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Vereinbarte Liebe

Autor:in
OC Andrea (with S. S. Sahoo)
Gelesen
207K
Kapitel
32
Autor:in
OC Andrea (with S. S. Sahoo)
Gelesen
207K
Kapitel
32
🕵️Krimi & Mystery💰Milliardäre💍Arrangierte Ehe🎭Drama⚔️Feinde zu Liebenden🏙️Zeitgenössisch💪🏻Beschützer💪🏻Alpha-Männchen💪Starke Frauen🩺Ärzte & Krankenschwestern🤨Fake-Dating🤑Milliardäre

Angela, Erbin des Carson-Geschäftsimperiums, würde ihr Leben lieber als bohemistische Künstlerin verbringen. Das ändert sich, als sie sich nach dem Tod ihrer geliebten Großmutter in einer psychiatrischen Anstalt wiederfindet. Hier tritt der in Ungnade gefallene Dr. Xavier Knights auf den Plan, der den Schlüssel zu ihrer Freiheit in der Hand hält. Mit seinem umwerfenden Charme und seinem Geschäftssinn wäre er an ihrer Seite ein unschätzbarer Verbündeter, um die Macht zurückzugewinnen. Das einzige Problem? Er hasst die Carsons.

Altersfreigabe: 18+.

Naives Blondchen

ADELINE

Mein Leben ist vorbei. Ich weiß es. Ich habe alles verloren. Und es wird nur noch schlimmer werden. Während ich mich ein weiteres Mal umsehe, begreife ich, dass ich am absoluten Tiefpunkt angelangt bin – in einer Zwangsjacke in einer Gummizelle. Mit einem einzigen Schlag ist alles in Flammen aufgegangen. Und genau jetzt kann ich mein Schicksal akzeptieren und mich demjenigen ergeben, der das hier eingefädelt hat, oder ich kann kämpfen. Kämpfen, als gäbe es kein Morgen ... denn es gibt keine Garantie dafür, dass ich hier lebend herauskomme. Nicht, wenn es nach ihnen geht.
Du fragst dich vielleicht, wie ich in diese Zwickmühle geraten bin. Das würde ich selbst auch liebend gern wissen. Nichts von dem, was ich getan habe, rechtfertigt ein solches Urteil.
Aber ich kann dir erzählen, wann die Dinge anfingen, aus den Fugen zu geraten. Vielleicht können wir uns zusammen einen Reim darauf machen.
Alles fing gestern Morgen an. Wie an jedem normalen Freitag frühstückte ich mit meiner Großmutter, während sie ihre Zeitung las und ich mich auf meinem Handy durch eine Flut neuer Klatschblattartikel über mich scrollte. Dennoch machte mich irgendetwas nervöser als sonst. Nenn es eine böse Vorahnung, aber ich war rastlos. Und das hatte wenig mit all den unvorteilhaften Artikeln über mich zu tun. Daran war ich inzwischen gewöhnt.
Für die Presse war ich Adeline, das naive, blonde Möchtegern-Künstler-Sternchen und Erbin eines millionenschweren Pharma-Imperiums. Eine Rebellin ohne Grund, genau wie meine Mutter. In Wirklichkeit war das jedoch so weit von der Wahrheit entfernt, dass es sich nie so anfühlte, als würden sie überhaupt über mich reden.
Das Einzige, was meine Mom und ich gemeinsam hatten, war die Tatsache, dass wir beide exakte Kopien meiner Oma waren, die mit respektablen achtzig Jahren noch ein absoluter Feger war. Na ja, nicht ganz, aber du weißt, was ich meine.
In ihren jungen Jahren war Alitta Roberts jedoch der Inbegriff der Femme fatale. Sie hatte definitiv alles: überirdische Schönheit, einen messerscharfen Verstand und den Midas-Touch, wenn es ums Geldverdienen ging. Sie überraschte die Geschäftswelt, bezirzte sich durch jede verschlossene Tür, packte jede Gelegenheit am Schopf und zwang sie dann in die Knie. Alles, was sie ins Visier nahm, verfolgte sie mit der Kraft eines Hurrikans: unberechenbar und unaufhaltsam. Ich glaube gerne, dass dies die eine Eigenschaft ist, die meine Oma an mich weitergegeben hat. Abgesehen von den spektakulären Genen, meine ich.
Sicher, es wäre schön gewesen, wenn dieses Komplettpaket auch nur mit zehn Prozent ihres geschäftlichen Gespürs gekommen wäre; das hätte unsere Leben so viel einfacher gemacht. Im Gegensatz zu meiner Mom wäre ich liebend gern Nanas rechte Hand gewesen und hätte von ihr alles gelernt, worauf es ankam.
Und ich versuchte es aus allen Kräften: Ich folgte ihr wie ein Schatten, seit ich ein Teenager war, verbrachte all meine Freizeit in ihrem Büro und löcherte sie mit Fragen, wann immer ich die Chance dazu bekam. Aber letztendlich, obwohl ich die theoretische Seite mit Bravour meisterte, war ich völlig ahnungslos, wenn es ans Eingemachte ging: sich unter die Leute zu mischen, die Stimmung im Raum zu lesen und den besten Deal abzuschließen.
Könnte es sein, dass ich tatsächlich das Dummchen bin, für das mich alle halten? Als ob sie spürte, dass ich wieder einmal kurz davor stand, mich in eine Panikattacke hineinzusteigern, stand Nana auf, griff nach meiner Hand und schenkte mir ein warmes Lächeln.
„Du bist perfekt, genau so, wie du bist, mein Liebling“, sagte sie sanft zu mir. „Lass dir niemals von jemandem etwas anderes einreden.“ Dann zog sie mich in eine Umarmung, drückte mir einen letzten Kuss auf die Stirn und widmete sich wieder ihrem Tag. Und mehr brauchte es nicht, damit ich mich sofort besser fühlte.
Mit neuem Selbstvertrauen verjagte ich die Wolke der Unsicherheiten, ging zurück in mein Atelier und malte weiter. Mich in meiner Kunst zu verlieren, ist das, was mich durch die meisten Tage bringt, und dieser Tag war da keine Ausnahme.
Dann wurde es im Handumdrehen Abend, und Lory und ich liefen Hand in Hand in eine laute, überfüllte Party, während ich wünschte, ich wäre überall, nur nicht hier. Und da ich die Stimmung nicht mit meiner schlechten Laune verderben wollte, nahm ich stattdessen wieder meine Rolle als Beobachterin ein und zählte die Minuten, bis ich gehen konnte.
„Erde an Adeline! Was lässt dich so tief in Gedanken versinken?“ Ihre schrille Stimme durchdrang den Lärm um uns herum. „Du warst meilenweit entfernt. Weißt du was, vergiss es; erzähl es mir später. Ich habe ein paar heiße Typen in der Ecke gesehen; sie sind gerade reingekommen. Lass deinen Charme spielen und hol sie her. Es fing gerade an, langweilig zu werden.“
Als ich aus meinen ausschweifenden Gedanken gerissen wurde, starrte mir ein Paar blauer Augen mit einem verwirrten Blick entgegen. Umrahmt von perfekt gestylten, pechschwarzen, langen Haaren und Porzellanhaut, ist sie rein äußerlich mein genaues Gegenteil. Alles in allem ist sie zweifellos eine wunderschöne Frau. Und meine beste Freundin. Nein, eigentlich ist sie mehr als das. Lory ist meine Verbündete auf Leben und Tod.
Wir sind praktisch zusammen aufgewachsen, da ihr Vater der Buchhalter meiner Oma war. Für Lory, die von einem alleinerziehenden Vater großgezogen wurde, war Nana genauso eine Mutterfigur wie für mich. Sie in meinem Leben zu haben, war ein Segen, und ich war so unendlich froh, dass sie mich einfach versteht – mein wahres Ich.
Allerdings ist meine beste Freundin weitaus extrovertierter, als ich es je sein werde. Ich kann nicht gerade behaupten, dass das Rampenlicht so mein Ding wäre, aber da ich nun mal bin, wer ich bin, stand das ohnehin außer Frage. Lory hingegen blühte regelrecht auf, wenn alle Augen auf sie gerichtet waren, und es machte mir nie etwas aus, ihr dabei zu helfen, zu glänzen. Gestern Abend war ich nicht wirklich in Partylaune, aber sie hatte mich überredet, auszugehen und diesen neuen, angesagten, schicken Club abzuchecken. Entspannte Hauspartys – bei denen man sich tatsächlich unterhalten und die Leute sehen konnte – waren eher mein Tempo, und da ich sie auf genug davon mitgeschleppt hatte, war ich ihr wohl einen Gefallen schuldig.
„Klar, Lo“, antwortete ich und versuchte, etwas Begeisterung aufzubringen. „Lass uns zuerst ein paar Drinks holen. Ich muss ein wenig von diesem aufgestauten Stress auf der Tanzfläche abbauen. Und ich will definitiv erst einen kleinen sitzen haben, bevor ich tanze.“
„Mädel, was du brauchst, ist, dass dir mal ordentlich der Kamin durchgefegt wird“, schrie sie fast. „Wann hast du dir das letzte Mal dank eines Fremden mit einem riesigen Schwanz die Seele aus dem Leib geschrien?“
Das brachte mich dazu, den letzten verbleibenden Tropfen meines Cocktails auszuspucken und daraufhin in Gelächter auszubrechen, bevor ich schließlich verlegen antwortete: „Du weißt verdammt gut, dass mir das noch nie passiert ist. Und so ticke ich auch nicht. Ich brauche mehr als nur flüchtige Nächte. Und seit Bruce ... nun ja ...“
„Adeline Marie Roberts, willst du mir damit sagen, dass du, seit du vor einem Jahr mit diesem Fuckboy Spruce Schluss gemacht hast, ... abstinent warst?“, spie sie aus, während sich ihr Gesicht vor Ekel verzog. „Ich dachte, du wärst nur schüchtern mir gegenüber oder würdest dich für deine Sexkapaden schämen, aber das ist noch schlimmer, als ich dachte. Bitch, wie bist du überhaupt noch am Leben?? Ich könnte das niemals ...“, schloss sie, während ein Schauer des Widerwillens durch ihren Körper fuhr. Sie konnte manchmal so extrem sein, aber das war weder der richtige Ort noch die richtige Zeit für ihr Drama.
„Sprich leiser, würdest du?“, sagte ich und zog sie näher zu mir heran, um sie zum Schweigen zu bringen, bevor noch mehr meiner Geheimnisse durch den halben Club posaunt wurden. Dann fügte ich hinzu: „Die Klatschpresse hat sowieso schon genug Material über mich gedruckt. Und es war ja nicht so, als wäre Bruce eine Art Sex-Guru gewesen; ich habe ohnehin die meiste Arbeit erledigt, also gibt es jetzt keinen großen Unterschied. Ich habe meine Spielzeuge. Sie halten mich ... über Wasser.“
„Nope, tztz. Wir müssen diese Durststrecke heute Abend beenden, und etwas BDE in dich reinzubekommen, ist genau das, was der Arzt verschrieben hat. Warte hier. Ich werde die Lage sondieren.“
Und sie war schon weg, bevor ich überhaupt ein Wort sagen konnte. Die Wahrheit ist, wenn Lory sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, war es schwer, sie wieder einzufangen; man musste sich einfach mitreißen lassen. Das war auch der Hauptgrund, warum wir zusammen in so viele Schwierigkeiten gerieten. Es war aber auch etwas, das ich an ihr bewunderte: Sie wusste immer, wie sie ihren Willen durchsetzen und ihre Bedürfnisse befriedigen konnte, selbst wenn sie dafür die Regeln ein wenig dehnen musste. Das, kombiniert mit der Tatsache, dass sie ein Mathe-Genie war, hätte sie zur perfekten Kandidatin für den CEO-Posten gemacht, den meine Oma derzeit innehatte. Wir beide hatten Nana diese Idee mehrmals vorgeschlagen, aber sie lehnte immer höflich ab mit der Begründung, dass der Vorstand Lory das Leben unnötig schwer machen würde.
Dann kam der gefürchtete Anruf ... Wenn ich auf die letzte Nacht zurückblicke, wünschte ich, sie hätte damit geendet, dass ich in dem Bett eines wildfremden Typen einen Orgasmus vortäusche, bevor ich zurückkehre, um meinen Morgenkaffee mit meiner Oma zu trinken. Verdammt, ich hätte sogar jeder noch so lächerlich wilden Idee zugestimmt, die Lory für die Afterparty gehabt hätte. Oder wenn ich vielleicht einfach nach Hause gefahren oder gar nicht erst ausgegangen wäre ... vielleicht hätte ich sie retten können, wenn ich dort gewesen wäre.
Es gibt jedoch eine Sache, die ich mit absoluter Gewissheit weiß: Gestern Abend war Nana nicht die Einzige, die gestorben ist. Die alte Adeline, das naive Blondchen mit ihrer Unschuld und Gutgläubigkeit, war ebenfalls verschwunden. Es war eine absolute Notwendigkeit, wenn ich auch nur den Hauch einer Chance haben wollte, hier lebend herauszukommen. Und ich bin kurz davor, alles zu riskieren.

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