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Gefährtin des Mistkerls

Autor:in
Eliza Vasquez
Gelesen
782K
Kapitel
48
Autor:in
Eliza Vasquez
Gelesen
782K
Kapitel
48
🧛🏻Übernatürlich🧛🏻Vampire💘Schicksalsgefährten🎭Drama🐺Werwölfe & Gestaltwandler👩‍❤️‍👨Wahrer Gefährte💪🏻Beschützer🧙‍♂️Übernatürlich & Fantasy💪Starke Frauen

Lily Summers dachte, ihr Rudel zu verlassen, würde Freiheit bedeuten, doch das Schicksal hat andere Pläne. Ein einziger Vampirangriff zerstört ihr ruhiges Leben und stürzt sie in eine Gefahr, die sie nicht ignorieren kann. Und dann ist da noch Adrian Ryker – unausstehlich, arrogant und es ist absolut unmöglich, ihm zu widerstehen. Er ist alles, was sie unbedingt meiden will, doch die Anziehungskraft zwischen ihnen ist magnetisch und unausweichlich. Während die Gefahr näher rückt und das Verlangen brodelt, muss Lily entscheiden, ob sie dem Mann vertrauen kann, den sie hassen will – oder ob die Entscheidung, ihn an sich heranzulassen, ihr Herz aus Stein in etwas Unzerbrechliches verwandeln wird.

Kapitel 1

LILY

Ich raste völlig unbesorgt über die Autobahn. Meine Freundin saß auf dem Beifahrersitz und schrie um ihr Leben. Ich konnte nicht anders. Ich liebte es einfach, schnell zu fahren.
Als Werwolf war ich es gewohnt, durch den Wald zu rasen. Ich genoss den Wind in meinem Gesicht, den Kies unter meinen Pfoten und das Adrenalin in meinem Blut. Das hier? Das war gar nichts. Einfach nur ein weiterer kleiner Nervenkitzel.
„Erinnere mich daran, warum ich überhaupt zu dir Verrückten ins Auto steige“, sagte Marsha, meine einzige menschliche Freundin. Sie versuchte dabei krampfhaft, ihre Haare vor dem wilden Fahrtwind zu retten.
Marshas Locken waren wunderschön. Auch wenn sie behauptete, sie seien die halbe Zeit unmöglich zu bändigen. Nach dieser Fahrt würden sie allerdings komplett ihren eigenen Kopf haben.
„Weil du meinen Lambo liebst“, sagte ich, küsste mein Lenkrad und lachte, als Marsha mir einen schrägen Blick zuwarf.
„Ich weiß wirklich nicht, warum ich überhaupt mit dir abhänge“, murmelte sie und schüttelte den Kopf.
„Weil du mich liebst, Hoe.“
„Verdammt. Da hast du mich erwischt“, schoss sie zurück und grinste.
Wir brachen beide in lautes Gelächter aus. Ich drehte mich zu ihr um. „Was würde ich nur ohne dich tun, Marsh?“
Ihre Augen weiteten sich. „Erstens: aww. Und zweitens, du verrückte Bitch, Augen auf die Straße!“
Ich rollte mit den Augen. „Na gut“, murmelte ich und trat das Gaspedal nur noch fester durch. Natürlich meckerte Marsha den gesamten restlichen Weg zum College.
Wir kamen heil und lebendig auf dem Campus an. Marsha warf mir einen Kussmund zu, als wir uns verabschiedeten und in entgegengesetzte Richtungen davongingen.
Sobald ich den Hörsaal betrat, begrüßte mich meine Professorin mit einem kurzen Nicken und setzte ihre Vorlesung fort. Und bei der Moon Goddess, das war wirklich erfrischend. Zu Hause im Rudel hätte man mich zur Schnecke gemacht, weil ich zu spät war. Hier? Nur ein Nicken. Man musste das menschliche College einfach lieben.
Die Vorlesung verging wie im Flug. Bald darauf war ich schon wieder auf dem Weg zu meinem Auto. Ich klammerte meine Umhängetasche fest an meine Seite, während der Wind mein langes, braunes Haar nach hinten wehte.
Ein Vibrieren in meiner Tasche ließ mich mitten in der Bewegung innehalten. Ich holte mein Handy heraus und warf einen Blick auf den Anrufer. Ich runzelte die Stirn, als ich auf den Namen starrte, der auf meinem Display aufblinkte. Claus Blackthorn.
Mein Verlobter. Allerdings nicht aus freien Stücken, sondern aufgrund eines uralten Brauchs. Dieser Brauch sollte in der Hölle schmoren, genau wie die Person, die ihn erfunden hat.
Ich pfefferte mein Handy zurück in die Tasche. Ich unterdrückte die Erinnerungen an meine Vergangenheit… an meine Familie. Ich hätte sie längst vergessen sollen. Sie am besten tief und fest begraben sollen.
Aber ein winziger, verzweifelter Teil von mir sehnte sich noch immer nach einem Lob aus dem Mund meines Vaters. Oder nach einem freundlichen Blick meines Bruders. Verdammt, selbst ein fucking Streicheln über den Kopf von einem der beiden hätte mir gereicht. Doch selbst so etwas Simples blieb nie ohne bittere Konsequenzen.
Ein Tippen auf meine Schulter riss mich aus meinen Gedanken, und ich drehte mich um.
Marshas exotische, grüne Augen blitzten schelmisch auf. Sie sprang fast auf und ab vor Aufregung.
Ich atmete tief ein, um mich zu sammeln. Ich machte mich auf den nächsten verrückten Plan gefasst, der ihr mitten in der Vorlesung eingefallen war.
Marsha hatte ein echtes Talent für völlig absurde Ideen. Solche Ideen, bei denen ich mir immer schwor, niemals mitzumachen. Doch dank ihrer unermüdlichen Hartnäckigkeit wurde ich am Ende doch immer wieder hineingezogen. „Lily!“, sagte sie mit einem breiten, frechen Grinsen im Gesicht.
„Ja?“, fragte ich vorsichtig.
„Lass uns heute Abend ins La Loba gehen!“, trällerte sie fröhlich.
„Auf gar keinen Fall.“ Ich schüttelte den Kopf.
„Aber Lily“, quengelte sie. „Ich habe sonst niemanden, der mitkommt. Du bist meine einzige Freundin.“ Ihre Schultern sackten nach unten. Ein trauriger Ausdruck legte sich in ihre Augen. „Bitte“, fügte sie mit einem Schmollmund hinzu.
Ich seufzte und fuhr mir mit der Hand über das Gesicht. Verdammt noch mal. Ich konnte ihr einfach keinen Korb geben. Nicht, wenn sie mich so ansah. „Na gut. Aber nur, weil ich mir höllische Sorgen machen würde, wenn du alleine losziehst.“
„Ich wusste es. Du bist die beste Freundin, die man sich wünschen kann!“, quietschte sie und schloss mich in eine feste Umarmung. „Du machst dir sicher Sorgen wegen der Angriffe, oder?“
Ich legte den Kopf leicht schief. „Angriffe?“
„Jep, ich habe es in den Nachrichten gesehen. Irgendein verrückter Psycho läuft herum und bringt Leute um.“
Ich kaute auf meiner Unterlippe. Davon hatte ich noch gar nichts gehört. Aber mit diesem Wissen würde ich sie jetzt ganz sicher erst recht nicht mehr alleine gehen lassen.
Und genau so landete ich fünf Stunden später an einem Freitagabend im La Loba.
Ich trug ein figurbetontes, dunkelrotes Helena-Maxikleid und dazu passende, mörderisch hohe High Heels. Meine braunen Haare hatte ich zu einem strengen Dutt hochgesteckt, während ein weicher Pony mein Gesicht umrahmte. Mein Make-up war volles Glamour-Programm. Ich trug Smokey Eyes mit dunklem Lidschatten und auffälligem, blutrotem Lippenstift.
Ehrlich gesagt, hatte ich überhaupt keine Lust gehabt, in diesen verdammten Club zu gehen. Aber das hieß ja nicht, dass ich dabei nicht verdammt heiß aussehen konnte. Und wenn sich zufällig ein paar Köpfe nach mir umdrehen sollten?
Tja… dann war das einfach nur eine kleine Streicheleinheit für mein Ego.
Wir traten an den Türsteher heran, und er neigte sofort respektvoll den Kopf vor mir. „Lily, ich wusste zwar, dass du in die Stadt gezogen bist. Aber ich hätte nie gedacht, dass ich dich jemals ohne Luna Trinity in einem Club sehen würde“, sagte er mit einem überraschten Blick.
„Das Ganze geschieht völlig gegen meinen Willen“, murmelte ich. Ich warf einen Blick auf Marsha, die Nico, den Türsteher, bereits ansah, als wäre er ein leckeres Dessert. „Geh schon rein, du durstige Hoe.“ Ich rollte mit den Augen und schob Marsha in den Club.
Sobald wir eintraten, dröhnte mir die laute Musik in den Ohren. Die Leute tanzten und rieben sich aneinander wie die Tiere. Vielleicht lag das daran, dass die Hälfte von ihnen genau das war, aber das stand auf einem anderen Blatt. Der Gestank war unerträglich. Schweiß, Alkohol und Rauch vermischten sich zu einem geradezu widerlichen Cocktail. Ich hasste diesen Abend jetzt schon, und ich war gerade erst zur Tür hereingekommen.
„Oh mein Gott, sieh dir nur an, wie uns alle anstarren“, schwärmte Marsha.
Ich sah mich um. Sie hatte recht. Der halbe Club starrte uns an, als wären wir ihre nächste Mahlzeit.
Großartig.
„Hast du Lust, mit mir zu tanzen?“, ertönte eine tiefe Männerstimme, die an Marsha gerichtet war.
Wir drehten uns um, um zu sehen, wer gesprochen hatte. Der Typ, der neben uns stand, sah echt heiß aus. Das war wahrscheinlich auch der Grund, warum Marsha mich mit flehenden Augen ansah.
Ich seufzte. „Na gut… aber benimm dich.“ Ich warf ihr einen vielsagenden Blick zu.
„Ich verspreche hoch und heilig, dass ich mich benehme, Mutter!“ Marsha grinste und kreuzte vielsagend die Finger, bevor sie auf der Tanzfläche verschwand.
Meine Güte, dieses Mädchen.
Ich sah mich im Raum um und entdeckte die Bar. Ich bahnte mir meinen Weg dorthin und setzte mich auf einen leeren Barhocker.
„Kann ich dir etwas zu trinken bringen?“, fragte eine vertraute Stimme, die ich schon unzählige Male zuvor gehört hatte.
„Einen Long Island Iced Tea. Schreib es auf meinen Deckel.“
„Du meinst den Deckel, den du nie bezahlst?“ Rodrigo zog eine Augenbraue hoch.
Ich schenkte ihm ein freches Grinsen. „Ich muss auf die Damentoilette. Ich erwarte, dass mein Drink hier steht, wenn ich zurück bin. Danke!“ Als ich mich auf den Weg zu den Toiletten machte, stieg mir plötzlich ein widerlicher Geruch in die Nase. Ich folgte dem Geruch nach draußen.
Die Nacht war stockdunkel. Der Mond war die einzige Lichtquelle am Himmel. Die wummernde Musik war nur noch gedämpft zu hören, als ich durch den Hinterausgang des Clubs nach draußen trat. Niemand war da, nur ein paar Mülltonnen standen herum. Aber es war ganz sicher nicht der Müll, den ich gerochen hatte.
Plötzlich trat eine dunkle Gestalt aus den Schatten hervor. Als sie näher kam, erkannte ich endlich, was ich da gerochen hatte.
Ein Vampir.
Seine roten Augen fixierten mich. Ein bösartiges Lächeln breitete sich langsam auf seinen Lippen aus.
Ich erstarrte. Dann straffte ich langsam meine Schultern und machte mich auf alles gefasst.
Ich hatte das miese Gefühl, dass diese Nacht noch richtig beschissen werden würde.

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