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Die Gefährten der Ärztin Buch 2

Autor:in
Corinthe Davies
Gelesen
17.4K
Kapitel
51
Autor:in
Corinthe Davies
Gelesen
17.4K
Kapitel
51
👯‍♂️Umgekehrter Harem😱Thriller🙅Widerwilliger Gefährte💔Abgelehnter Gefährte🐺Werwölfe & Gestaltwandler👩‍❤️‍👨Wahrer Gefährte💘Schicksalsgefährten💪🏻Beschützer🧙‍♂️Übernatürlich & Fantasy💪🏻Alpha-Männchen💪Starke Frauen🥵Erotik⚔️Action & Abenteuer🩺Ärzte & Krankenschwestern💞Polyamorie🔺Dreier🐺Übernatürlich

Sie hätte nie erwartet, ein Teil ihrer Welt zu werden. Als eine zufällige Begegnung sie an ein mächtiges Rudel bindet, findet sich Anastasia zwischen Loyalität, Gefahr und drei Wölfen wieder, die alles tun würden, um sie zu schützen.

Doch während der eine ihr Trost spendet und der andere Freundschaft anbietet, ist es Damon – der verschlossene, provozierende Wolf, der sie immer wieder von sich stößt –, der ihre Aufmerksamkeit fesselt.

Vertrauen ist zerbrechlich. Liebe ist noch schwieriger. Und manche Männer müssen sich beides erst verdienen.

Kapitel 1: Magnus

ANASTASIA

„Fuck. Todeszeitpunkt.“
Der Defibrillator wurde zurück auf den Notfallwagen geworfen. Ich strich mir mit dem Unterarm über die Stirn und wischte den Schweiß weg.
„Todeszeitpunkt ist …“ Eine der Krankenschwestern, die auf der anderen Seite des Tisches stand, sah auf ihre Uhr. „Fünfzehn Uhr sechs.“ Sie tippte es ein und sah dann mit einem traurigen Gesichtsausdruck auf. „Es tut mir leid, Dr. Hansen.“
Das Adrenalin pumpte noch immer durch meine Adern, während ich die Hände in die Hüften stützte. Ich dachte, ich könnte sie retten. „Fuck“, wiederholte ich und sah die tote Frau auf dem Tisch neben mir an. So jung. Ich schüttelte den Kopf und wandte mich ab. „Ähm, der Ehemann wartet draußen, richtig?“
Sie nickte. „Soll ich …“
„Nein, es ist schon in Ordnung. Danke für das Angebot.“
Ich zog mir langsam die Handschuhe aus und warf sie in den Abfallbehälter für gefährliche Stoffe. Ich kniff die Augen zusammen, um mir einen Moment Zeit zu geben, mich zu sammeln. Mit einem scharfen Ausatmen öffnete ich sie wieder und ging zur Tür. „Mr. Graham?“, rief ich in den Flur.
Ein nervöser Mann mittleren Alters erhob sich von seinem Platz und sah mich mit großen, hoffnungsvollen Augen an. Neben ihm stand ein junges Mädchen, nicht älter als vierzehn oder fünfzehn.
Mein Blick glitt nur für eine Sekunde zu ihr, bevor er zu ihm zurückkehrte. „Darf ich kurz unter vier Augen mit Ihnen sprechen?“ Ich deutete auf ein leeres Wartezimmer neben uns.
Nachdem er hineingegangen war, schloss ich die Tür hinter uns.
„Wie Sie wissen, hatte Ihre Frau einen Herzstillstand. Wir wissen nicht genau, wie lange ihr Herz stehen geblieben war, bevor sie im Krankenhaus ankam.“
Die Worte kamen mechanisch aus mir heraus, präzise und klar. „Wir konnten sie nicht wiederbeleben. Ich habe alles getan, was ich konnte, aber es tut mir sehr leid, Sir. Sie ist tot.“
Die Lippen des Mannes öffneten sich und ein kehliges Stöhnen entwich ihm, gefolgt von etwas, das wie ein klagendes Heulen klang. Das Geräusch erschreckte mich, es war so zutiefst untröstlich und roh. Er brach auf dem Boden zusammen.
„Sie sagte, sie sei müde, bevor sie ging. Sie ist t-trotzdem zur Arbeit gegangen.“ Er schnappte nach Luft, als ich mich neben ihn hockte und ihm eine Hand auf die Schulter legte. „Ich habe sie gebeten, nach ihrer Schicht noch beim Supermarkt anzuhalten, um mir etwas von der Feinkosttheke mitzubringen.“ Sein Gesicht verzog sich schmerzhaft. „Ich habe sie dorthin geschickt. Oh Gott. Ich habe sie getötet.“
„Nein, das … das ist nicht wahr. Sie haben sie nicht getötet. Sie könnte eine genetische Veranlagung oder eine unerkannte Herzerkrankung gehabt haben, von der Sie nichts wussten. Es gibt so viele Unbekannte.“
Durch einen Schleier aus Tränen deutete er schwach auf die Tür. „Molly ist da draußen. Was soll ich nur sagen?“ Er schnappte erneut nach Luft und umklammerte seine Brust, während ihm Tränen über das Gesicht liefen. „Wie sagt man seinem Kind, dass seine Mutter tot ist?“
Ich schluckte schwer und verlagerte mein Gewicht auf die Fersen. „Ich weiß es nicht“, flüsterte ich. „Es gibt keinen guten Weg, außer ehrlich zu sein. Ich kann sie hereinholen und es ihr sagen, wenn Sie möchten.“
„Oh Gott.“ Er ließ den Kopf hängen und barg ihn in seinen Händen.
Ich saß einen Moment bei ihm und klopfte ihm dann sanft auf die Schulter, um ihn aufzurütteln. „Möchten Sie, dass ich Ihre Tochter hereinbringe, Sir? Oder …“
Die klinische Seite, das Übermitteln der Fakten, war für mich zur zweiten Natur geworden. Aber das, was danach kam, war schwieriger. Wahnsinnig unangenehm.
Es tat tatsächlich weh, Menschen dabei zuzusehen, wie sie normale, gesunde Reaktionen auf den Tod zeigten. Das Verhalten dieses weinenden Mannes war normal. Auf dem Boden zusammenzubrechen. Zu weinen. Nach seiner Frau zu schreien.
Das war alles normal.
Ich hatte nicht geweint, als ich Ethans ausgeweideten Körper in meinem Wohnzimmer fand. Oder als Mom vor meinen Augen starb. Als der letzte Atemzug ihre Lungen verließ, war etwas in mir kalt geworden. Ich hatte nicht geschrien, ich war nicht einmal zusammengezuckt. Es war, als wäre ein Teil von mir mit ihr gestorben.
Während Ethans Körper vor mir hing, starrte ich einfach ins Leere, bis der Krankenwagen und die Polizei eintrafen. Auch da vergoss ich keine einzige Träne.
Mr. Graham versuchte aufzustehen. Ich packte ihn am Arm und half ihm zurück in den Stuhl. „Bitte holen Sie sie herein“, sagte er.
Als sich die Tür des Wartezimmers öffnete, schoss das junge Mädchen in die Höhe.
Ich starrte sie an.
Sie war so jung. Langes rotes Haar wie ihre Mutter, Sommersprossen auf ihrer blassen Haut. Was mich am meisten traf, waren ihre großen, intelligenten blauen Augen. Sie verrieten mir, dass sie bereits wusste, was ich sagen würde.
Ich schluckte schwer und verdrängte den Schmerz, die Gefühle, die hochkommen wollten. Hier ging es nicht um mich. „Miss Graham, würdest du bitte hereinkommen und dich zu deinem Dad setzen?“
Sie nickte, ging an mir vorbei und betrat das Zimmer, in dem ihr Vater laut weinte. „Dad. Daddy?“ Überrascht eilte Molly an seine Seite. „Sag es mir.“ Die Stimme des Mädchens brach, und tief in mir drohte sich etwas zu lösen.
„Sie ist nicht mehr da, mein Schatz.“
„Was?“ Ihre Augen waren weit aufgerissen, während ihr Blick zwischen ihm und mir hin und her huschte.
„Sie hatte im Supermarkt einen Herzstillstand.“ Ich steckte meine schwitzigen Hände in die Taschen meines weißen Kittels. „Als sie hier ankam, war sie bereits bewusstlos. Wir haben alles versucht, um sie wiederzubeleben, aber …“ Ich machte eine Pause. „Mein herzliches Beileid.“
Das junge Mädchen starrte mich an, während dicke Tränen über ihre Wangen kullerten. Ihr Kinn zitterte.
Ich wagte es nicht, wegzusehen. Wenn ich es tat, verriet ich mein früheres Ich. Ich verriet Ethan und Mom. Ich weiß nicht, wie lange wir so dastanden, gefangen in diesem seltsamen Moment.
Eine Krankenschwester und ein Trauerbegleiter hatten den Raum leise betreten. Nachdem sie sich den Grahams vorgestellt hatten, nickte ich ihnen schwach zu, drehte mich schnell um und ging. Ich lief direkt zu Mias Spind, holte eine Zigarette heraus und klaute sogar ihr Feuerzeug.
Auf Autopilot durchquerte ich die Flure des Krankenhauses und ging hinaus in die hintere Gasse. Die kalte Abendluft tat meinem überhitzten Gesicht gut. Ich lehnte mich neben dem Müllcontainer an die Wand und fischte die Zigarette aus meiner Tasche.
Meine Finger zitterten, als ich versuchte, sie anzuzünden. Mein Daumen zitterte hilflos und rutschte immer wieder über das Zündrädchen ab. Meine Sicht begann zu verschwimmen. „Komm schon, du Scheißding“, murmelte ich. „Brenn endlich.“
Eine Flamme erschien in der Dunkelheit vor mir.
Langsam hob ich den Kopf.
Ein unverschämt gut aussehender Mann stand da und hielt ein Metallfeuerzeug zwischen uns. Das kleine Feuer spiegelte sich in seinen Augen.
Er war groß, mit braunem Haar, das an den Seiten rasiert und oben zurückgegelt war. Ein dunkelblauer Anzug betonte seine schlanke Figur. Er wirkte sowohl majestätisch als auch gefährlich. Ein leichtes Lächeln zupfte an seinen Mundwinkeln.
Nach einer Sekunde des Zögerns beugte ich mich vor, zündete das Ende meiner Zigarette an und richtete mich dann wieder auf. „Danke.“
„Gern geschehen.“ Er klappte das Feuerzeug zu und steckte es in seine Tasche. „Dr. Hansen, nicht wahr?“ Seine Stimme war warm und tief. Fast amerikanisch, aber ich nahm einen Hauch von etwas anderem wahr. Britisch, vielleicht.
Misstrauisch nickte ich. Ich meine, es stand in Druckbuchstaben auf meinem Namensschild. „Kennen wir uns?“
„Überhaupt nicht.“ Er grinste mich an und zeigte dabei blendend weiße Zähne. „Aber ich kenne Ihr Rudel.“
Ilya. Eric. Damon.
Obwohl ich Damon gemieden hatte, als hätte er die Pest, war er immer noch ein Teil des Rudels und daher unmöglich völlig zu ignorieren.
Nervös blickte ich an der Fassade des Krankenhauses hinauf und stellte fest, dass es hier keine Überwachungskameras gab. Ilya würde kein Auge auf mich haben können. Und ausnahmsweise wünschte ich mir verzweifelt, er könnte es.
„Eric hat versucht, Ihre Anwesenheit geheim zu halten. Aber ich konnte ihn schon aus einer Meile Entfernung an Ihnen riechen.“ Er lachte, ein weiteres, furchtbar tiefes und schönes Geräusch. „Hat er Sie schon geschwängert? Die Alphas haben immer die stärkeren Spermien, wissen Sie.“
Ekelhaft. Ich verschränkte locker die Arme und gestikulierte mit der brennenden Zigarette. „Kämpfen Alphas heutzutage so? Indem sie die Anzahl ihrer Spermien vergleichen?“
„Sie wussten schon, dass ich ein Alpha bin? Wie schmeichelhaft.“ Große Hände verschwanden in seinen Hosentaschen. „Kein Kampf hier, das versichere ich Ihnen. Ich habe gespürt, dass Sie in Not sind, und dachte, ich sehe mal nach Ihnen.“
„In Not“, wiederholte ich zweifelnd.
„Sie sondern starke Pheromone ab. Das ist eine Nebenwirkung der Bindung.“
„Ich habe die Bindung noch nicht vollzogen.“
„Oh, glauben Sie mir, das weiß ich.“ Der Mann lächelte, und eine neue Welle der Nervosität zog sich in meiner Brust zusammen. „Aber ich konnte es trotzdem an Ihnen riechen. Es ist die Aufgabe eines Alphas, sich um seine Rudelmitglieder zu kümmern.“
„Sie sind nicht mein Alpha.“
„Ganz genau. Also, wo ist Eric?“
Erwartete er wirklich, dass Eric mir wie ein Hund an der Leine folgte?
„Ich sollte zurückgehen …“
Seine Bewegungen waren schnell. Der Alpha stützte seine Hand gegen die Tür zur Gasse und sperrte mich damit effektiv ein. Ich nahm einen Hauch seines Geruchs wahr, der, alles in allem, gar nicht unangenehm war.
Trotzdem machte mich die Nähe nervös. Ich fühlte mich wie ein Beutetier, das in der Wildnis in die Enge getrieben wurde.
„Aber Sie haben Ihre Zigarette noch nicht einmal genossen.“ Seine Augen richteten sich auf mein Gesicht und sanken dann auf meine zusammengepressten Lippen. „Ich versuche nicht, Sie zu erschrecken, Doktor. Dies ist lediglich ein Höflichkeitsbesuch. Ihr Alpha hat einen Ruf an die anderen Rudel in der Gegend gesendet, falls Sie das noch nicht wussten.“
Ich blickte auf die unberührte Zigarette zwischen meinen Fingern hinab und schämte mich fast ein wenig. Ich wusste es. Eric versuchte in meinem Namen Allianzen zu bilden und eine Art Miliz aufzustellen. Um meinen Vater auszuschalten. „Und Sie wollten den Grund dafür herausfinden“, riet ich.
„Richtig. Und jetzt sehe ich, dass Sie nicht nur ein hübsches Gesicht sind. Eine Ärztin!“ Er trat einen Schritt zurück, um mich zu mustern, und pfiff. „Vielleicht können wir ja doch ein Geschäft mit Ihrem Mann machen.“
Im schwachen Licht der Gasse konnte ich nicht genau sagen, welche Farbe seine Augen hatten, ob grün oder grau. „Was für ein Geschäft?“
„Die meisten Wölfe arbeiten im selben allgemeinen Bereich. Ich glaube, Ihr Rudel nennt es Sicherheit, aber das ist nur die jugendfreie Version von Söldner. Ich persönlich scheue mich nicht vor der Wahrheit.“ Er lächelte. „Mein Rudel ist ziemlich groß, Dr. Hansen. Wir sind fünfzig Leute …“
„Fünfzig?“ Ich presste mich flach gegen die Wand. Moment, eine einzige Person sollte sich an fünfzig Leute binden? Wie funktionierte das überhaupt?
Der Alpha war von meiner Reaktion aufrichtig überrascht. Er warf den Kopf zurück und brach in Gelächter aus. „Oh, Sie sind ja bezaubernd! Ich merke schon, wir werden unseren Spaß mit Ihnen haben.“
Ich wich wieder in Richtung Tür zurück und versuchte, etwas Abstand zwischen uns zu halten. „Nicht die Art von Spaß, an die Sie gerade denken.“
Er lachte wieder, diesmal sanfter, und schüttelte den Kopf. „Verletzungen sind in unserer Branche unvermeidlich. Richten Sie Eric aus, dass meine Bedingung wie folgt lautet: Wenn Sie sich bereit erklären, mein Rudel zu behandeln, dann werden wir seine Anfrage in Betracht ziehen.“
Ich schnaubte. „Sie werden es nur in Betracht ziehen?“
„Nun, woher soll ich wissen, dass Sie keine Scheiß-Ärztin sind? Wir müssten zuerst einen Probelauf machen.“ Er streckte die Hand aus und wickelte eine lose Haarsträhne zwischen seinen Fingern auf. Sie musste sich während der Wiederbelebung aus meinem Pferdeschwanz gelöst haben.
„Da habe ich aber Glück.“
„Sie haben ja keine Ahnung, Liebes.“
Ich schlug seine Hand weg. „Sie wollen also eine Ärztin auf Abruf. Dem bin ich nicht abgeneigt. Aber nur, wenn Sie keinen Mist mit meinen Gefährten abziehen. Halten Sie Ihr Wort, und ich halte meines.“
Er holte eine Visitenkarte aus seinem Sakko und reichte sie mir, zwischen Zeige- und Mittelfinger eingeklemmt.
„Magnus“, las ich laut vor und seufzte dann. „Natürlich heißen Sie Magnus.“
Er lachte wieder bellend auf und kniff mich liebevoll ins Kinn. Mit einem finsteren Blick riss ich meinen Kopf aus seinem Griff.
„Sie machen einfach zu viel Spaß.“ Seine Stimme senkte sich zu einem gefährlichen, sinnlichen Flüstern, als er sich vorbeugte. „Beeilen Sie sich besser und vollenden Sie diese Bindung, Dr. Hansen. Sonst muss ich Sie vielleicht entführen und für mich selbst behalten.“

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