
Crime Boss' Unwilling Wife (Deutsch)
Autor:in
Elle Chipp
Gelesen
600K
Kapitel
46
Bettler können nicht wählerisch sein.
Emma~
In unserer Familie dürfen Frauen mit achtzehn anfangen zu daten. Ab dann müssen sie auch mehr im Haushalt mit anpacken.
Ich hatte mich so auf meinen Geburtstag gefreut und gehofft, meinen Traummann zu finden, wie in meinen Liebesromanen. Doch jetzt, fünf Jahre später, bin ich immer noch solo.
Es fällt mir schwer, nicht den Mut zu verlieren. Die meisten in meinem Alter sind in unserer Familie schon unter der Haube. Mit fast vierundzwanzig bin ich kurz davor, die Flinte ins Korn zu werfen. Am Anfang habe ich bei Besuchen von Papas Geschäftspartnern oder auf Feiern versucht, jemand Passendes kennenzulernen, aber es hat einfach nie gefunkt.
Mein großer Bruder Owen freut das natürlich. Er verscheucht sogar jeden, der auch nur ein Auge auf mich wirft. Aber die Typen waren sowieso nie mein Fall.
In letzter Zeit ist das zum Glück nicht mehr vorgekommen. Je länger es dauert, desto mehr spielt Owen den Beschützer. Ich glaube, nicht mal die Männer aus meinen Büchern wären ihm gut genug.
Ein paarmal wurde ich schon um ein Date gebeten, aber wir haben nie wirklich auf einer Wellenlänge gelegen. Vielleicht erwarte ich zu viel oder weiß einfach nicht, wie das in Wirklichkeit läuft, jemanden kennenzulernen. Ich wusste nur, dass es sich nicht richtig anfühlte, also habe ich abgelehnt.
Mit all meiner Freizeit habe ich mich zum Kochprofi gemausert. Mein Vater findet das klasse (wahrscheinlich weil meine verstorbene Mutter das Kochen auch liebte) und hat mir erlaubt, immer mehr Verantwortung in der Küche zu übernehmen, je besser ich wurde. Das ist eine Mammutaufgabe, denn wir versorgen viele Mäuler.
Ich wohne zu Hause bei meiner Familie, und mit Familie meine ich nicht nur meine Blutsverwandten. Wir sind eine große Truppe, einschließlich Leuten, die mit meinem Vater arbeiten, und deren Anhang. Ich weiß nicht genau, was sie treiben, aber nach den Tuschelgesprächen in Büros und langen Reisen ohne Lebenszeichen zu urteilen, ist es wohl besser, nicht nachzubohren.
Jedes Mal, wenn ich in der Vergangenheit gefragt habe, bekomme ich die gleiche Antwort. „Ich bin Geschäftsmann, Emma, geh jetzt bitte weg.“
Es ist das einzige Mal, dass mein Vater mit mir schimpft. Als ich älter wurde und kapierte, dass all die Geheimnistuerei gefährlich sein könnte, wurde ich zu ängstlich, um mehr wissen zu wollen. Nach dem Tod meiner Mutter habe ich zu viel Angst, noch jemanden zu verlieren, also halte ich den Mund, auch wenn das feige ist.
„Emma!“ Die laute Stimme meines Vaters lässt mich zusammenzucken und ich springe vom Herd weg.
Ich versuche gerade, „Happy Birthday“ mit Karamell für Trinas Geburtstag nächste Woche zu schreiben. Es ist ihre Leibspeise.
„Ja, Papa?“ Ich schaue kurz nach unten, enttäuscht, dass ich jetzt von vorne anfangen muss, nachdem ich aus dem Konzept gebracht wurde.
Karamell zu machen ist nicht besonders schwierig, aber es ist kein Zuckerschlecken, wenn man gleichzeitig den ganzen Tag Mahlzeiten für dreißig hungrige Menschen kocht.
„Wir bekommen morgen überraschend Gäste, einen möglichen Kunden. Ich möchte einen guten Eindruck machen und erwarte das Beste vom Besten. Kannst du für fünfzehn Personen kochen?“
Ich bin baff. Morgen Abend Dinner für einen Kunden und dreizehn weitere? Als er mir das letzte Mal einen Besucher anvertraute, hatte ich zwei Wochen Vorbereitungszeit und einen Probelauf. Außerdem ist Betty, die Haushälterin, krank, und ich springe bei ihrer Arbeit ein.
„Ja, Papa. Ich werde sofort Lebensmittel bestellen und anfangen zu kochen.“
Was soll ich sonst sagen? Er ist mein Vater und ich muss tun, was er sagt. Nach allem, was er für mich getan hat, würde ich eher vom Blitz getroffen werden, als ihn zu enttäuschen.
„Ich schicke dir Leute, die dir bei allem helfen, was du brauchst.“ Er will gehen, hält aber kurz inne, als müsste er noch etwas sagen, und das tut er auch. „Ach ja, Emma? Mach dir keine Sorgen um die Kosten. Es ist wichtig, dass wir morgen stark auftreten.“
Er geht schnell, und ich habe ihn noch nie so besorgt wegen einer Mahlzeit gesehen, oder so förmlich. Normalerweise kommt er hier runter, um Kuchen zu naschen und mit mir über mein Studium zu plaudern, nicht um Dinge wie „das Beste erwarten“ zu sagen. Wer sind diese Leute, die ihn so nervös machen?
Mir wird klar, dass diese Gedanken nicht weiterhelfen, und ich schiebe sie beiseite. Ich brauche jede Minute, um diese Mahlzeit zu planen, damit ich bestellen kann, was wir in der Küche nicht haben.
Mach dir keine Sorgen um die Kosten. Das hätte er wirklich nicht sagen sollen. Ich wollte schon lange einen Vorwand, um mehr Trüffelöl zu kaufen, und was schreit mehr „das Beste“ als das? Kaviar? Der ist zu abgedroschen und ehrlich gesagt mag ich ihn nicht besonders.
Wenn ich die Chance habe, etwas Besonderes zu machen, werde ich meine Gäste mit dem besten Essen beeindrucken, das ich zaubern kann. Was mich aber immer an Gourmetessen stört, ist, dass man danach oft gleich wieder Kohldampf schiebt. Mein Plan für morgen ist, edle Zutaten zu verwenden und das Essen schön anzurichten, es aber auch sättigend zu machen. Ich möchte, dass sie sich gleichzeitig pappsatt und sehr zufrieden fühlen.
Jetzt, da ich einen Plan habe, kann ich anfangen, die ganze Küche auf Vordermann zu bringen. Ich muss mit einer blitzblanken Küche beginnen, wenn ich so etwas mache, weil sich beim Kochen leicht alle Töpfe und Pfannen stapeln. Es gibt mir auch Zeit, über meine Gerichte nachzudenken und welche Utensilien am besten dafür geeignet sind.
Ich hoffe nur, dass ich das wirklich auf die Reihe kriege.
















































