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Rebel Souls MC Buch 2: Unsichtbare Flammen

Autor:in
Violet Bloom
Gelesen
133K
Kapitel
22
Autor:in
Violet Bloom
Gelesen
133K
Kapitel
22
😱Thriller☯️Gegensätze ziehen sich an🎭Drama🏍️Bad Boys🏙️Zeitgenössisch💪🏻Beschützer💪🏻Alpha-Männchen🥵Erotik💄One-Night-Stand🎄Weihnachten & Feiertage🏍️Biker🖤Dunkel

In einer Welt, in der Loyalität und Liebe von den Banden der Bruderschaft und dem Chaos rivalisierender Gangs auf die Probe gestellt werden, navigieren Hawk und Charlotte durch das gefährliche Terrain des Rebel-Souls-Motorradclubs. Als Hawk Charlotte, die Tochter des Bürgermeisters, für sich beansprucht, wird ihre Beziehung von eifersüchtigen Ex-Partnern, Clubpolitik und gewaltsamen Konfrontationen auf die Probe gestellt. Inmitten des Aufruhrs müssen sie entscheiden, ob ihre Liebe stark genug ist, um den Gefahren des Rebel-Souls-Lebensstils standzuhalten.

Kapitel 1

POV: Buch 2: Unsichtbare Flammen

Hawk

Verdammte Scheiße. Das sollte ein langer Tag werden. Verdammt lang.
Mein bester Freund wollte heiraten. Nathan hatte endlich die Sache mit Rachel eingetütet. Er hatte viel länger für den Antrag gebraucht, als ich brauchen würde – wenn ich letztendlich die Frau gefunden hätte, die ich zu meiner Old Lady machen wollte.
Nathan und Rachel waren die Einzigen, die wussten, was ich wirklich wollte. Was ich begehrte. Wonach ich mich sehnte.
Mein Ruf machte es anderen schwer zu glauben, dass ich bereit war, mich mit einer Frau niederzulassen, aber ich war es. Vor langer Zeit war ich schon einmal so weit gewesen, aber sie hat mir das Herz gebrochen.
Unzählige Flaschen Alkohol und eine endlose Reihe frischer, neuer Pussys hatten den Herzschmerz geheilt, aber ich war immer noch enthusiastisch von Bett zu Bett gehüpft.
Brenda war die einzige, die sich in dieser Rotation wiederholt hatte, aber sie war nicht die Richtige. Sie war hübsch und ich mochte sie, aber da war keine Liebe. Würde es nie sein.
Als sie dachte, sie sei schwanger, war ich entsetzt. Ich hatte immer Kondome benutzt. Immer. Ich bin auch nicht im Kondom gekommen. Nur irgendwo von der Hüfte aufwärts. Titten, Mund, Gesicht.
Ja, ich weiß, verdammt. Ich war ein Arschloch.
Dennoch hätte ich das Richtige getan, sprich, sie zu meiner Old Lady gemacht und mich um sie und unser Kind gekümmert. Aber als der Arzt meinte, dass der Test falsch-positiv gewesen war, war das die beste Nachricht, die ich je bekommen hatte.
Und seitdem lebte ich zölibatär – sechs verdammt lange Monate ohne Sex.
Das nächste Mädchen, das ich fickte, würde das letzte sein. Die einzige, mit der ich jemals Liebe machen würde. Denn trotz unzähliger sexueller Erfahrungen war das eine, die ich noch nicht gemacht hatte.
"Hier", sagte ich, zwang meine Gedanken in die Gegenwart zurück und reichte Nathan den Flachmann.
"Nein", sagte er und schüttelte den Kopf. "Dafür will ich nüchtern sein."
"Für den Fall, dass sie versucht zu fliehen?"
"Das wird sie nicht."
Ich schnaubte, während Bender grunzte. Wir hatten eine kleine Wette am Laufen. Sie hatte dreimal versucht, vor ihm wegzulaufen. Gut, dass er die Jagd liebte.
"Sie ist zu langsam, jetzt wo sie schwanger ist", gab Bender seine Weisheit zum Besten.
"Sie ist erst in der zwanzigsten Woche."
Nach dem Ultraschall, was auch immer das für ein Scheiß war – hatten sie gestern den Namen ihres Sohnes bekannt gegeben. Storm.
Was ist das denn für ein Name? Hawk wäre viel besser, meine Meinung.
"Du musst dich beruhigen", sagte ich. Seine Nervosität war so schlimm, dass sie mich wiederum beunruhigte. "Ein Drink wird helfen. Oder ein Joint."
"Rachel wird mich umbringen, wenn ich nicht nüchtern bin. Ehrlich gesagt, hat sie mir schon mehrfach gedroht, mich dazu zu zwingen, nüchtern zu bleiben, bis das Kind da ist. Ich will ihr keine Munition geben."
Bullshit.
Bei wem auch immer ich landen würde, sollte wissen, dass ich das Sagen habe. Ich würde nicht anderes dulden.
Das hat nichts mit Frauenfeindlichkeit zu tun. Nur wenn ich die Verantwortung trage, kann ich sie ordentlich beschützen. Und wenn ich sie endlich gefunden hätte, wäre das meine einzige Priorität.
"Wir könnten eine Runde drehen?"
Nathan sah an seinem Outfit hinunter. Es war nicht wirklich viel anders als das, was er sonst trug, nur neuer und sauberer.
Schwarze Jeans ersetzten seine üblicherweise verblichenen blauen Jeans. Statt eines weißen T-Shirts trug er ein weißes Hemd, das er absolut nicht selbst gebügelt hatte.
Darüber trug er seine Kutte. So wie es sein sollte.
Er wollte seine Sachen nicht schmutzig machen. Süß.
Außerdem war er seit Rachels Schwangerschaft nicht mehr so viel gefahren wie sonst.
Er ließ sie nicht einmal in die Nähe seines Motorrads, und da sie fast immer zusammen waren, nahm er fast immer seinen Wagen.
Ich würde bei dieser Party den ersten Trauzeugen geben. Bender war ein weiterer Trauzeuge und Hands auch. Der Rest der Brüder konnte sich zurücklehnen, trinken und genießen.
Sie freuten sich auf den Besuch von Rachels Freundinnen und Familie. Mit anderen Worten: neue Frauen zum Angraben. Aber Rachels einzige Familie war der MC, und ihre drei Freundinnenwaren alle glücklich vergeben.
JJ, unsere Clubanwalt, hatte sich schon am ersten Tag ihre Freundin Chrissy, ebenfalls Anwältin, geschnappt.
Sobald das Brautpaar mit verdammten Wunderkerzen losgeschickt worden war – mal im Ernst, wer denkt sich so einen Scheiß aus? Also, sobald sie weg waren, würde J.J. einen Antrag machen. Er hatte es mit Nathan und Rachel abgesprochen.
Wir wussten alle, dass sie Ja sagen würde. Sie war eine der Brautjungfern.
Jamie wiederum war Rachels Trauzeugin. Sie waren schon ihr ganzes Leben lang befreundet und zusammen in einem Club aufgewachsen, so wie Nathan und ich. Sie war glücklich mit Annie liiert, der stillen kleinen Rothaarigen.
Die Jungs würden enttäuscht sein, wenn heute Abend keine neuen Damen auftauchen würden. Und ich würde mich über sie alle kaputtlachen.
"Schießstand?" schlug Bender vor.
"Gute Idee", sagte ich.
"Lass uns gehen."
Wir folgten Nathan aus seinem Büro, dem einzigen Ort, an dem wir uns vor der Hochzeit noch aufhalten durften.
Wir hatten strikte Anweisung, nicht in den Barbereich zu gehen, der gerade für den Empfang vorbereitet wurde, weil wir angeblich "alles durcheinander bringen würden".
Zum Glück konnten wir durch die Hintertür zu dem Fitnessraum und Schießstand gehen.
"Wie lange haben wir?", fragte Nathan.
"Dreißig Minuten, Prez", meinte Hands.
Dreißig Minuten Schießen. Das war fast so gut wie dreißig Minuten mit einer Blondine, die unter mir schrie, während ich sie bumste.
Na ja, fast.
Und nur Blondinen. Sammie hatte alle Brünetten für mich ruiniert.
Der Schießstand und die Turnhalle rochen nach einer Mischung aus Schweiß, Schimmel, Pisse und Erbrochenem. Es war höchste Zeit, dass wir einen der neuen Anwärter hierher schickten, um zu putzen.
Ich merkte mir, dass ich Joey morgen hierherschicken würde. Oder übermorgen. Er würde morgen alle Hände voll zu tun haben, um die Überreste der heutigen Party aufzuräumen.
Rachel hatte unzählige Male mit mir gemeckert – offenbar war eine Hochzeit keine Party. Aber es gab Schnaps, Tanz und Musik. Also war es eine Party. Hochzeiten kosten nur einen Haufen Geld mehr.
Nathan schloss den Waffenkoffer auf und nahm eine Handfeuerwaffe und ein Gewehr heraus, bevor er zu einer Bahn ging. Wir hielten die Rangordnung ein, das hieß, ich war der Nächste, dann Bender und dann Hands.
Dreißig Minuten vergingen schnell, und als der Timer auf Hands' Telefon losging und anzeigte, dass es Zeit war zu gehen, murrte ich leicht.
Das würde das erste und letzte Mal sein, dass ich mich von einem dieser Scheißkerle zur Teilnahme an einer Hochzeitsfeier überreden lasse. Ich wette, jeder andere Bruder war bereits auf dem besten Weg, sich zu betrinken.
Hoffentlich war keiner von ihnen so dumm, bei der Zeremonie eine Szene zu machen, sonst würde Nathan ihre Aufnäher und Rachel ihre Eier in einer Vitrine auf dem Kaminsims ausstellen.
Direkt daneben, wo sie Nathans aufbewahrte.
Wir stiegen in den neuen SUV des MC ein. Die Schießerei vor ein paar Monaten hatte den alten Truck ruiniert. Wir hatten das Geld, das Seal bei seinem letzten Security-Auftrag verdient hatte, für den Kauf eines neuen Geländewagens verwendet.
Er war riesig. Und wunderschön.
Ich knurrte jeden anderen an, der ihn fahren wollte. Einer von diesen Scheißkerlen würde ihn noch zu Schrott fahren. Ich wusste es einfach.
Ich hatte auch eine Sex-Verbotsregel aufgestellt. Ich wollte keine benutzten Kondome hier drin finden. Nathan hatte sofort zugestimmt, aber sobald der Gottesdienst, also unsere Clubmitgliederversammlung vorbei war, meinte er, dass diese Regel nicht für ihn galt.
Ich fuhr zu der Lichtung, auf die uns meine Mutter und Nathans Mutter immer gebracht haben, wenn im Club etwas los war, als wir noch kleiner waren.
Er hatte Rachel hierher gebracht, und sie hatte sich in ihn verliebt. Jetzt war es ihr Ort.
Das hatte mich etwas geärgert, denn als mir klar wurde, dass ich das einzig Wahre wollte – Heirat, Bindung und den ganzen Kram –, habe ich sofort an diesen Ort gedacht.
Jetzt musste ich einen anderen finden. Ich wollte mein Mädchen nicht hierherbringen, nur um dann Nathan und Rachel dort vorzufinden.
Vor allem, weil ich garantieren konnte, dass sie ficken würden. Vor allem, wenn ich nicht da war, um es zu verhindern.
Ich hatte es nicht wirklich genossen, ein Schwanzblocker zu sein, wie Rachel es so wortgewandt ausgedrückt hatte, aber als sie dann andeutete, dass es mir Spaß machte, nun ... da fing ich wirklich an, es zu genießen.
Ich hatte die Gewohnheit auf die anderen Brüder übertragen. Ich hatte immer ein selbstzufriedenes Grinsen im Gesicht, wenn ich sie unterbrechen durfte.
Mit diesem neu entdeckten Hobby gewann ich zwar keinen Beliebtheitswettbewerb, aber das war mir egal.
"Bereit?", fragte ich, als ich den SUV vor die geparkten Motorräder einordnete. Wir waren superpünktlich. Rachel sollte in fünf Minuten eintreffen.
Chrissy war die Koordinatorin, oder wie auch immer die Person genannt wurde, die sich für zuständig hielt. Sie klopfte an mein Fenster und zeigte mir auf ihrem Handy die Uhrzeit. 17:51 Uhr.
Okay, wir waren eine Minute zu spät, und ich war kurz davor, dafür eine Standpauke zu bekommen. Bender hatte bei seiner Planung nicht berücksichtigt, wie lange es dauern würde, alle Waffen zu säubern.
"Wir sind da", sagte ich, öffnete die Tür und sprang hinaus.
"Verspätung!", kreischte sie.
"Um eine Minute. Beruhig dich."
Sie starrte mich an. Eines Tages würde ich es vielleicht lernen, einer verärgerten Frau nicht zu sagen, dass sie sich beruhigen soll. Aber heute noch nicht ...
"Wenn ich noch schneller gefahren wäre, hätte ich ihn nicht in einem Stück hierher gebracht. Das würde Rachel sicher nicht gefallen."
Bei der Erwähnung der Braut und ihrer besten Freundin entspannte sie sich. Aber nur leicht.
"Lass uns gehen."
Nathan hatte die ganze Zeit ein dämliches Lächeln im Gesicht. Er war nicht im Geringsten nervös. Der Schießstand hatte seine Nerven beruhigt.
"Hast du die Ringe?"
Ich tastete meine Taschen ab und machte ein panisches Gesicht. "Scheiße. Nein." Ich fluchte, bis ihr buchstäblich Rauch aus den Ohren kam. "War nur Spaß." Ich grinste, bevor sie explodieren konnte. "Alles sicher."
"Gib mir den von Nathan. Ich werde ihn Jamie geben, wenn sie hier sind."
"Woher weiß ich, dass du vertrauenswürdig bist?"
Sie rollte mit den Augen – ist das eine Eigenschaft, die alle Frauen gemeinsam haben? – und streckte ihre Hand aus, die Handfläche geöffnet und wartend.
Ich kramte in meiner Tasche und zog den Ring hervor, der das älteste und kleinste Beweisstück des Besitzes auf der Welt verkörperte: einen Ehering.
"Danke." Sie steckte ihn in die Tasche ihres Kleides. Anscheinend war das auch eine so eine Sache? Ich musste an das Gespräch zurückdenken, das sie lautstark in der Bar des Clubhauses darüber geführt hatten, dass Kleider Taschen brauchten und ich nichts verstand.
Klar, dass ich das nicht verstand, denn die Klamotten von Männern hatten immer Taschen. Und die von Frauen nicht. Wer hätte das gedacht?
Rachel hatte es einen lehrreichen Moment genannt und meinte, ich solle besser aufpassen, damit sie sicher sein konnten, dass ich weiß, was ich tue, wenn ich meine Old Lady finde.
Ich habe mich aus dem Staub gemacht.
"Hawk! Hörst du mir zu?", schnauzte Chrissy. "Weißt du, was du tun sollst?"
"Hinter Prez hergehen", sagte ich und klopfte ihm mit der Hand auf den Rücken. "Gut aussehen, was nie ein Problem ist. Und lächeln. Den Ring übergeben, wenn ich vom Offiziant dazu aufgefordert werde."
Ihre Lippen schürzten sich, während sie die Erwiderung, die sie hatte geben wollen, herunterschluckte. Sie hasste es, dass sie mich nicht belehren konnte.
Ich liebte es, diesen Mädchen auf den Geist zu gehen. Sie, Jamie, Annie und Rachel. Sie machten es mir so leicht, sarkastische Kommentare von mir zu geben.
Aber bei Rachel musste ich vorsichtig sein. Sie feuerte so gut zurück, wie sie einsteckte.
Ich war mir sicher, dass es Jamie genauso erging, aber Annie hatte sie so fest um den Finger gewickelt, dass ich mir um sie keine Sorgen machen musste.
"Wir sind so weit", sagte sie, als der Offiziant auftauchte. Er sah ziemlich geschäftsmäßig aus in seinem Anzug und seiner Krawatte, der einzige von uns, der so formell gekleidet war. Wir anderen hatten uns Nathan angepasst.
Der Beamte führte uns hinein, gefolgt von Nathan, dann von mir, dann von Bender, und Hands bildete das Schlusslicht.
Ich lächelte, als die Brüder eine Reihe von Buhrufen ausstießen, während wir eintraten. Nathan, der seine Macht als Clubpräsident einsetzte, brachte sie mit einem Blick zum Schweigen.
Sie saßen alle zusammen, hinter Nathans Eltern.
Aber es gab keine wirkliche Aufteilung der Seiten, zumal Rachel keine Familie und nur drei Freunde hatte, die bereits alle neben ihr standen. Oder neben ihr stehen würden, sobald sie auftauchte.
Die Musik setzte ein und Annie kam als Erste zum Altar. Ihr rotes Kleid und ihr rotes Haar bildeten eine interessante Kombination.
Als Nächstes kam Chrissy, und ich wagte kaum, sie anzusehen. Ich konnte keinen Streit mit JJ gebrauchen.
Dann kam Jamie. Ich warf einen kurzen Blick zu Annie und war neidisch auf ihren Gesichtsausdruck. Ich wollte, dass mich jemand so anschaut.
Die Musik wechselte und alle standen auf. Mit hocherhobenem Kopf und den Blick auf ihren alten Herrn gerichtet, sah Rachel wirklich umwerfend aus, sogar mit ihrem immer größer werdenden Schwangerschaftsbauch.
Da es fast Dezember war, hatte ihr Kleid lange Ärmel. Selbst in Kalifornien wurde es ein wenig kühl. Es war eng um ihre Brust, und ich musste mich zwingen, ein Gentleman zu sein und nicht zu starren.
Die Schwangerschaftshormone hatten alles ein bisschen größer werden lassen. Nathan sagte, sie sei noch nie so sexy gewesen, und ich konnte ihm in dieser Meinung nicht widersprechen.
Das Kleid war schlicht und unter der Brust geschnürt, bevor es etwas weiter wurde, ihren Bauch nicht verbergen konnte. Sicherlich gab es einen Namen für diese Art von Stil – aber als ob ich wüsste, wie er lautete. Es war mir auch egal.
Die Bewegung von Nathan, der sich die Tränen aus den Augen wischte, erregte meine Aufmerksamkeit. Auch Rachel liefen Tränen über das Gesicht, während sie ihn anstrahlte.
Es war ekelerregend, das mitanzusehen.
Ich wollte das auch.
Alles davon.
Vielleicht hatte Nathan recht. Vielleicht sollte ich Tinder mal ausprobieren.
Ich hörte zu, wie der konfessionslose Offiziant – eine kirchliche Trauung in der zwanzigsten Schwangerschaftswoche wäre wohl seltsam – alle willkommen hieß.
Ich muss einen Witz verpasst haben, denn alle anderen lachten.
Rachel hatte ihren Wunsch nach einer kurzen Zeremonie deutlich zum Ausdruck gebracht, und so ging alles ganz schnell. Jamie las ein Liebesgedicht vor, dem ich nicht wirklich zugehört habe, und dann ging es direkt zum Gelübde über.
"Rachel, ich wusste von dem Moment an, als ich dich sah, dass du die Frau für mich bist. Du hast mich in die Knie gezwungen. Ich würde dir bis ans Ende der Welt folgen."
Dieser Satz sorgte für leichtes Schmunzeln im Publikum, weil er vielleicht genau das würde tun müssen.
"Du bist wunderschön, innen und außen. Ich liebe es, wie du mich zum Lachen bringst und wie du dich nie scheust, mich in die Schranken zu weisen. Aber du bist dabei nicht gemein. Du hast keine Angst, deine Meinung zu sagen, aber du unterstützt mich auch, wenn du denkst, dass ich das Falsche tue. Was meistens der Fall ist. Du bringst meine Verrücktheit ins Gleichgewicht und bist genau das, was ich immer wollte, während du genau das bist, was ich brauche. Ich schwöre, dich zu lieben, jeden Tag für den Rest unseres Lebens. Ich werde dich und unseren Sohn bis zu meinem letzten Atemzug lieben und beschützen." Er hielt inne. "Und wenn du wegläufst, werde ich dir nachlaufen."
Rachels Kopf fiel vor Lachen zurück, als er seine letzten Worte einstreute. Vielleicht würde sie dieses Mal wirklich nicht weglaufen.
Sie nahm eine Hand von der seinen, um sich über die Augen zu wischen, bevor sie sprechen anfing.
"Nathan, wie eine meiner Freundinnen so treffend sagte", sie drehte ihren Kopf, um Jamie vorwurfsvoll anzusehen, während ihre Freundin nur zurückgrinste, "ich betrachte dich, als hättest du den Mond und die Sterne erschaffen, denn für mich hast du es getan. Und nicht nur die Galaxie, sondern das ganze Universum. Zugegeben, ich habe das eine oder andere Mal versucht, vor dir wegzulaufen."
"Dreimal", hustete jemand aus dem Publikum und löste damit weiteres Gelächter aus. Rachel wurde rot und kicherte wie alle anderen, bevor sie weitersprach.
"Aber ich konnte nicht vor dir weglaufen. Vor meinem Schicksal. Dir gehört mein ganzes Herz und ich verspreche, dich für den Rest meines Lebens zu lieben. Und vielleicht eines Tages nicht mehr vor dir wegzulaufen."
Nathan erwiderte ihr Grinsen und schüttelte den Kopf.
"Und jetzt die Ringe", sagte der Offiziant. Nathan streckte mir seine Hand entgegen.
Ich ließ das zierliche Stück Weißgold in seine Hand fallen, während Jamie das Gleiche mit seinem Ring in Rachels Hand tat. Seiner war komplett schwarz, aus Titan.
Ich sah zu und tat so, als sei ich völlig ungerührt, während ich mich in Wirklichkeit tierisch für ihn und für sie freute, während sie die Ringe tauschten und die Worte des Trauredners wiederholten.
"Du darfst die Braut jetzt küssen."
Prez verschwendete keine Zeit, packte sie am Gesicht, die Hände an den Wangen, und zerrte sie nach vorne. Jubel brach um uns herum aus, während ich klatschte und er sie für sich beanspruchte..
Seine Old Lady. Baby-Mama. Ehefrau. Sein Name war auf ihrer Haut eintätowiert und sein Ring steckte an ihrem Finger.
Gestern Abend hatte er sich von Ink ihren Namen auf die Brust tätowieren lassen.
Er war im Grunde bereits vollkommen bedeckt gewesen. Und es gab keine freie Stelle mehr auf ihm, aber Ink hatte Rot benutzt – eine Farbe, die in starkem Kontrast zu dem Schwarz und Grau stand, das er sonst überall trug – um ihren Namen auf seine Haut zu tätowieren.
Offenbar war ich schon immer ein romantischer Trottel gewesen, denn ich war vom Hals bis zu den Oberschenkeln bedeckt, einschließlich der Hände, aber auf der linken Seite meiner Brust gab es einen leeren Fleck. Ich hatte es bis vor Kurzem nicht bemerkt, aber offenbar wusste mein Unterbewusstsein, was es tat. Eine Leerstelle für den Namen meiner Old Lady.
Das hat mich überrascht.
Während wir ihnen den Gang entlang, weg vom Altar folgten, hielt der Fotograf den Moment fest und schrieb es für immer in die Geschichte des MC ein.
Widerwillig ließ ich mich herab, für Hunderte von Fotos zu posen, die Chrissy unbedingt machen wollte. Selbst Rachel hatte genug, als wir fertig waren.
"Ich bin schwanger und hungrig! Wir gehen jetzt zum Empfang. Jetzt!"
Ihr Verhalten beruhigte sich augenblicklich, als Nathan eine riesige Packung Reese's aus seiner Kutte zog.
"Ich wusste, dass ich dich aus einem bestimmten Grund geheiratet habe", sagte sie, bevor sie ihn aggressiv küsste. Seine Lippen bewegten sich auf ihren, aber in Gelächter, nicht als Kuss.
"Lasst uns feiern!", rief Bubbles, als er an uns vorbeirannte. Man könnte meinen, er sei betrunken, aber er war derjenige, der sich freiwillig gemeldet hatte, um das glückliche Paar herumzuchauffieren und nüchtern zu bleiben.
Sie kletterten auf den Rücksitz ihres neuen SUVs – einer Familienkutsche, wie Nathan ihn genannt hatte – während ich ihn auslachte. Außerdem konnte ich es kaum fassen, dass er Bubbles damit fahren ließ.
Hands und Bender begleiteten mich zum Wagendes Clubs, in dem wir uns auf den Weg zurück zum Clubhaus machten.
Als wir dort ankamen, war der Parkplatz bereits voll. Alle, die nicht zum Fotografieren hatten bleiben müssen, waren bereits zurück – zweifellos betrunken.
Doch ich konnte kaum glauben, wie die Bar aussah, als ich sie betrat. Es roch sogar sauber. Aber jetzt sah es aus, als hätten überall Feen hingekotzt.
Die schäbigen alten Tische waren mit ansehnlichem weißen Leinen bedeckt. Weiße Weihnachtslichter funkelten, die von der Decke in alle Richtungen hingen. Blumen und Kerzen bedeckten jede Oberfläche. Ich fuhr mit der Hand über eine der Kerzen – zum Glück war jemand so klug gewesen, welche mit LED und keine echten Flammen zu kaufen.
Der Laden wäre bis auf die Grundmauern niedergebrannt, wenn so viel Schnaps mit Feuer in Berührung gekommen wäre. Blumen. Überall, verdammt. Sie hingen von der Decke und waren um strategisch angebrachte Äste gewickelt.
Alles funkelte verdammt noch mal.
Ich machte mich auf den Weg zu meinem üblichen Platz und winkte nach einem Bier und einem Whiskey.
"Bitte sehr", sagte Brenda. Rachel hatte versucht, sie davon zu überzeugen, dass ein Gast nicht als Barkeeper arbeiten sollte, aber sie hasste es, jemand anderen hinter ihre Bar zu lassen.
"Danke", sagte ich und hob die Flasche zum Dank.
Trotz dessen, wie die Dinge geendet waren, waren wir immer noch Freunde. Eines Tages würde sie einen guten Mann finden. Das hatte sie verdient. Auch wenn ich es ihr nicht hatte geben können.
Ich bewegte mich den ganzen Abend nicht von meinem Platz. Ich saß da und sah zu, wie das glückliche Paar miteinander tanzte. Sie sahen so verliebt aus. Wahrhaftig glücklich.
Hoffentlich wartete meine Old Lady, wer auch immer sie war, da draußen auf mich. Ich wollte sie finden.
Und das bald.

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