
Love Shots 1: Verliebt seit der ersten Nacht
Autor:in
Guinevere
Gelesen
63,8K
Kapitel
4
Kapitel 1
Buch 1: Verliebt seit der ersten Nacht
CARLOS
Brennend. Süß. Kühn.
Ich wusste nicht einmal, wie mein Drink hieß, aber er sah gut aus. Und ich mag schöne Dinge.
„Wie lange bleibst du in der Stadt, Carlos?“, fragte mein Freund Matthew.
Er kippte ein Getränk nach dem anderen, völlig unbekümmert um die Frauen um ihn herum, die verzweifelt um seine Aufmerksamkeit buhlten.
Matt und ich sind befreundet, seit wir uns im College kennengelernt haben. Sein markantes Aussehen, seine dunkle, grüblerische Art, haben schon immer viele Menschen angezogen. Frauen insbesondere.
Ob in der Uni, bei Kunstausstellungen oder in unserem Workshop – er war stets von einer Reihe von Frauen umgeben. Heute Abend war es nicht anders.
„Eine Woche oder so ... und du?“
„Sobald der Workshop morgen vorbei ist, nehme ich den ersten Flug zurück nach Hause“, brummte Matthew mit rauer Stimme, fuhr sich durchs Haar und entblößte dabei seinen muskulösen, tätowierten Arm. Ich hätte schwören können, jemanden hörbar seufzen zu hören.
„Ist Georgia nicht deine Heimat? Warum hast du es so eilig, zurückzufliegen?“, fragte ich. Ich erinnerte mich, dass seine Eltern in einer Kleinstadt im Süden lebten.
„Ist es, und ich hasse es“, stöhnte er unglücklich. Ich lachte leise.
„Du bist so melancholisch und ernst. Kommst du mit der fröhlichen, hektischen Stimmung hier nicht klar?“
„Das auch. Außerdem will ich keinem aus meiner Familie über den Weg laufen“, erklärte Matt leise.
Ich nickte, ohne weiter nachzuhaken. Ich wusste, dass er kein gutes Verhältnis zu seiner Familie hatte, aber mir war nicht klar gewesen, wie ernst es war.
„Ich gehe zurück ins Hotel“, meinte er plötzlich und ließ sich die Rechnung vom Barkeeper geben. „Du solltest auch bald gehen. Angie wäre sauer, wenn wir morgen zu spät zu ihrem Workshop kommen. Das ist sowieso der einzige Grund, warum ich überhaupt hergekommen bin“, seufzte er müde.
Ich nickte und sah ihm nach, wie er in der Menge verschwand.
„Noch einen davon, bitte“, sagte ich zum Barkeeper und deutete auf das Glas, das er mir vorher gereicht hatte. Mit flinken Händen und geschmeidigen Bewegungen mixte er meinen Drink und stellte ihn vor mich.
Ich drehte den Hocker zur Menge hin und hob mein Glas. Die rosa Farbtöne schimmerten wunderschön im Licht des Clubs. Ich bewunderte gerade die Farben, die in meinem Glas wirbelten, als plötzlich eine Frau an mir vorbeiging. Ich konnte ihre Silhouette durch mein Glas sehen.
Ein leiser Pfiff entwich mir, und ich stellte mein Glas ab, um die Frau klarer zu sehen, ohne dass mein rosa Drink mir die Sicht versperrte.
Sie hatte welliges, kastanienrotes Haar, ein schmales Gesicht, war durchschnittlich groß, aber ihr Körper war alles andere als durchschnittlich. Ihre kurvige Figur war atemberaubend, und ich bemerkte sofort, dass ich nicht der Einzige war, dem sie auffiel.
Männer und Frauen um sie herum starrten sie an – manche begehrten sie, andere waren neidisch oder einfach nur neugierig. Sie trug ein süßes, glitzerndes Kleid, das perfekt für einen Ausgeh-Abend in der Stadt war, aber sie wirkte eindeutig verloren und unwohl.
Mir wurde erst bewusst, dass ich sie zu lange angestarrt hatte, als sich unsere Blicke trafen.
Sie musterte mich von oben bis unten, bevor sie wieder zu mir aufsah.
Plötzlich kam sie auf mich zu. Sie bewegte sich wie ein Model – selbstbewusst und kraftvoll. Je näher sie kam, desto deutlicher konnte ich ihre stechend blauen Augen sehen. Augen, die immer noch fest auf mich gerichtet waren.
Mir blieb fast die Luft weg, als sie den Blick nicht abwandte. Sie kam immer näher. Als sie nur noch wenige Zentimeter entfernt war, sah sie plötzlich weg, trat zur Seite und rief den Barkeeper.
Ich konnte nicht anders, als mir auf die Lippe zu beißen. Verdammt.
„Einen Whiskey on the rocks, bitte. Danke“, bestellte sie.
Aus dieser Nähe konnte ich sehen, wie wunderschön sie wirklich war. Ein herzförmiges Gesicht, porzellanfarbige Haut. Ihr schlanker Hals, ihre üppige Oberweite und ein wohlgeformter Hintern.
Sie sah aus wie eine griechische Göttin, die mich mit ihrer Schönheit beehrte.
„Es ist unhöflich zu starren, weißt du“, bemerkte sie und wandte sicht zu mir um.
„Wunderschön“, murmelte ich. Ich konnte es mir nicht verkneifen – sie war hinreißend, und ich spürte, wie mein Blut vor Erregung in meinen Ohren rauschte. Schöne Dinge, wunderschöne Dinge ... egal ob Mensch, Tier, Szene oder Objekt – alles, was meinen Blick fesselt, verpasst mir einen Serotonin-Kick.
„Du machst es schon wieder“, meinte sie und verdrehte die Augen.
„Ich kann nicht anders. Ich liebe es, schöne Dinge zu betrachten, und du, meine Dame, bist wunderschön“, erklärte ich und schenkte ihr mein charmantestes Lächeln.
„Ach komm.“ Sie setzte sich neben mich, schwenkte ihren Drink im Glas und nahm einen Schluck von der bernsteinfarbenen Flüssigkeit.
„Ich sage die Wahrheit.“ Ich zuckte mit den Schultern. „Wie heißt du?“
Bei meiner Frage schoss ihr Blick kurz zu mir, bevor sie wieder an mir hinabsah. Diese eindringlichen Augen schienen mir bis in die Seele zu blicken und machten mich nervös und erregt zugleich.
„Delilah“, sagte sie. „Und du?“
„Carlos“, antwortete ich und hob mein Glas in ihre Richtung.
Zögerlich stieß sie mit mir an. Das Klirren der Gläser ging im lauten Dröhnen der Musik fast unter.
„Also ... was verschlägt dich hierher, Delilah? So ganz allein?“, fragte ich. Mir gefiel, wie ihr Name klang, wenn ich ihn aussprach.
„Ich ... ich weiß es nicht. Ich mag laute Orte eigentlich gar nicht“, gab sie zu und verzog das Gesicht, als die Stimmung in der Bar immer ausgelassener wurde.
Ich lachte. Sie war eindeutig verloren.
„Was?“
Ich sagte, was ich gedacht hatte, seit ich sie gesehen hatte. „Du bist richtig angezogen für diesen Ort, aber du siehst so verloren aus“, lachte ich.
Als sie meine Worte hörte, färbten sich ihre Wangen leicht rosa. Völlig unerwartet kippte sie plötzlich ihren ganzen Drink auf einmal runter.
„Hey, langsam.“ Ich war überrascht, dass sie nicht einmal zusammenzuckte, nachdem sie den Whiskey einfach heruntergekippt hatte. Ihre hellrosa Wangen waren nun deutlich dunkler gefärbt.
„Ich sehe kein Problem darin, verloren zu sein“, meinte Delilah plötzlich und schloss für einen Moment die Augen. Es entstand eine kurze Pause zwischen uns, bevor sie fortfuhr. „... verloren zu sein führt dazu, gefunden zu werden.“
Ich konnte ihr nur zustimmen.
Denn ich habe dich gefunden.











































