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Haut

Autor:in
Daisy Danielle
Gelesen
17.5K
Kapitel
42
Autor:in
Daisy Danielle
Gelesen
17.5K
Kapitel
42
📸Celebrities😌Zweite Chancen🏙️Zeitgenössisch🏡Everyday Life💪🏻Beschützer

Kady liebt Callum. Callum liebt Kady. Doch da ist eine Menge Schmerz und eine Vergangenheit, die fest entschlossen scheint, sie auseinanderzuhalten. Werden sie einen Weg finden, oder wird das, was sein könnte, niemals wirklich geschehen?

Kapitel 1: Prolog

KADY

ACHTZEHN MONATE ZUVOR
Ich verdrehte genervt die Augen, als mein Handy piepte, während ich nach meinen Klamotten suchte. „Verdammt noch mal“, murmelte ich mit zusammengebissenen Zähnen. „Cal! Hast du meinen BH gesehen?“
Cal kam aus dem Badezimmer, präsentierte seine Tattoos und trug kein Shirt. Eine Zahnbürste hing ihm aus dem Mund, und der BH baumelte an seinem Zeigefinger. Er hatte ein breites, freches Grinsen auf seinem schönen Gesicht. „Dieser BH?“
Ich runzelte wütend die Stirn, als ich ihm das Stückchen grüne Spitze aus der Hand schnappte. „Dieser BH? Wie viele von diesen Dingern hast du hier rumfliegen, du Idiot?“
Cal lachte nur tief und kehlig auf. „Würdest du das nicht gerne wissen?“
„Wie ist er da reingekommen?“
Callum zuckte mit den Schultern, als er zurück ins Badezimmer ging, um die Zahnbürste wegzulegen. „Du hast gestern Abend irgendwie einfach alles durch die Gegend geworfen“, antwortete er, als er wieder im Schlafzimmer auftauchte.
„Ich wollte kommen. Bilde dir bloß nichts darauf ein.“
Plötzlich zog mich Cal nach vorne an seine frisch geduschte Brust. „Ich glaube, du weißt bereits ganz genau, wie eingebildet ich bin.“
Ich verdrehte wieder die Augen, nur um zu verbergen, wie sehr dieser Mann mich schwach werden ließ. Wie sehr er das schon immer getan hatte. Ich war weich wie Wachs in seinen verdammten Händen. „Du bist ein Idiot.“
„Du liebst mich“, murmelte er, bevor er seine Lippen auf meine presste.
Als sein Kuss intensiver wurde, schrie mein Kopf, dass er gar nicht wusste, wie wahr diese Worte waren. Ich hatte die letzten zehn Jahre damit verbracht, meine Gefühle für diesen Mann zu verdrängen. Ich hatte versucht, mir und ihm einzureden, dass die Liebe zwischen uns rein platonisch war.
Das war sie aber nicht. Das war sie nie gewesen, jedenfalls nicht für mich. Mein Herz hatte schon immer Callum Boyd gehört. Sogar als er verheiratet war. Sogar als er nach der Scheidung untröstlich und völlig verloren war. Und auch jetzt, wo das hier eigentlich nicht mehr als eine lockere Affäre sein sollte. Ich liebte ihn. Das hatte ich schon immer getan, und das würde ich auch in Zukunft tun.
„Wer bombardiert dein Handy andauernd mit Nachrichten?“, fragte Cal, als wir uns endlich voneinander lösten. Er strich mir ein paar verirrte Haarsträhnen hinters Ohr. „Das Ding steht seit gestern Abend nicht mehr still.“
Ich seufzte und schüttelte den Kopf. „Greg.“
Ich spürte, wie Cal sich anspannte, obwohl er versuchte, sich nichts anmerken zu lassen. „Ach ja? Was will er?“
Ich stöhnte auf, und mir wurde sofort kalt, als Cals frisch geduschter Körper sich von meinem löste. „Was will er wohl? Er denkt anscheinend wieder, wir wären für die Ewigkeit bestimmt, weißt du. Weil ihn die Tatsache, dass er mit mir Schluss gemacht und zum dritten Mal halb Los Angeles gefickt hat, offensichtlich nicht davon abhält.“
Cal nickte, während er zu seiner Kommode ging. „Hat es dich denn davon abgehalten?“
Ich musterte seinen Rücken misstrauisch. Du fischst nach Informationen, was? „Warum um alles in der Welt fragst du das?“ Ich stemmte die Hände in die Hüften und wartete darauf, dass er mich ansah. Jetzt oder nie. Sag es ihm. Sag es ihm jetzt.
Cal weigerte sich, mich anzusehen, und kramte weiter in seiner Schublade herum, als gäbe es einen Unterschied zwischen den unzähligen schwarzen T-Shirts darin. „Komm schon, Kady. Du bist der Typ für eine feste Beziehung. Ich kenne dich lange genug, um das zu wissen.“
Ich schnaubte ungläubig und schüttelte den Kopf. „Also, da ich der ‚Typ für Beziehungen‘ bin, führe ich diese Beziehung natürlich mit Greg? Weil ich ja null andere Optionen habe?“
Callum kicherte, und sofort spürte ich Wut in meinem Bauch aufsteigen. „Ich meine, mit mir führst du sie ganz sicher nicht, oder?“
Ich schnappte beinahe laut nach Luft. Seine Worte trafen mich wie ein Schlag ins Gesicht. „Was zum Fick soll das heißen?“
Ich beobachtete, wie sich Cals Rückenmuskeln bei einem Seufzer anspannten, bevor er sich endlich umdrehte. „Kady, komm schon. Du weißt, dass ich dafür nicht bereit bin. Du weißt, dass ich noch nicht so weit bin. Verdammt, ich weiß nicht mal, ob ich jemals so weit sein werde.“
„Ich wusste, dass du vor sechs Monaten noch nicht so weit warst, als das hier anfing, aber ich dachte nicht, dass das immer so bleiben würde.“
„Ich meine, ich weiß nicht, ob es immer so sein wird“, entgegnete Cal, als er sich auf sein ungemachtes Bett sinken ließ. „Aber es wird auf keinen Fall in naher Zukunft sein, so viel kann ich dir sagen. Ich dachte, darüber wären wir uns ziemlich einig gewesen.“
Ich spürte, wie mir die Tränen in die Augen stiegen. „Also, das hier?“ Ich deutete zwischen uns hin und her. „Das ist für dich immer noch nur ‚Spaß‘? Einfach zwei Kumpel, die miteinander ins Bett gehen, wenn sie Lust haben?“
Sein Blick war völlig emotionslos. „Ich dachte, es wäre ein Spaß für uns beide.“
„Du weißt verdammt noch mal genau, was ich meine, Cal. Stell dich nicht dumm.“
„Kady“, seufzte Callum, als er aufstand und auf mich zukam. Seine Hände legten sich auf meine Schultern. Er wirkte kalt und distanziert, ein starker Kontrast zu seinen Berührungen noch vor wenigen Augenblicken. „Du weißt, dass ich dich liebe. Du bist meine beste Freundin …“
„Aber?“
„Aber …“ Cal zögerte. Man sah ihm an, wie sein Gehirn auf Hochtouren arbeitete, während er nach Worten suchte, um die Wahrheit sanfter klingen zu lassen.
Er wusste jedoch nicht, dass es dafür schon viel zu spät war.
„Aber wenn du eine richtige Beziehung willst, die aus mehr besteht als heimlichem Sex, Betrinken und zusammen nach Hause gehen“, sagte er, „solltest du vielleicht mit … ich weiß nicht, jemand anderem reden? Vielleicht mit Greg. Vielleicht läuft es dieses Mal ja anders bei euch. Er ist zwar ein Idiot, aber er ist nicht durch und durch schlecht, oder? Irgendwas muss ja zwischen euch funktionieren, wenn du immer wieder zu ihm zurückkehrst.“
„Wow …“, sagte ich mit einem bitteren Lachen. „Verdammt, wow.“
Ich hielt es hier nicht mehr aus. Mein Körper bewegte sich wie von selbst. Ich wollte nur noch verzweifelt den Rest meiner Sachen finden und so weit wie möglich vor diesem Mann flüchten.
Ich hätte es wissen müssen. Ich hätte es verdammt noch mal wissen müssen.
„Kady …“
„Nein, Cal. Alles gut“, unterbrach ich ihn sarkastisch. Kleid, check. BH, check. Unterwäsche? Scheiß drauf. Die kann er behalten.
Ich zog mir mein glitzerndes kleines Partykleid über den Kopf und stopfte meinen BH in die Handtasche, die an der Türklinke hing. „Alles ist verdammt noch mal gut.“
„Kady, warte.“
„Mach dir keine Sorgen, Callum“, sagte ich und schnappte mir meine Handtasche von der Türklinke. „Wir sehen uns.“
„Babe …“
„Lass es. Lass es einfach verdammt noch mal bleiben. Genieß deinen Tag, Freund.“
Ohne ein weiteres Wort ging ich aus dem Schlafzimmer auf die Haustür zu, wo meine Schuhe standen. Ich machte mir nicht einmal die Mühe, sie anzuziehen. Ich schnappte sie mir einfach und ging nach draußen, bevor er mir folgen konnte.
Als ich den Motor meines Trucks startete, war ich mir einer Sache absolut sicher: Callum Boyd würde mich niemals so lieben, wie ich ihn liebte, und wenn wir so weitermachen würden, würde mir das nur das Herz brechen. Ich weigerte mich, das noch mehr zuzulassen, als ohnehin schon.
Aber der masochistische Teil in mir wartete. Wartete auf ein Zeichen, dass ich ihm wichtig war. Dass sich die Haustür öffnete, ein Ruf, dass ich stehen bleiben sollte, irgendwas. Irgendein Zeichen, dass ein Teil von ihm, und sei er noch so klein, nicht wollte, dass es so mit uns zu Ende geht. Dass er es nicht zulassen würde, dass das hier das Ende war.
Aber das Zeichen kam nie. Und ich hatte keine Lust mehr, auch nur auf einen Funken der Zuneigung zu warten, die ich ihm immer gegeben hatte.
Die Tränen begannen zu fließen, in dem Moment, in dem ich den Gang einlegte und aufs Gas drückte. Ich fuhr auf dem direkten Weg zu der Wohnung, die ich mir mit meiner besten Freundin teilte. Es dauerte nur wenige Minuten, bis das Display im Armaturenbrett mit einer Nachricht aufleuchtete:
Greg
Komm nach New York. Lass uns reden. Bitte, Kady.
Und in diesem Moment traf ich eine Entscheidung. Eine falsche. Eine, von der ich dachte, sie würde mich beschützen, mein Herz beschützen. Schade nur, dass ich erst wusste, wie falsch sie war, als es fast schon zu spät war.

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