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Alle Blicke Auf Uns Buch 3

Autor:in
Rebeca Ruiz
Gelesen
18,0K
Kapitel
39
Autor:in
Rebeca Ruiz
Gelesen
18,0K
Kapitel
39
📸Celebrities💪🏻Beschützer🎭Drama🏙️Zeitgenössisch🎸Rockstars

Willow Adams ist auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Ex-Mann und sucht Zuflucht in der Kleinstadt Newland Beach, Illinois. Während sie in einer örtlichen Bar ein neues Leben beginnt, kreuzt sich ihr Weg mit dem von Grady O'Callaghan, einem Musiker mit einer eigenen schwierigen Vergangenheit. Als sich ihre Leben verweben, müssen Willow und Grady ihre persönlichen Dämonen und die wachsende Anziehung zwischen ihnen bewältigen. Mit lauernder Gefahr und Geheimnissen, die ans Licht kommen, ist ihre Reise eine des Überlebens, der Heilung und einer unerwarteten Liebe.

Kapitel 1

Buch 3: Außerhalb des Blickfelds

Hat Dir die Geschichte von Laney und Ace gefallen? Dann viel Spaß mit einer weiteren Geschichte, die zwar im selben Universum von Eyes on Us spielt, allerdings neue Charaktere, eine neue knisternde Romanze und gefährliche Geheimnisse enthält ...
Willow Adams ist auf der Flucht aus einer missbräuchlichen Beziehung, aber alles ändert sich in der Nacht, in der Rockstar-Schlagzeuger Grady O'Callaghan das Restaurant betritt, in dem sie arbeitet. Die Funken fliegen sofort, aber Willows Ex-Mann bedroht sie immer noch, und sie weiß, dass sie nicht mehr lange in Newland Beach bleiben kann. Kann Grady sie davon überzeugen, dass es sich lohnt, für ihre Liebe zu kämpfen?

WILLOW

Die Stille war ohrenbetäubend.
Bisher hatte ich dieses Sprichwort nie wirklich verstanden. Jetzt lag ich allerdings auf dem Boden, unfähig, mich zu bewegen, und wartete darauf, dass er zurückkam. Ich sehnte mich danach, dass jemand, irgendjemand, mich finden und retten würde.
Aber es war eine ruhige Nacht in Arizona in meinem Apartmentkomplex. Wenn niemand aufgrund meiner Schreie gekommen war, dann würde auch jetzt, da ich nicht mehr schrie, niemand kommen.
Es dauerte wahrscheinlich eine Stunde, bis ich aufwachte. Mein Kopf pochte von all den Tritten und ich war mir sicher, dass ich eine gebrochene Rippe hatte, vielleicht auch zwei. Es tat weh, zu atmen oder überhaupt zu existieren.
Nach unserer Scheidung, war ich so sicher, dass dieser Teil meines Lebens vorbei sein würde. Zum ersten Mal seit Jahren hatte ich mich sicher gefühlt.
Er hatte mir wochenlang das Gefühl gegeben, vor ihm sicher zu sein, und als es heute Abend an der Tür klopfte, dachte ich nicht einmal daran, nachzusehen, wer es war, bevor ich sie öffnete.
Die Hoffnung hatte mich heute fast umgebracht, die Hoffnung, dass ich endlich ein normales Leben führen würde.
Nach drei Jahren körperlicher und seelischer Misshandlung hätte ich es besser wissen müssen, als zu glauben, dass ich von ihm frei sei, nur weil wir jetzt geschieden sind.
Er hatte mir die Scheidung nur gewährt, weil ich ihn nachdem er mich das letzte Mal so schwer geschlagen hatte, eine Fehlgeburt erlitt, wegen häuslicher Gewalt angezeigt hatte.
Ich hatte unser Baby verloren ...mein Baby.
Als sein Anwalt sagte, dass er die Scheidungspapiere unterschreiben würde, wenn ich die Anklage fallen lassen würde, war mir nicht klar, dass er auf Rache aus sein würde, aber ich wusste auch, dass er das Geld und die Mittel hatte, mich in Anwaltskosten zu ertränken.
Zu diesem Zeitpunkt schien es die richtige Entscheidung zu sein. Was hätte ich auch sonst tun sollen?
Es dauerte eine weitere Stunde, bis ich mich tatsächlich vom Boden erheben konnte. Meine Ohnmacht hatte ihm offenbar genug Angst gemacht, um zu gehen. Vermutlich dachte er, ich sei tot oder würde es bald sein.
Er hatte mich bisher nur ein einziges Mal so geschlagen, und das war das letzte Mal, dass er mir wehgetan hatte, bevor ich die Scheidung eingereicht habe.
Langsam ging ich zu meinem Zimmer. Ich versuchte, mich zu beeilen. Ich wollte nicht, dass er zurückkommt und mich immer noch hier vorfindet, immer noch am Leben. Es tat so weh zu atmen, aber das Gehen war der unerträglichste Schmerz, den ich je empfunden habe.
Meine Brust brannte wie Feuer. Mein Kopf fühlte sich an, als würde er durch den ganzen Druck explodieren. Irgendwie schaffte ich es, aufrecht zu bleiben und nicht einfach auf dem Boden zusammenzubrechen.
Ich schlüpfte in meine schwarzen Vans, schnappte mir einen schwarzen Kapuzenpullover und als ich am Spiegel in meinem Zimmer vorbeiging, erschrak ich fast.
Ich hatte bereits blaue Flecken im Gesicht, ganz zu schweigen von den Schwellungen, einschließlich einer blutenden Kopfwunde. Außerdem war meine Lippe aufgeplatzt und geschwollen.
Leider hatte er mir schon Schlimmeres angetan und mir unter anderem eine Gehirnerschütterung und zwei blaue Augen verpasst. Damit konnte ich arbeiten; ein wirklich starkes Make-up würde meine Verletzung in ein oder zwei Wochen verbergen.
Ich fand den Manila-Umschlag mit allem, was ich brauchte. Einschließlich eines Handys, das er niemals zurückverfolgen könnte.
Ich schickte dem einzigen Kontakt auf diesem Handy eine Nachricht mit meinem Standort. In zehn Minuten würde ein Auto eintreffen, also beeilte ich mich und packte eine Tasche.
Als Erstes schnappte ich mir alle Schmuckstücke und elektronischen Geräte, die ich finden konnte. Ich würde sie später gegen Bargeld verpfänden.
Ich konnte nichts von meinem Bankkonto abheben, auf dem die Abfindung der Scheidung lag. Das war zu riskant. Ich wollte nicht, dass er mich findet.
Es war Ende April und bald würde der Sommer anfangen, also packte ich Leggings und Shorts ein, dazu nur T-Shirts und Unterwäsche. Alles andere würde ich dort kaufen müssen, wo ich mich befand.
Ich sah die Lichter des Autos, das auf den Parkplatz fuhr. Ich erkannte sofort, dass es der Wagen war, den ich angefordert hatte. Schnell zog ich mir den Kapuzenpulli über, obwohl es draußen dreißig Grad warm war, und verabschiedete mich im Stillen von allem, was ich kannte.
***
Der Bus fuhr in die Haltestelle ein. Ich war nun zwei Tage mit diesem Bus gefahren. Von Phoenix nach Chicago. Ich war also mehr als bereit, aus diesem verdammten Bus auszusteigen und länger als alle paar Stunden dreißig Minuten richtige Luft zu atmen.
Sobald der Bus anhielt, stiegen alle aus. Ich schaffte es, als Erste auszusteigen. Ich musste zu meinem Zug rennen, aber zum Glück war es nicht allzu weit, er befand sich tatsächlich im selben Bahnhof.
Vor zwei Tagen war ich in ein Frauenhaus gebracht worden und mir wurden meine Möglichkeiten aufgezeigt. Ich könnte versuchen, erneut Anzeige zu erstatten, oder ich könnte untertauchen.
Ich dachte wirklich darüber nach, Anzeige zu erstatten, aber ich wusste, wie das in den Augen der anderen aussehen würde.
Ich hatte die Anzeige schon einmal fallen gelassen, würden sie mir also ein zweites Mal glauben? Vermutlich würden sie es nicht.
Also entschied ich mich dazu, unterzutauchen. Ich habe absolut kein Problem damit, das alte Leben hinter mir zu lassen. Wenn ich zurückblicke und darüber nachdenke, habe ich nichts als Schmerzen. Vielleicht habe ich ja sogar Glück und er gibt nach einer Weile auf und lässt mich einfach in Ruhe.
Im Frauenhaus gaben sie mir Haarfarbe und ich färbte mein blondes Haar braun. Dann gaben sie mir ein Busticket, mit dem ich überall hinfahren konnte, wo ich wollte.
Ich entschied mich, nach Illinois zu fahren. Genauer gesagt nach Newland Beach; denn dort gibt es ebenfalls ein Frauenhaus, das mit dem, in dem ich gewesen war, zusammenarbeitete.
Sie hatten bereits zugestimmt, mich dort wohnen zu lassen, bis die blauen Flecken und Wunden in meinem Gesicht verheilt waren und ich mir einen Job suchen konnte.
Das war mein neues Leben. Unauffällig. Meine Hoffnung war, dass John mich nie wieder finden würde. Oder, dass er mich einfach vergessen würde. Ich betete zu Gott, dass er einfach sein Interesse an mir verlieren würde.

GRADY

"Hast du dich schon entschieden, ob du den Sommer über bei uns bleiben willst?", fragt Ace mich.
Wir sitzen am Esszimmertisch von Addie und Eric und alle unterhalten sich. Obwohl es laut ist, beruhigen mich die Geräusche.
Leider hatte ich meine beiden Eltern sehr früh verloren, aber da ich mit meinen Cousins und Cousinen bei meiner Tante und meinem Onkel aufwachsen konnte, hatte ich nie das Gefühl, etwas zu vermissen.
Ich nehme einen Schluck von meinem Bier und stelle es auf dem Tisch ab. Dann sehe ich meinen Cousin Ace an; er war für das nächste Album zuständig. Normalerweise wechselten wir uns ab.
Er organisierte die Songs, die wir aufnehmen würden, und den Sound, den wir für dieses nächste Album haben wollten, und er wollte, dass wir in Newland Beach blieben, damit wir alle aufnehmen konnten.
"Ich habe mich noch nicht entschieden."
Ich wohnte in L.A. und New York und pendelte immer zwischen den beiden Städten. Da Laney aus Chicago stammt, ließ sich Ace dort mir ihr nieder. Ich mochte Chicago, aber ich wusste nicht, ob ich wirklich einen ganzen Sommer dort verbringen könnte.
"Komm einfach im Mai, dann machen wir deine Aufnahmen fertig und unternehmen etwas Lustiges mit Laney und den Kindern." Ich lächle. Ja, ich könnte ein paar Wochen bei ihnen bleiben. Das würde mir nichts ausmachen.
Ich könnte sogar vorher noch nach LA zurückkehren, um Freunde zu sehen, die ich seit Beginn der Tour im letzten Jahr nicht mehr gesehen habe.
"In Ordnung. Dann komme ich im Mai vorbei."
Ace lächelt. "Dein Bruder hat ein paar wirklich gute Songs für dieses Album geschrieben. Hat er sie dir schon gezeigt?" Mein Bruder Kieran war ein verdammtes Wunderkind, wenn es darum ging, Musik für die Band und alle anderen zu schreiben.
"Nein, das tut er nie." Normalerweise hörte ich die Songs erst, wenn wir sie bereits aufgenommen worden waren.
"Ich bin überrascht, dass er uns nicht verlassen hat, um eine Solokarriere zu starten, er hatte auf jeden Fall schon immer das Talent dazu." Ich sehe meinen Bruder an, der am anderen Ende des Tisches sitzt.
Er unterhält sich gerade mit Addie, Erics Frau. Sie ist ein Supermodel und sieht auch nach zwei Kindern noch sehr gut aus.
Mein Bruder hingegen ist derzeit sehr high. Und betrunken. Aber wenn man ihn fragen würde, würde er sicher sagen, dass er kaum etwas getrunken hat.
"Er liebt diese Band zu sehr, um uns im Stich zu lassen", sage ich zu Ace. Das stimmte. Falls Kieran jemals aus der Band fliegen sollte, würden wir ihn mit Gewalt dazu bringen müssen zu gehen. Allerdings würden wir ihn nie rausschmeißen. Er war ein großartiger Bassist.
"Redet ihr etwa über mich?", fragt Kieran. Ich schwöre, er hat einen sechsten Sinn dafür, zu wissen, wann die Leute über ihn reden. Ich verdrehe die Augen.
"Hör auf, unser Gespräch zu belauschen, Kieran", sagt Ace. "Aber wenn du es genau wissen willst, dein Bruder hat gerade zugestimmt, im Mai nach Newland Beach zu kommen. Was hältst du davon, dann auch zu kommen?"
Kieran steht auf und kommt zu uns herüber, damit er nicht schreien muss. "Darf ich denn tun, was ich will?", fragt er Ace.
"Bis zu einem gewissen Grad. Ich habe zwei Kinder im Haus, ich möchte nicht, dass du irgendwelche Mädchen für Sex mitbringst und ich möchte nicht, dass du im Haus rauchst." Kieran denkt darüber nach, was er gesagt hat.
"Aber ich darf Alkohol trinken?", fragt er und Ace gluckst.
"Dann bin ich dabei." Dann zuckt Kieran mit den Schultern; er ist immer so entspannt bei allem. Er ist mein älterer Bruder und ich schaue so sehr zu ihm auf.
Natürlich würde ich das nie laut sagen, denn wir O'Callaghan-Jungs sind zu stolz, um so etwas auszusprechen, aber ich weiß, dass er es weiß.
"Dann ist es abgemacht", erwidert Ace und sie schütteln sich die Hände.
"Ace sagte, du hättest gute Musik geschrieben", sage ich zu ihm.
Kieran starrt mich einen Moment lang an. Ich beschließe, einfach weiter zu reden.
"Woher nimmst du deine ganze Inspiration? Ich sehe dich kaum zweimal mit demselben Mädchen, geschweige denn lange genug, um ein Liebeslied über eine von ihnen zu schreiben." Kieran verdreht nur die Augen.
"Es stimmt, das einzige Mädchen, mit dem ich dich mehr als einmal gesehen habe, ist Bizzy", sagt Ace. Sie kannten wir schon seit unserer Jugend.
Kieran hatte in seiner Jugend ein Jahr lang in einer Wohngruppe gelebt. Dort lernte er Bizzy kennen und seitdem sind sie die besten Freunde.
"Ihr zwei habt keine Ahnung von meinem Privatleben und ich muss mich vor keinem von euch rechtfertigen", sagt Kieran.
Bevor wir noch etwas sagen können, dreht er sich um und geht in ein anderes Zimmer. Ich sehe Ace an. Ich schätze, wir haben irgendwo einen Nerv getroffen.
"Er ist betrunken und high. Gib ihm einfach Zeit, sich zu beruhigen", sagt Ace zu mir und ich nicke nur.
Kieran konnte auf sich selbst aufpassen. Das war das Einzige, was ich mit Sicherheit von ihm wusste. Eigentlich ging es ihm immer gut. Er war der stabilste von uns beiden.
Ich atme tief durch und spreche einfach weiter mit Ace über das kommende Album. Es war an der Zeit, sich darauf zu konzentrieren.

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