
Eis unter der Haut
Der Geruch von gebackenem Lachs und Enttäuschung hing in der Luft. Celine schnitt in totes Fleisch. Buchstäblich. Der Fisch auf ihrem Teller war bei exakt der Temperatur gegart worden, bei der Hoffnung und Geschmack verdampfen – und im Hause Ravel verdampfte die Hoffnung täglich. Serena, ihre Mutter, nippte schweigend an einem Glas Weißwein; sie trug den stumpfen Blick einer Frau, die wusste, dass keine Entscheidung mehr bei ihr lag. Einst war sie lebendig gewesen – nun war sie eine fragile Erscheinung in beigen Kleidern und abgemessenen Gesten. Was auch immer von ihren Träumen übrig geblieben war, löste sich Nacht für Nacht in kaltem chilenischem Wein und bruchstückhaften Gesprächen auf.
Kapitel 1
CELINE







































