihr Gesicht laufen, die mich erstarren lassen – es sind ihre verschwommenen Augen, die mich ansehen, während sie langsam zu sich kommt. Sie haben eine auffallend violette Farbe. Eine Farbe, die ich in meinem ganzen Leben noch nie gesehen habe.
Sie haben die Farbe eines Sonnenuntergangs direkt nach einem Regenschauer, kurz bevor die Dunkelheit hereinbricht. Ihre Stimme ist so leise, dass selbst ich denjenigen töten will, der ihr wehgetan hat.
Ich schüttle den Kopf, denn dieses kleine, zerbrechliche Mädchen bringt mich dazu, über verdammte Sonnenuntergänge nachzudenken und ihre Ehre verteidigen zu wollen. Ich hebe sie hoch und gehe zur Tür. „Wie heißt du, Süße?“
„Teagan, glaube ich. Ich bin in der Hölle, oder? Muss so sein, denn Männer in Tausend-Dollar-Anzügen mit Waffen gibt es nur in der Hölle“, murmelt sie.
Dreitausend, um genau zu sein, aber ich korrigiere sie nicht. Ich sehe zu meinen Männern zurück. „Sie kommt mit mir, bis ich dieses Durcheinander geklärt habe. Mal sehen, ob ich noch mehr Informationen aus ihr herausbekomme. Räumt hier auf. Ich will keine Spur davon sehen, dass er überhaupt hier war.“
„Ja, Sir.“
Ihr Kopf sinkt gegen meine Schulter, und ich höre ein leises Lachen. Ich sehe auf ihr herzförmiges Gesicht hinunter und begegne erneut diesen violetten Augen, die mich ansehen.
Ich kann erkennen, dass die Drogen noch wirken.
„Dein Parfüm riecht gut. Wie heißt du?“, fragt sie leise.
„Dante. Dante D'Angelo.“
Sie lächelt, zieht sich dann plötzlich zurück und verzieht das Gesicht. „Du erinnerst mich an meinen Bruder, Dante“, sagt sie mit einem Ausdruck, als hätte sie faulen Fisch gerochen.
„Inwiefern?“
„Dein Cologne überdeckt nur den Geruch von stinkendem Nutten-Parfüm und schlechten Entscheidungen.“
Zum ersten Mal seit Monaten ertappe ich mich dabei, wie ich lächle.





































