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Cover image for Oblivion Series Buch 3: Unerwartet

Oblivion Series Buch 3: Unerwartet

Autor:in
Lumi Daoi
Gelesen
27.6K
Kapitel
34
Autor:in
Lumi Daoi
Gelesen
27.6K
Kapitel
34
😱Thriller📸Celebrities☯️Gegensätze ziehen sich an🏙️Zeitgenössisch🏡Everyday Life💪🏻Beschützer💪Starke Frauen⚔️Action & Abenteuer👩🏻‍🍼Mütter🎸Rockstars🏡Kleinstadt

Melodys Welt ist ihre Tochter, nicht das Chaos hinter der Bühne oder wilde Gitarrensolos. Sie hat dem Herzschmerz abgeschworen, doch das Schicksal hat seine eigene Playlist. Als Jay, der Rockstar, der für seine Musik lebt, auf Melody und ihr kleines Mädchen trifft, ändert sich alles. Das Rampenlicht verblasst und ein sanfterer Rhythmus übernimmt – einer voller Lachen, nächtlicher Gespräche und zweiter Chancen, die sich fast zu gut anfühlen, um wahr zu sein. Doch der Ruhm ist laut, und Liebe braucht Stille, um zu wachsen. Während das Flüstern lauter und das Scheinwerferlicht greller wird, müssen sie um die Melodie kämpfen, die sie gemeinsam gefunden haben. Denn manchmal werden die schönsten Lieder nicht geschrieben – sie passieren einfach.

Kapitel 1: Der erste Ton

MELODY

Ich dachte, mein Leben hätte sich an dem Tag verändert, als ich mit sechzehn erfuhr, dass ich schwanger war. Meine Eltern waren maßlos enttäuscht von mir. Ich war der fleißige Teenager, der angeblich vernünftig war. Das Mädchen, das Pläne hatte und es weit bringen wollte.
Ich hatte meine Zukunft genau durchgeplant – erst der Highschool-Abschluss, dann das College. Ich wollte ein geregeltes Leben, das sie stolz gemacht hätte.
Aber das Schicksal kümmerte sich nicht um Pläne. Es lachte nur darüber. Und das Schicksal zeigte sein böses Grinsen in jener Nacht, als ich beschloss, meine eigenen Regeln zu brechen. Zum allerersten Mal in meinem so streng kontrollierten Teenagerleben ging ich zu Bobby Tates Sommerparty.
Ich hätte zu Hause bleiben sollen. Ich hätte weiter so tun sollen, als würde ich ihn gar nicht bemerken. Als würde ich nicht von dem Jungen träumen, den jedes Mädchen an der Schule wollte und den jeder Typ heimlich beneidete. Carson Michaels.
Er hätte meinen Namen gar nicht kennen dürfen. Er hätte sich nicht an den Spind neben meinem lehnen sollen. Er hätte mich nicht so süffisant anlächeln sollen, als hätte er genau auf diesen Moment gewartet, um mich zu fragen: „Hey, Melody, hast du am Wochenende schon was vor?“
Die Welt hätte in diesem Moment stehen bleiben sollen. Doch das tat sie nicht.
Diese eine Frage, der Blick seiner braunen Augen, der mich musterte, als wäre ich mehr wert als mein unauffälliges Wesen und meine guten Noten, entfachten ein Feuer in mir, von dem ich nichts geahnt hatte. Entgegen allen Alarmglocken in meinem Kopf, trotz meiner weichen Knie und der inneren Stimme, die mir zuflüsterte, lauf, sagte ich ja.
Ein Ja führte zum nächsten. Ja zu seiner Hand, die über meine Hüfte glitt, ja zu seinen Lippen, die sanft meinen Hals streiften, ja zu Bobbys Haus, das voller Musik, Alkohol und Rauch war. Ja zu der Art, wie er mich in den Schatten zog und mir etwas zuflüsterte, als würde ich bereits ihm gehören.
Die Nacht zog viel zu schnell an mir vorbei. Der Alkohol vernebelte mein Urteilsvermögen, und die Begierde erstickte meine Angst. Im nächsten Moment war mein Kleid zerknittert und mein Lippenstift verschmiert. Mein Herz wurde mir gestohlen, und meine Zukunft wurde durch eine leichtsinnige, unumkehrbare Entscheidung völlig neu geschrieben.
Ich hatte nie vorgehabt, das Mädchen mit einem Geheimnis zu sein. Das Mädchen, über das man sich auf den Schulfluren hinter vorgehaltener Hand Gerüchte erzählte. Das Mädchen, das Wochen später mit zitternden Händen vor dem Spiegel stand und einen Schwangerschaftstest fest umklammerte.
Carson Michaels schenkte mir eine einzige Nacht. Diese Nacht gab mir alles und zugleich gar nichts.
Sie gab mir Poppy.
Meine Tochter.
Meine ganze Welt.
Der Grund, warum ich seitdem jeden Tag kämpfe.
Und sie hinterließ mir Narben, die ich bis heute verstecke.
Spulen wir fünf Jahre vor, und hier war ich. Einundzwanzig, alleinerziehende Mutter, lebte von der Hand in den Mund und tat mein Bestes, um meine Tochter in einer Welt aufzuziehen, die es mir nie leicht gemacht hatte. Das Leben verlief nicht so, wie ich es geplant hatte. Aber es war unser Leben, und daran hielt ich fest.
Die nächtliche Reue über das, was in der Highschool passiert war, war mit der Zeit verblasst, doch sie spukte noch immer in meinem Hinterkopf. Carson Michaels hatte Poppy von dem Moment an verleugnet, als ich es ihm erzählte. Selbst als der DNA-Test es bewies, nannte er mich immer noch eine Lügnerin.
Er sorgte dafür, dass alle anderen ebenfalls seine Version der Geschichte glaubten. Letztendlich kam er ungeschoren davon, während ich die Konsequenzen tragen musste. Ich wurde als Schulschlampe abgestempelt, von meinen Eltern verstoßen und musste praktisch über Nacht erwachsen werden.
Aber ich bereute sie nicht. Niemals sie.
Poppy war das Beste, was ich je getan hatte. Mein Grund zu atmen. Mein Licht in all der Dunkelheit.
Wir hatten unsere kleinen Rituale: Nachmittage, an denen wir uns verkleideten, Kekse backten und unsere Lieblingssongs von Oblivion so laut aufdrehten, als wären wir die Stars unserer eigenen Show. Meine Welt mochte sich vielleicht klein anfühlen, doch mit ihrem Lachen darin war sie völlig ausreichend.
Die Glocke über der Tür des Diners klingelte. Ich balancierte eine Kaffeekanne in der Hand und winkte, ohne hinzusehen. „Bin gleich bei dir, Schätzchen.“
Als ich mit dem Notizblock in der Hand endlich am neuen Tisch ankam, ratterte ich ganz automatisch herunter: „Was darf es sein?“
„Kaffee. Einen doppelten Cheeseburger mit Dirty Fries. Einen Millionaire-Shake. Und Wings.“
Ich kritzelte die Bestellung hin, ohne wirklich aufzusehen. Doch als mein Blick nach oben wanderte, setzte mein Herz für einen Schlag aus. Blake Johnson. Der Schlagzeuger von Oblivion. Er saß genau hier bei Fran’s, als wäre das hier einfach nur irgendeine x-beliebige Imbissbude.
Er lehnte sich zurück und tippte auf seinem Handy herum, bis es einmal zu viel summte. Mit einem leisen Fluch schaltete er es aus. Ich verkniff mir ein Lachen und gab schnell meinen Bestellzettel an der Theke ab, bevor er mich beim Starren erwischen konnte.
Bis sein Essen fertig war, hatte ich mich erfolgreich davon überzeugt, einfach cool zu bleiben. Ich stellte die Teller ab, schenkte ihm mein typisches Kellnerinnen-Lächeln und ließ ihn in Ruhe essen.
Erst später, als Poppy nach der Schule hereingehüpft kam und ihn entdeckte, nahm das Chaos seinen Lauf.
„Mama!“, quiekte sie und zupfte an meiner Schürze. „Mama, das ist Blake! Von Oblivion!“
Ich stolperte beinahe über meine eigenen Füße. „Mein Schatz, pssst …“
Aber Blake lächelte bereits. Er ging vor ihr in die Hocke, und sein Grinsen wurde weicher. „Tja, da weiß wohl jemand, wer ich bin. Wie heißt du denn, Süße?“
„Poppy“, sagte sie stolz.
„Das ist ein schöner Name für ein schönes Mädchen. Magst du unsere Musik?“
Sie nickte so heftig, dass ich Angst hatte, ihr Kopf könnte abfallen. „Jay ist mein Liebling. Er singt am besten!“
Blakes Lachen ließ die ganze Sitzbank beben. Er warf mir ein Zwinkern zu und wandte sich dann wieder meiner Tochter zu. „Und du hast mich nicht einmal mit meinem Bruder verwechselt – das ist eine Premiere.“ Er zwinkerte mir noch einmal zu. „Habt ihr Lust, mal auf ein Konzert zu kommen? Ihr könntet backstage kommen und die ganze Band treffen.“
Poppy schnappte nach Luft. „Mama, bitte!“
Blake kritzelte seine Nummer auf eine Serviette und reichte sie mir, als wäre es das Normalste der Welt. „Überleg es dir. Ganz ohne Druck.“
Kurz darauf ging er. Er legte ein paar Geldscheine auf den Tisch, ohne auf sein Rückgeld zu warten.
Ich starrte diese Serviette für den Rest meiner Schicht an. Als wir später nach Hause liefen und Poppy leise ihren Lieblingsrefrain summte, brannte sie immer noch förmlich ein Loch in meine Tasche.
Als sie an diesem Abend endlich eingeschlafen war, saß ich am Küchentisch. Das Handy in der einen Hand, die Serviette in der anderen. Mein Puls raste. Mein Kopf schrie mich an, es nicht zu tun.
Doch ich tat es trotzdem.
Melody
Hey Blake, hier ist Melody aus dem Diner. Ich wollte nur mal nachfragen, ob du das Angebot ernst gemeint hast. Wenn nicht, kein Problem. Wenn doch … vielleicht.
Ich drückte auf Senden, bevor mich der Mut verlassen konnte.
Und einfach so wurde die Lunte, die ich vor fünf Jahren begraben hatte, erneut entzündet.

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