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Teufel vs Alpha Buch 2

Autor:in
Sapir Englard
Gelesen
234K
Kapitel
30
Autor:in
Sapir Englard
Gelesen
234K
Kapitel
30
😱Thriller👱🏽‍♀️Teenager💪🏻Beschützer🎭Drama🧛🏻Vampire👩🏽‍🎓Studierende🐺Werwölfe & Gestaltwandler👩‍❤️‍👨Wahrer Gefährte🧙‍♂️Übernatürlich & Fantasy💪🏻Alpha-Männchen💪Starke Frauen⚔️Action & Abenteuer👩🏻‍🍼Mütter👩‍❤️‍💋‍👨Young Adult🐺Übernatürlich

In einer Welt, in der sich übernatürliche Kräfte und menschliches Leben verweben, kämpft Reyna mit ihrer bevorstehenden Verwandlung in eine Vampirin, während sie gleichzeitig mit dem Schuldrama und tödlichen Geheimnissen zurechtkommen muss. Als sie und ihre Freunde eine Serie grausamer Morde aufdecken, geraten sie in ein Netz aus dunkler Magie, uralten Fehden und mysteriösen Kreaturen. Mit ihrer Familie und ihren Freunden in Gefahr muss Reyna sich ihren Ängsten stellen und ihre verborgenen Kräfte annehmen, um die zu beschützen, die sie liebt.

Nicht töten

EVE

VIER MONATE SPÄTER
Reynas Faust flog durch die Luft. Ich machte einen Schritt nach hinten und wich ihr mühelos aus.
"Zu langsam", sagte ich und grinste.
"Du bist bestimmt schon tausend Jahre alt", antwortete sie und wischte sich den Schweiß von der Stirn. "Das ist nicht fair. Du hattest viel mehr Zeit zum Trainieren."
Die Ader auf meiner Stirn zuckte, als ich die Augen zusammenkniff.
Glaube nicht, dass ich die Anspielung auf mein Alter nicht mitbekommen habe, warnte ich Reyna telepathisch.
"Oh Gott, verschwinde aus meinem Kopf!", rief sie. "Ich hasse es, wenn du das tust. Das ist einfach nur aufdringlich."
"Sei nicht so dramatisch", sagte ich und verdrehte die Augen. "Wenn du dich entscheidest, ein Vampir zu werden, wirst du Kräfte haben, die genauso aufdringlich sind.”
"Falls ich mich dazu entscheide, ein Vampir zu werden", korrigierte sie mich.
In etwas mehr als zwei Jahren würde Reyna die schwerste Entscheidung ihres Lebens treffen müssen ...
Dann würde sie entscheiden müssen, ob sie das Vampirblut, das bereits durch ihre Adern floss, annehmen und sich dem Ritual unterziehen würde, welches ihr Leben für immer verändern würde.
Ich wollte auf jeden Fall sichergehen, dass sie geistig und körperlich bereit war, wenn es soweit war.
"Lass es uns noch einmal versuchen", sagte ich und nahm eine defensive Haltung ein.
"Eve, ich bin am Verhungern! Können wir mit dem Training nicht wenigstens bis nach dem Frühstück warten?", fragte Reyna, deren Magen fast so sehr knurrte wie sie selbst.
"Wenn du mich triffst, und sei es nur ein kleiner Kratzer, können wir das Training früher beenden", ermutigte ich sie auf.
Ein entschlossener Ausdruck erschien auf Reynas müdem Gesicht, als sie ihre Fäuste hob.
"Los gehts."
***
Nachdem Reyna zur Schule gegangen war, setzte ich mich an den leeren Esszimmertisch im Rudelhaus.
Vor hunderten von Jahren hatte ich mich dazu entschieden, ein Vampir zu werden, um meine Tochter Snow zu retten.
Ich brauchte alle Kraft, die ich bekommen konnte, um die Kräfte zu bekämpfen, die uns trennten.
Reyna hingegen hatte ein ganz anderes Leben geführt. Für ein siebzehnjähriges Mädchen, das seine prägenden Jahre als Mauerblümchen an Lumens Highschool verbracht hatte, war der Vampirismus keine leichte Entscheidung.
Sie hatte sich das alles nie gewünscht. Allerdings war sie auch die Erbin des Morgan-Vermögens und auch das hatte sie sich nicht gewünscht. Reyna war stärker, als sie aussah, und konnte sich immer an alles anpassen, was das Leben ihr zuwarf, zumindest in den wenigen Monaten, in denen ich sie kannte.
Welchen Weg sie auch immer wählt ...
Ich will nur sichergehen, dass sie wirklich eine Wahl hat.

REYNA

Anyas Fuß wippte unaufhörlich unter ihrem Tisch in der Aula auf den Boden.
"Anya, hör auf", flüsterte ich ihr zu.
"Ich kann nicht", sagte sie leise. "Ich bin zu aufgeregt wegen heute Abend."
Ich musste zugeben, dass ich das auch war. Ein paar Jungs aus dem Rudelhaus feierten eine geheime Party im Wald, und Eve hatte keine Ahnung.
Ich konnte es kaum erwarten.
Jeden Tag mit Eve zu trainieren und die Hälfte der Zeit zu versagen, ging mir langsam auf die Nerven.
Und die Vorbereitungen für die Abschlussprüfungen waren noch schlimmer.
Es war schwer, sich in der Schule zu konzentrieren, wenn man von Hunderten sexbesessenen Werwölfen umgeben war.
Klar, Teenager hatten immer nur das eine im Kopf, aber in der letzten Woche hatte ich rekordverdächtig viele Fälle von Dry-Humping auf den Fluren gesehen.
Es war fast so, als ob die Hitze wieder angefangen hätte, aber das machte keinen Sinn. Sie war erst seit ein paar Monaten vorbei.
Vielleicht war eine Party genau das, was alle brauchten. Eine Chance, etwas Dampf abzulassen.
So wie Eve mich gerade beim Training fertig gemacht hat, kann ich auf jeden Fall eine Party gebrauchen.
Ich rutschte unruhig auf meinem Stuhl hin und her und beobachtete die Uhr an der Wand. Jede Sekunde, die verging, fühlte sich wie eine Ewigkeit an.
Unser Klassenlehrer, Mr. Bateson, ordnete gerade den Papierkram auf seinem Schreibtisch, als die stellvertretende Schulleiterin, Ms. Pilgrim, hereinkam.
Normalerweise sah sie aus wie die typische Schulleiterin, aber heute schwang sie verführerisch die Hüften und ihre zehn Zentimeter hohen Absätze klackten auf dem Linoleumboden.
Ein Duft von Vanille-Lotion wehte mit ihr herein.
Ich starrte sie mit offenem Mund an, genau wie Mr. Bateson, als er zu ihr aufblickte.
Während sie ihm etwas über Freiwillige und Anstandsdamen für den bevorstehenden Lumen High-Karneval ins Ohr flüsterte, beugte sie sich über seinen Schreibtisch und präsentierte ihm ihr Dekolleté.
Aber er schien ihren Worten keine Aufmerksamkeit zu schenken. Er war zu sehr damit beschäftigt, sie von oben bis unten zu mustern.
Seine Hand griff nach ihrer Taille und er stieß ein leises Knurren aus.
Sie reckte den Hals, warf ihr Haar zur Seite und lächelte verschmitzt.
Dann verließ sie schnell das Klassenzimmer, während er ihr sabbernd hinterher sah.
Okay, vielleicht fängt die Haze wirklich wieder an? Ist eine zweite Haze überhaupt möglich?
Das Klingeln der Glocke läutete endlich meine Freiheit ein.
Als wir alle auf den Flur strömten, brüllten und heulten die Lumen-Kinder und tauschten ihre Wochenendpläne aus. Anya und ich hielten an ihrem Spind, um die Bücher auszutauschen.
Ich entdeckte Meagan Stanley, die Präsidentin des Debattierclubs, die gegenüber von uns an der Wand lehnte.
Ihr Freund hatte eine Hand unter ihren Rock geschoben und ihr langes, blondes Haar um seine andere Hand gewickelt, als er es zurückzog und seinen Mund in ihren Nacken legte.
Ihre Augen trafen meine, und sie leckte sich sanft über die Lippen, um mich einzuladen. Ihr Freund bemerkte mich und lächelte.
Ich sah schnell weg. "Anya, beeil dich!"
"Okay, okay ich mach ja schon!", sagte sie und schloss ihren Spind.
Meagan und ich waren Freunde, aber nicht diese Art von Freunden.
Was war nur in letzter Zeit mit den Leuten los?
Während wir den Flur hinunter gingen, konnte ich nicht leugnen, dass sich etwas in mir regte.
Was war das für ein Gefühl?
Es war dasselbe Gefühl, das ich manchmal hatte, wenn ich mitten in meiner Vampirausbildung steckte und spürte, wie meine Kräfte an die Oberfläche kamen. Es war ...
Sehnsucht.

RAPHAEL

Mein ganzes Leben lang hatte ich Kriege geführt. Den Krieg draußen und den im Inneren.
Dieses Mal würde der Kampf auf beiden Gebieten stattfinden.
Als Millennium-Alpha - Alpha aller Alphas - würde ich mein Rudel eines Tages gegen Barron von Logia anführen. Er war irgendwo da draußen und eine Bedrohung für uns alle.
Eine Bedrohung für meine Tochter ...
Ich wusste nicht, was er plante, aber ich hatte nicht vor, einfach nur herumzusitzen und mit den Pfoten zu wackeln.
Ich wollte ihn aufspüren und ihn für seine Taten bezahlen lassen.
Aber als Vater und als Eves Gefährte wusste ich, dass mein Platz hier in Lumen war. Ich würde mich aus dem Kampf zurückziehen müssen, um das zu schützen, was mir am wichtigsten war.
Ich würde Eve nie wieder allein lassen.
Ich beobachtete meine Gefährtin, während sie wach wurde und sich aufsetzte, wobei ihr langes dunkles Haar über ihren Rücken fiel.
Sie beugte sich vor und ich betrachtete ihren wunderschönen schmalen Rücken. Dann zog sie ihr Höschen an und ließ das Laken fallen, als sie aufstand.
Sie verschränkte ihre Arme mit den Trägern ihres BHs und schloss die Verschlüsse hinter sich. Ihre Schulterblätter drückten gegen die Muskeln in ihrem Rücken. Das Licht fiel auf die Narben, aus denen manchmal ihre Flügel traten.
Sie schlüpfte in ihre Jeans, ihr G-String ließ meine Männlichkeit beben, bereit, wieder zu erwachen.
Meine Eve.
Fünfhundert Jahre Zeit, verloren durch gestohlene Erinnerungen.
"Ich mache mich auf den Weg zu den Morgans", sagte Eve, während sie ihren eleganten Hals reckte und mich mit ihren funkelnden lila Augen anschaute.
Diese Augen.
Sie ließen ihr ganzes Gesicht leuchten.
Sie erhellten den ganzen verdammten Raum.
Egal wie zäh Eve war, sie konnte mich immer mit einem einzigen Blick erregen.
"Warum kommst du nicht mit?", fragte sie. "Ich bringe Reyna den Umgang mit meiner Sense bei."
"Nein, geh du nur. Ich muss mich ums Geschäft kümmern."
"Ums Geschäft?", fragte Eve leicht skeptisch. Sie krabbelte wie eine Katze zurück aufs Bett. "Das ist eine ziemlich vage Antwort", sagte sie und küsste meinen Hals. "Du hältst mich auf Abstand, was?"
Ich packte sie und drehte sie auf den Rücken, damit ich ihre Lippen und ihre Stirn küssen konnte.
"Niemals", sagte ich. "Der einzige Abstand, den ich zwischen uns haben will, sind meine zehn Zentimeter in dir."
Eve schob mich mit einem Grinsen von sich. "Eher neun."
Sie tat so, als würde sie sich wehren, als ich ihr Handgelenk packte und sie an mich heranzog. "Willst du nachmessen?"
Aber bevor ich noch weiter gehen konnte, war sie schon an der Tür. Blitzschnell wie immer. Ihre vampirische Geschwindigkeit überraschte mich immer wieder.
"Tut mir leid, ich muss zum Training. Aber vielleicht können wir später ja auch eine Runde trainieren", sagte sie verschmitzt, als sie zur Tür hinausging.
Darauf kannst du dich verlassen.
Nachdem sie gegangen war, nahm ich mein Handy in die Hand ...
Raphael
Hast du ihn gefunden?
Killian
Noch habe ich keine Ahnung, wo Barron ist
Killian
Aber es gibt Gerüchte, dass er eine Armee zusammenstellt
Raphael
Eine Armee … wozu das denn?
Killian
Ich bin mir nicht einmal sicher, ob es stimmt
Killian
Er verhält sich sehr diskret
Killian
Er hat keine Spuren hinterlassen
Raphael
Habt ihr irgendwelche Hinweise?
Killian
Vielleicht ...
Killian
Ich bin auf dem Weg nach Kiew
Raphael
Verliere seine Spur bloß nicht.
Raphael
Und halte mich auf dem Laufenden.
Ich legte mein Handy beiseite und grub ich meine Krallen in die Federkissen.
Wenn die Gerüchte stimmten, würde sich Barron von Logia sich schon sehr bald und sehr offensichtlich zu erkennen geben.
Ich musste auf alles vorbereitet sein.

REYNA

Ich parkte meinen Jeep in der Mitte einer nebligen Lichtung in der Nähe der Party und kurbelte die Fenster hoch.
"Wir sind da", verkündete ich und spürte die Vorfreude in meinem Magen.
Eigentlich war ich nicht der Typ für Partys, aber in letzter Zeit wurde ich zu allen eingeladen. Es war schwer, in der Schule unsichtbar zu sein, wenn alle so darauf bedacht waren, mich zu sehen ... oder mit mir gesehen zu werden.
Die Erbin des Morgan-Vermögens.
Anya war an die Aufmerksamkeit gewöhnt. Sie liebte sie.
Sie kaute auf ihrem Kaugummi herum und nickte, während sie in ihrer schimmernden rosa Bluse wie eine Prinzessin aussah. "Dann lasset die Party beginnen!"
Plötzlich hörten wir ein Geräusch auf der Rückbank, und ein Kopf mit wirrem Haar tauchte unter einem Stapel Decken auf.
"Snow!", riefen Anya und ich gleichzeitig.
Sie starrte uns mit einem unschuldigen Lächeln im Gesicht an.
„Du kleiner blinder Passagier! Deine Mutter wird mich töten!“, sagte ich und meine Vorfreude verwandelte sich in Angst.
"Nicht töten", sagte Snow und runzelte die Stirn.
Ich rieb mir die Stirn. Ich konnte es dem Mädchen nicht verübeln, dass sie raus wollte. Fünfhundert Jahre lang gefangen gehalten zu werden, muss hart gewesen sein.
Aber sie war auch nicht so wie eine normale Vierzehnjährige.
Und ich hatte wirklich keine Lust, den Babysitter zu spielen.
"Wir müssen sie nach Hause bringen", sagte ich und wandte mich an Anya.
"Rey, wir lassen uns diese Party auf keinen Fall entgehen", jammerte Anya. "Komm schon, nur eine Stunde. So lange wird sie schon alleine bleiben können!"
Seufzend beschloss ich, dass es einfacher war, nachzugeben, als zu streiten. "Bleib im Auto", sagte ich zu Snow. "Und schließ die Türen von innen ab. Hast du das verstanden?"
Sie nickte, obwohl sie nicht glücklich darüber aussah.
Sie schloss die Autotüren hinter uns und ich ließ die Vorfreude darauf, heute Abend wirklich Spaß zu haben, meine Sorgen verdrängen.
Wir hörten Stimmen, die sich in der kühlen Nachtluft mischten, und liefen einen kleinen Hügel hinunter durch Haufen von getrocknetem Laub.
"Ob Jed wohl hier sein wird?", fragte Anya.
"Ich weiß es nicht", antwortete ich, obwohl ich hoffte, dass er es sein würde.
"Komisch, ihr scheint viel zu reden", sagte Anya mit einem kleinen Grinsen.
Die Wahrheit war jedoch, dass Jed meistens damit beschäftigt war, der Delta des Millennium-Rudels zu sein. Wir hatten vor einiger Zeit mal einen Moment gehabt, aber jetzt war er nur noch ein guter Freund.
Er hatte sich nie für eine Freundin interessiert und ich konnte mir auch nicht vorstellen, dass er Zeit für eine hatte.
Das war auch gut so, denn für mich war er mehr wie ein Bruder. Oder vielleicht einen Cousin.
Ein Cousin, mit dem ich zufällig einmal geknutscht hatte.
"Es ist nicht so, wie du denkst, Anya", sagte ich ein wenig abwehrend.
"Natürlich nicht", sagte sie und lächelte.
Meine Schwester konnte denken, was sie wollte.
Aber zwischen mir und Jed war definitiv nichts.
Wir betraten eine Lichtung, auf der Menschen tranken und um die Wärme eines Feuers tanzten.
Und da war er. Er drehte sich um, als könnte er riechen, dass ich gerade angekommen war. Sein Gesicht wurde von den Flammen erleuchtet und ich konnte sehen, dass er uns zuwinkte.
Obwohl er sich nicht verwandelt hatte, sagte mir sein aufgeregter Gesichtsausdruck, dass sein Schwanz zwischen den Beinen wedelte.
"Ich bin überrascht, dich hier zu sehen", sagte ich und umarmte ihn freundlich.
"Hey, auch Deltas müssen mal Dampf ablassen", sagte er grinsend.
Jemand drehte die Musik auf und ein Pärchen in unserer Nähe fing an, heftig zu knutschen. Ich wandte den Blick ab, weil ich mich plötzlich unwohl fühlte.
"Wie ist eigentlich der Delta-Dienst?", fragte ich dann und versuchte, das Pärchen nicht anzusehen, während sie stöhnend gegen mich stießen.
"Im Rudelhaus ist in letzter Zeit viel los", antwortete Jed und trat näher an mich heran. "Gabriel hat das halbe West-Coast-Rudel mitgenommen, um die göttlichen Jäger zu jagen, was bedeutet, dass Raphael und wir Millennium-Wölfe uns alleine um Lumen kümmern müssen. Das ist ziemlich anstrengend."
"In der Schule spielen auch alle verrückt", sagte ich. "Es ist fast so, als stünden alle unter irgendwelchen Drogen."
Plötzlich fing ein anderes Pärchen, sich gegenseitig die Kleider vom Leib zu reißen und jemand schrie: "Nimm mich!", bevor er ins Gebüsch fiel.
"Igitt. Es ist, als würde die Haze wieder passieren", sagte ich und bekam ein komisches Gefühl.
Bevor Jed antworten konnte, sahen wir ein bläulich-weißes Licht über dem Blätterdach leuchten.
Das ist kein Mondlicht ... Was ist es dann?
Ein Schrei durchbrach plötzlich den lauten Lärm der Party. Alle hielten inne und blickten erschrocken auf.
"Reyna, sieh mal!", sagte Anya und deutete auf mein Auto oben auf dem Hügel.
Die Tür war offen, das Deckenlicht war an und die Sitze waren leer.
"Snow ...", murmelte ich leise.
Ich ergriff Jeds Hand und wir liefen in die Richtung, aus der der Schrei bekommen war.
Als wir an der Böschung ankamen, hatte sich bereits ein Kreis von Menschen versammelt. Die meisten von ihnen waren halbnackt, ihre Kleidung lag auf dem Boden. Ich konnte nackte Brüste, Hintern und andere Körperteile im Mondlicht erkennen.
Als ich mich durch die Menge drängte, weiteten sich meine Augen vor Entsetzen über den Anblick, der sich mir bot.
Snow.
Sie saß auf dem Boden, hielt sich die Knie, schaukelte hin und her und hatte einen ausdruckslosen Gesichtsausdruck aufgesetzt.
Neben ihr lag Meagan Stanley aus dem Debattierclub.
Ihr blondes Haar war voller Blut.
Ihre langen Beine, die ihr Freund noch Stunden zuvor begrabscht hatte, standen in einem ungewöhnlichen Winkel von ihrem Körper ab.
Ihr Kopf war vom Hals gerissen.
Snow wiederholte immer wieder zwei Worte, während sie hin und her schaukelte.
"Nicht töten."

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