
Mistelzweig um Mitternacht 2: Ein Jahr später
Autor:in
Elfy G
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Kapitel
23
Folgen
Buch 2: Ein Jahr später
KATHERINE
Dieses Jahr war wirklich turbulent. In den ersten drei Monaten mit Derek hat es sich so angefühlt, als wären wir im siebten Himmel. Ich konnte mir ein Leben ohne ihn nicht vorstellen. Doch dann wendete sich das Blatt und unsere Beziehung geriet ins Wanken.
Als ich erfuhr, dass ich schwanger war, war ich überglücklich. Leider verlor ich das Baby einen Monat später. An diesem Tag zerbrach etwas in mir. Ich hatte alles in unsere Beziehung investiert, aber der Verlust klammerte sich an mich wie ein unerwünschter Schatten, den man nicht abschütteln kann.
Bis dahin war ich mir nie sicher gewesen, ob Kinder überhaupt in meine Zukunftspläne passten. Doch der Verlust des Babys öffnete mir die Augen – ich wünschte mir nichts sehnlicher. Als meine Mutter erfuhr, dass ich Derek verlassen hatte, warnte sie mich, dass ich es bereuen würde.
Und sie sollte Recht behalten. Derek kämpfte mit seinen eigenen Dämonen, aber ich war so in meinem Schmerz gefangen, dass ich seine Gefühle völlig ausblendete. Jetzt wird mir klar, wie unfair es war, sein Leid völlig zu ignorieren.
Selbst nach unserer Trennung bleibt sein Name auf meiner rechten Pobacke tätowiert. Ich bringe es einfach nicht übers Herz, das Tattoo entfernen zu lassen. Vor etwa einem Monat nahm ich meinen Mut zusammen und stellte mich vor seine Wohnungstür.
Dieser Tag hat sich in mein Gedächtnis eingebrannt, und die Erinnerung lässt mich nicht los ...
„Was machst du hier, Katherine?“, fragt Derek überrascht, als er mich an seiner Tür sieht.
Ich schüttle den Kopf. „Ich weiß es nicht. Ich bin einfach losgefahren und irgendwie hier gelandet.“
Er wirkt nicht gerade begeistert, mich zu sehen, aber als er bemerkt, dass ich vom Regen durchnässt bin, huscht ein besorgter Ausdruck über sein Gesicht. „Komm rein“, meint er.
Ohne ein weiteres Wort dreht er sich um und verschwindet im Badezimmer.
Kurz darauf kommt er mit einem Handtuch zurück, doch anstatt es mir zu geben, beginnt er, mich abzutrocknen.
„Was hast du dir dabei gedacht? Du holst dir noch eine Lungenentzündung“, sagt er.
„Es tut mir leid.“
Er hält inne und sieht mich prüfend an. „Was tut dir leid?“, fragt er dann.
„Alles!“ Ich warte seine Antwort nicht ab. Ich werfe mich in seine Arme und küsse ihn, um ihm zu zeigen, wie sehr er mir gefehlt hat.
Das war nicht meine Absicht. Doch ihn wiederzusehen – ich kann mich seiner Nähe nicht entziehen. Ich lasse meine Gefühle die Kontrolle übernehmen.
Derek stößt mich nicht weg. Er erwidert meinen Kuss ebenso leidenschaftlich und knetet sogar spielerisch meinen Po, dort, wo sein Name tätowiert ist.
Er drückt mich gegen die Wand und fängt an, mich auszuziehen, während auch ich ihm die Kleider vom Körper reiße. Wir wissen beide, dass wir uns das Gerede sparen können. Wir wollen das, ganz einfach.
Mein Name ist immer noch auf seiner Brust tätowiert. Das macht mir Hoffnung, dass er mich noch liebt. Ich fahre mit den Fingern darüber und spüre einen Schub Freude.
Derek hebt mich hoch und trägt mich zur Couch. Er beugt mich darüber und dringt ohne zu zögern in mich ein.
Ein Schrei entfährt mir – es ist so lange her, dass er mich berührt hat.
Das letzte Mal hatten wir Sex, bevor ich die Fehlgeburt hatte. Danach konnte ich ihn nicht mehr an mich heranlassen.
Derek klatscht mir auf die rechte Pobacke und holt mich in die Gegenwart zurück. „Verdammt, mein Name auf deinem Arsch macht mich immer noch wahnsinnig.“
Ich packe das Sofakissen, während er weiter in mich stößt. „Ja! Ja! Ja!“
Ein weiterer Stoß von Derek und ich komme zum Höhepunkt, umschließe seinen Schwanz mit meiner Scheidenmuskulatur. Wie gesagt, es ist lange her, dass ich ihn zuletzt in mir hatte.
Er bewegt sich schneller und das Sofa schrappt über den Boden. Derek stöhnt auf, während ich spüre, wie er in mir kommt.
Er schlingt seine Arme um mich und hält mich fest, während wir beide nach Luft ringen.
Doch dann holt uns die Realität ein. Uns ist bewusst, was eben zwischen uns passiert ist. Während ich Freude empfinde, spürt Derek das Gegenteil, und ich kann es ihm nicht verdenken.
Er sagt mir, es sei der beste Weg gewesen, unsere Geschichte zu beenden, damit wir beide weitermachen können. Danach verlasse ich seine Wohnung...
In diesem Moment wurde mir klar, dass ich ihn nicht verlieren wollte. Der Schaden war angerichtet und ich wusste, es war zu spät, um mich zu entschuldigen und zu versuchen, ihn zurückzugewinnen.
Mein Handy klingelt und ich verdrehe die Augen, als ich den Namen meiner Mutter auf dem Display sehe. Ich gehe ran: „Hi, Mom.“
„Geht es dir gut, Katherine? Du klingst irgendwie neben der Spur.“
Diese Frau liest mich wie ein offenes Buch. Ich drücke Daumen und Zeigefinger an den Nasenrücken. „Nein, Mom. Mir geht's gut“, versichere ich ihr, obwohl es nicht stimmt.
Aber es ist nicht das erste Mal, dass ich sie anlüge, und was sie nicht weiß, macht sie nicht heiß.
„Bist du sicher?“, hakt sie misstrauisch nach.
Am liebsten würde ich sie anschreien: „Nein, Mom, mir geht's nicht gut! Der Mann, den ich liebe, will mich nicht mehr, und das ist ganz allein meine Schuld!“ Aber ich schlucke die Worte hinunter.
„Ja, ich bin sicher.“
„Na gut. Ich wollte nur fragen, ob du dieses Jahr zu Weihnachten kommst?“
„Nein, Mom, dieses Jahr nicht. Ich weiß, dass die Sawyers feiern, und ich bin noch nicht bereit, Derek zu begegnen.“
Sie weiß nicht, dass Derek und ich uns letzten Monat gesehen haben. Wüsste sie es, wäre sie außer sich vor Freude.
„Oh, das habe ich ganz vergessen zu erwähnen: Die Pläne haben sich geändert. Wir finden, es wäre besser, Weihnachten näher am Pflegeheim zu feiern – deiner Großmutter zuliebe.“
Clever, Mom. Sie versucht, mir ein schlechtes Gewissen einzureden, damit ich Oma zu Weihnachten besuche.
„Er wird sowieso nicht da sein.“
„Wer?“, frage ich scheinheilig, obwohl ich genau weiß, von wem sie spricht.
„Derek natürlich. Jenna hat es mir selbst gesagt. Er verbringt Weihnachten mit Nick, nichts wird ihn umstimmen.“
Das ändert alles. Ich würde Oma gerne sehen und mich ihr anvertrauen. Sie ist die Einzige, die mich versteht. Der Umgang mit Mom kann manchmal zu viel werden.
„Okay, Mom, du hast gewonnen. Wenn du versprichst, dass Derek nicht da sein wird, dann komme ich.“
„Weißt du, du hättest ihn nie gehen lassen dürfen. Du und Derek, ihr wart so ein schönes Paar.“
Ich fahre mir frustriert mit den Fingern durchs Haar. „Mom, es reicht!“
„Okay! Okay! Ich lege auf. Wir sehen uns in zwei Wochen.“ Und damit beendet sie den Anruf
In zwei Wochen ist Weihnachten. Wären Derek und ich noch zusammen, würden wir unser einjähriges Jubiläum feiern. Und jetzt kehre ich dorthin zurück, wo alles begonnen hat.
Großartig!
Ich rapple mich vom Badezimmerboden auf und greife nach dem Schwangerschaftstest auf dem Waschbeckenrand. Ich brauche einen Moment, um mich zu sammeln, bevor ich hinsehe.
Ich hole tief Luft. Schockiert öffne ich meinen Mund, als ich deutlich das Wort SCHWANGER auf dem Test lese.
Was zum Teufel soll ich jetzt tun?














































