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Die Millennium Wölfe Buch 3

Autor:in
Sapir Englard
Gelesen
🔥219M
Kapitel
30
Autor:in
Sapir Englard
Gelesen
🔥219M
Kapitel
30
😱Thriller📸Celebrities💘Schicksalsgefährten🎭Drama🧛🏻Vampire🐺Werwölfe & Gestaltwandler👩‍❤️‍👨Wahrer Gefährte💪🏻Beschützer🧙‍♂️Übernatürlich & Fantasy💪🏻Alpha-Männchen💪Starke Frauen⚔️Action & Abenteuer🐺Übernatürlich

Siennas Leben gerät aus den Fugen, als ihre Freundin Michelle nach einem mysteriösen Angriff ins Koma fällt. Während Sienna und ihr Gefährte Aiden sich durch die gefährlichen Gewässer von Rudelpolitik, Medienrummel und übernatürlichen Bedrohungen kämpfen, müssen sie die Wahrheit hinter dem Angriff aufdecken und sich dem finsteren Vampyr Konstantin stellen. Mit steigenden Spannungen und Geheimnissen, die ans Licht kommen, werden Siennas Stärke und Widerstandskraft auf die ultimative Probe gestellt. Wird sie ihre Liebsten beschützen und ihren Platz in einer Welt finden können, die so viel von ihr verlangt?

Sechs Wochen 🌶️

SIENNA

Ich lehnte mit geschlossenen Augen an der Wand, stellte mir sein dichtes Haar, die haselnussbraunen Augen, die starken Arme vor.
Ich stellte mir vor, wie seine Hände jeden Zentimeter meines Körpers berührten, in mich eintauchten, sich immer schneller und schneller bewegten.
Ich konnte seine Berührungen spüren.
Konnte seine Lippen schmecken.
Hörte mich selbst stöhnen ...
„Hey, kommt das hierhin?“, unterbrach eine Männerstimme meine Tagträume.
Herrgott. Ich war nicht allein im Schlafzimmer, sondern stand mitten in der Küche, denn heute war Umzugstag.
Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt für Sexfantasien, tadelte ich mich selbst.
Außerdem hatte die Paarungszeit noch nicht angefangen. Ich hatte also keine Ausrede.
Keine andere als die, dass Aiden und ich so mit dem Umzug beschäftigt waren, dass wir uns seit 48 Stunden nicht mehr berührt hatten.
Ja, genau.
48
Verfluchte.
Stunden.
„Hallo? Mrs. Mercer-Norwood?“, rief der Umzugshelfer wieder. Ich hastete zu ihm herüber, bevor er die Kiste mit den Gläsern abstellen konnte.
„Nein! Nicht da!“, sagte ich. „Entschuldigung, aber wir haben den Barwagen gerade frisch gestrichen und die Farbe muss ein paar Stunden trocknen. Ich nehme Ihnen die Kiste ab.“
Er übergab mir den Karton und ich stellte die 6 Kilogramm Trinkgläser auf den Boden. Um mich herum wuselten die Umzugshelfer in meiner Küche - Aidens und meiner Küche.
Nachdem unser altes Zuhause vor sechs Wochen niedergebrannt war, beschlossen wir lieber neu zu bauen als umzuziehen. Also engagierten wir ein Team von Fachmännern und betonten, dass wir so schnell wie möglich einziehen wollten.
Und da Aiden der Alpha war und ich haargenau wusste, was ich wollte, war unser Zuhause jetzt, nach sechs Wochen, fertig.
Unser Traumhaus.
„Super“, sagte ich zu einem jüngeren Umzugshelfer, der einen Stuhl aus seiner Plastikverpackung wickelte. Ich ging aus der Küche in den Flur die Treppe hoch. Auf dem Weg hoch ins Schlafzimmer blieb mein Blick in einem anderen Zimmer hängen.
Dem Gästezimmer.
Oder Kinderzimmer.
Nach allem, was vor anderthalb Monaten passiert war - Konstantin, der versucht hatte, Aiden und mich auseinanderzubringen und davor das Drama mit Aidens Eltern - ging es Aiden und mir endlich wieder gut.
Wir beschlossen, dass wir diese Leichtigkeit und Liebe in unserer Beziehung nur aufrechterhalten konnten, wenn wir über alles sprachen.
Das bedeutete bedingungslose Ehrlichkeit.
Jede Sekunde jedes Tages ehrlich zu sein.
Ehrlich zu sein wurde mir nicht in die Wiege gelegt. Nicht, dass ich meinen Mann vorher ständig anlog oder ihn manipulierte. Ich machte Dinge nur gerne mit mir selbst aus.
Ich hatte immer Wert auf meine Unabhängigkeit gelegt, meine Fähigkeit frei zu handeln und eigene Entscheidungen zu treffen, und jetzt hatte ich einen Partner, den ich in alles einbeziehen musste.
„Hi. Da bist du“, hörte ich eine Stimme hinter mir. Als ich mich umdrehte, sah ich Aidens haselnussbraune Augen funkeln.
Der Stoff seines weißen T-Shirts spannte über seinem muskulösen Oberkörper und seine dicken, braunen Haare fielen ihm in die Augen.
Ich lächelte. Einen Partner zu haben war gar nicht so schlimm, wenn er so aussah wie Aiden.
„Hi“, antwortete ich.
„Was machst du?“ Er stellte sich direkt hinter mich, schlang die Arme um meine Hüften und drückte sich an meinen Rücken.
„Ich gucke nur, ob hier alles in Ordnung ist.“
„Das Kinderzimmer, was?“
Ich schaute mich im Raum um. Die Wände waren in einem sanften Gelb gestrichen und obwohl die Möbel für Erwachsene waren, wusste ich, dass im Schrank eine Wiege darauf wartete, aufgebaut zu werden.
Ich schloss eine Sekunde lang die Augen. Stellte mir vor, hier in der Tür zu stehen und das leise Kichern eines Kindes zu hören.
Ich stellte mir vor, mitten in der Nacht ein schreiendes Baby zu beruhigen, es wieder in die Wiege zu legen oder ein Kleinkind dafür zu tadeln, dass es die Wände angemalt hatte.
Es war, als konnte ich meine Zukunft sehen.
Ich drehte mich um und schlang meine Arme um Aidens Hals. „Ich liebe es. Ich liebe unser Haus“, flüsterte ich und sah ihm dabei direkt in die Augen.
„Ich liebe dich“, antwortete er und zog mein Gesicht näher an seins. Nicht lange und unser kleines Vorspiel entwickelte sich zu mehr.
Aiden führte mich wieder zurück in den Flur, unsere Lippen immer noch küssend. Als wir die Tür zu unserem Schlafzimmer erreichten, schob er mich hinein und schloss die Tür hinter sich.
„Die Umzugshelfer... sie sind fast fertig“, brachte er zwischen den Küssen hervor.
Aber die Umzugshelfer waren mir egal. Er hatte das Feuer der Leidenschaft in mir entfacht und jetzt war es sein Job, es zu löschen.
Ich sprang an ihm hoch, sodass er mich trug. Ich wickelte die Beine um seine Hüften und drückte das Becken in rhythmischen Bewegungen gegen seins.
Ich küsste ihn entlang der Kinnlinie. Seinen Hals hinunter. Er stöhnte.
„Zur Hölle mit den Umzugshelfern“, flüsterte ich in sein Ohr und knabberte daran.
„Zur Hölle mit den Umzugshelfern“, wiederholte er.
***
Wir fuhren auf den Krankenhausparkplatz und parkten in unserer Stammlücke. Sie befand sich am nächsten an der Intensivstation. Denn dort lag sie.
Die Krankenhaustüren öffneten sich und wir gingen direkt in den Geschenkladen.
„Nur das“, sagte ich und lächelte die Kassiererin an, als ich die Blumen auf das Band legte. Ich zahlte und wir gingen zu den Fahrstühlen.
Im dritten Stock stiegen wir aus und liefen an den Schildern mit der Aufschrift „Intensivstation“ vorbei. Sally, unsere Lieblingskrankenschwester stand am Empfangsschalter.
„Sally!“, rief ich.
„Sienna, Alpha. Wie geht‘s euch an diesem Samstag?“
„Gut, gut“, antwortete Aiden und lächelte sie herzlich an. „Wie geht‘s ihr?“
„Alles in Ordnung, heute hat sie einen guten Tag. Er allerdings ...“
„Oh nein, macht er Ärger?“
Sally warf uns einen vielsagenden Blick zu. „Mir nicht.“
Wir folgten ihr den Flur entlang bis sie die Tür öffnete und ins Zimmer ging. Ich warf Aiden einen ermunternden Blick zu und er antwortete, indem er meine Hand drückte. Dann gingen wir hinein.
Michelle lag im Krankenhausbett und sah genau so aus wie jeden Tag in den letzten sechs Wochen.
Sie sah noch blasser aus als damals, als sie aus Versehen Make-up gekauft hatte, das vier Nuancen zu hell war, und ihre Augenlider waren geschlossen.
Sie trug ein schreckliches Krankenhaushemd - eine Mischung aus Mattblau und ausgewaschenem Grün - und ich war mir sicher, Michelle hätte es schrecklich gefunden, wenn sie wach gewesen wäre. Doch das war sie nicht. Sie lag immer noch im Koma.
„Hi, Josh“, sagte Aiden, während Sally ums Bett herum ging, um Michelles Vitalfunktionen zu überprüfen. Erst da sah ich Josh, der neben dem Bett saß.
„Hi“, antwortete er, ohne den Blick von Michelle abzuwenden.
Er saß so nah am Bett, dass er fast selbst darin lag, und hielt Michelles Hand so fest, als würde sein Leben daran hängen.
Er hatte rote Flecken im Gesicht, seine Augen waren blutunterlaufen und seine Bartstoppeln ließen vermuten, dass er sich tagelang nicht rasiert hatte.
Ich war mir nicht sicher, wer von beiden schlechter aussah.
„Kann ich dir etwas zu trinken bringen, Josh? Oder etwas zu essen?“, fragte ich ihn, während ich die alten Blumen aus der Vase auf dem Nachttisch in den Müll warf und die neuen Tulpen hineinstellte.
„Nein, danke“, brachte er hervor.
„Wann hast du das letzte Mal geschlafen? Oder geduscht?“, fragte Aiden und legte ihm eine Hand auf die Schulter.
Aber Josh schüttelte sie ab.
Er sprang vom Stuhl auf und sah uns zum ersten Mal an. „Schlafen? duschen? Sie liegt im Koma, verdammt! Meine Frau liegt im Koma! Wegen eines ... Tieres, das ihr beide hergebracht habt.“
„Darüber haben wir doch schon gesprochen, Josh. Wir haben ihn nicht hergebracht.“
„Sie wollte dich beschützen!“ Josh sah mich mit Tränen in den Augen an. „Und jetzt ist sie ... Und dir geht es gut!“
„Josh, das ist nicht fair“, kam mir Aiden zu Hilfe, aber Josh redete einfach weiter.
„Ich kann das nicht. Ich kann hier nicht herumsitzen wie ein ... Versager und darauf warten, dass sie aufwacht. Ich kann nicht mehr nur hoffen. Ich tue gar nichts. Ich TUE GAR NICHTS!“, donnerte er.
„Das stimmt nicht“, sagte ich sanft und blickte ihn direkt an. „Du bist hier bei ihr, Josh. Das ist, was zählt. Sie spürt, dass du da bist, dass du sie liebst.“
Er atmete tief ein und ich dachte, ich hätte ihn beruhigt.
Doch dann explodierte er erneut. „NEIN. NEIN! Das ist nicht, was zählt! Etwas zu TUN zählt. Es reicht. Es reicht!“
Er stürzte aus dem Krankenzimmer. Aiden und ich wechselten Blicke und dann nahm Aiden Joshs Jacke und lief ihm hinterher.
Wir Mädels brauchten eh mal Zeit nur für uns.

AIDEN

„Josh! Warte!“, rief ich, während ich ihm folgte.
Ein paar Krankenschwestern blickten hoch, um zu sehen, was das für ein Aufruhr war, doch für Erklärungen war keine Zeit. Ich lief einfach weiter.
Er war so viel schneller, wenn er angepisst war.
„JOSH!“, rief ich. Endlich blieb er stehen.
Als ich ihn eingeholt hatte, legte ich eine Hand auf seine Schulter. Um ihm zu verstehen zu geben, dass er nicht allein war.
„Sprich mit mir.“
„Was soll ich dir sagen? Ich fühle mich verdammt hilflos. Sie liegt da, leer wie eine Hülle, und das seit eineinhalb Monaten, Aiden!
Ich konnte sie damals nicht vor ihm beschützen und kann sie auch jetzt nicht zurückholen. Ich muss etwas tun. Ich habe es satt, nichts zu tun.“
„Das verstehe ich. Wirklich.“
„Dann lass mich gehen.“
„Wohin?“
„Ich muss ihn finden. Dieser Hurensohn soll zahlen.“
Ich atmete tief ein, sah Joshs Augen vor Besessenheit glühen. Genau so sah ich aus, nachdem mein Bruder gestorben war, nur war es damals niemandes Schuld.
Ich konnte mir nicht vorstellen, wie es war, jemanden, den ich liebte, durch die Hände eines anderen zu verlieren.
Trotzdem konnte ich meinen wildgewordenen Beta nicht auf eine vergebliche Jagd lassen. Insbesondere, wenn der Gejagte ein mächtiger Vampir war.
„Josh, ich verspreche dir, ich helfe dir, Konstantin zu finden. Er wird es bereuen, jemals das Territorium des Ostküstenrudels betreten zu haben, okay? Aber wir müssen Geduld haben. Wir müssen ...“
„Scheiß auf Geduld, Aiden“, erwiderte Josh, drehte sich um und ging ins Treppenhaus.

SIENNA

„... und der eine Umzugshelfer ... wir hatten gerade den Barwagen in einer anderen Farbe gestrichen, und der Umzugshelfer wollte einen Karton voll von Gläsern auf die frisch gestrichene Farbe stellen, was natürlich alles verschmiert hätte“, erzählte ich und fuhr mit einem Kamm durch Michelles Haar.
Ich seufzte.
Mit meiner Freundin zu sprechen war nicht dasselbe, wenn sie nicht antworten konnte.
„Ich vermisse dich, Michelle“, sagte ich sanft. Ich schaute sie an, als könnte mein Blick ihre Augenlider öffnen. „Komm zurück zu uns“, flüsterte ich.
Eine Träne lief mir über die Wange, ohne dass ich bemerkt hatte, dass ich angefangen hatte zu weinen. Wahrscheinlich hatte ich sie so lange angestarrt, dass ich vergessen hatte zu blinzeln.
Plötzlich blitzte ein Fotoapparat hinter mir.
Was zum Teufel war das?
Paparazzi?!
„Hey, Sienna, lächeln!“

AIDEN

Ich lief zurück zu Michelles Krankenzimmer, als ich Sienna schreien hörte. Ich fing an zu rennen.
„SIND SIE VERRÜCKT? RAUS HIER!“
Als ich in den Raum stürmte, sah ich Sienna dicht vor einer Frau mit lockigen Haaren stehen.
„Was zum Teufel ist hier los?“, fragte ich. Dann erkannte ich die Frau.
Monica Birch, die Reporterin von Rudel News.
„SIE VERSUCHT AUS MICHELLES KOMA KAPITAL ZU SCHLAGEN!“
„Alpha, könntest du bitte deine Frau beruhigen ...“
„ICH WILL MICH NICHT BERUHIGEN“, bellte Sienna. „ICH WILL, DASS DU DEINEN KAMERAMANN NIMMST UND VON HIER VERSCHWINDEST!“
„Aiden, diese Fotos könnten dich und deinen Beta in der Öffentlichkeit beliebter machen. Und nachdem, was ...“
„Ich gebe dir drei Sekunden, um zu verschwinden“, drohte Sienna ihr, und da sah ich, was sie in der Hand hielt.
Meine wunderschöne Frau mit dem Engelsgesicht hielt die Glasvase über ihrem Kopf.
Sie zielte und war bereit, sie zu schmeißen.

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