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Cowboy Casanova

Autor:in
Juno Sparks
Gelesen
17,9K
Kapitel
141
Autor:in
Juno Sparks
Gelesen
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Kapitel
141
🏈Sportgeschichten👩🏼‍🏫Lehrer😌Zweite Chancen🏙️Zeitgenössisch💰Milliardäre🤠Cowboys

Isobel Wright ist nicht nach Wears Valley gekommen, um Ärger zu suchen. Sie wollte nur ihrer besten Freundin mit einer scheuen Stute helfen und ein wenig Tennessee-Luft schnappen. Sie hat nicht mit dem Pferdeflüsterer gerechnet – dem mit den Seilverletzungen an den Händen, einem langsamen Lächeln und haselnussbraunen Augen, die ihre Knie weich werden lassen.

Ryder Callahan sieht aus, als wäre er im Sattel geboren worden. Das ist er auch. Was hier niemand weiß: Ihm gehört außerdem die halbe Insel Manhattan.

Er hält diese beiden Welten streng getrennt. Schon immer.

Doch Isobel weckt in ihm den Wunsch, damit aufzuhören.

Eine Kleinstadt. Zwei Menschen, die mehr verbergen, als sie zugeben. Und eine Anziehungskraft zwischen ihnen, der man schwerer entkommt als einem wütenden Bullen.

Manche Geheimnisse sollte man bewahren. Andere sind es wert, gelüftet zu werden.

Prolog

ISOBEL

Isobel lehnte sich vor und zog den letzten Pinselstrich über die Leinwand, langsam und sicher wie ein geflüstertes Geheimnis. Die Farben sangen in der Stille des Klassenzimmers – Karmesinrot, Gold und das tiefe Grün von Sommerblättern nach dem Regen – und jede einzelne war mit einer solchen Ehrfurcht aufgetragen worden, dass die Wände weniger wie nackter Beton wirkten, sondern vielmehr wie ein Fenster zu einem wilderen Ort.
Sie griff gerade nach der letzten Farbtube, als das Geräusch abgewetzter Stiefel den Flur hinunterwehte, jener tiefe, gleichmäßige Rhythmus, den sie überall wiedererkennen würde.
Rose McAlister stolzierte herein, als würde ihr der Laden gehören, die Hüften locker, das Kinn erhoben, und ihre Stiefel trafen in einem Rhythmus auf das Linoleum, der seine ganz eigene Autorität ausstrahlte. Sie betrat einen Raum nicht nur – sie beanspruchte ihn für sich. Sie setzte sich auf einen der Tische und kreuzte die Knöchel, als wäre es die Schaukel auf ihrer Veranda.
„Bist du startklar, Liebes?“ Roses Stimme schmiegte sich um die Worte, süß wie Sirup, aber mit einem bissigen Unterton am Ende.
Isobel sammelte ihre Pinsel ein, deren Borsten sanft über ihre Handfläche strichen, bevor sie sie ins Glas fallen ließ. „Was war noch mal der Plan?“ Ihre Augen fingen das Licht ein und zeigten jenes Flackern der Vorfreude, das sie nie wirklich zu verbergen versuchte.
Roses Grinsen wurde schärfer. „Delilah flippt völlig aus, als wäre sie besessen. Larry schwört, dass es drüben in Wears Valley einen Pferdeflüsterer gibt, der Wunder wirken kann – oder Exorzismen durchführt, je nachdem, was funktioniert.“ Sie zuckte leicht mit den Schultern, doch in ihren Augen blitzte etwas Freches auf, als wüsste sie bereits ganz genau, wie dieser Tag verlaufen würde.
Isobel zog eine Augenbraue hoch, während ihre Hand in jener ruhigen, unaufgeregten Art ihre Hüfte fand, die besagte, dass sie ihr noch kein einziges Wort abkaufte. „Und warum genau muss ich dich auf diesem Abenteuer begleiten?“ Ihre Stimme hatte einen sanften Klang, aber es lag auch ein Funken darin – jene Art von Funken, der immer aufleuchtete, wenn Rose mit Ärger im Gepäck auftauchte.
Roses Lächeln wurde langsam und süß wie Honig, der über purem Übermut floss. „Weil du mich liebst“, sagte sie mit einer gespielten Unschuld, die sie nicht so meinte, „und weil ich mein bestes Mädchen auf dem Beifahrersitz als moralische Unterstützung brauche.“ Das Zwinkern, das sie hinterherschob, war typisch Rose: halb Charme, halb Herausforderung.
Isobels Lachen entwich ihr, bevor sie es aufhalten konnte, während sie warmherzig den Kopf schüttelte. „Also gut, also gut. Lass uns losfahren.“ Sie schnappte sich ihre Handtasche, deren Riemen mit der Leichtigkeit reiner Gewohnheit an seinen Platz rutschte, und folgte Rose hinaus auf den sonnigen Parkplatz.
Dort wartete Roses Ford F-250 Super Duty, der unter einer leichten Staubschicht weiß glänzte – die Art von Truck, der die ganze Welt ziehen könnte, wenn man ihn darum bäte. Angekoppelt dahinter stand der Pferdeanhänger für drei Pferde, robust und massiv, dessen Metallseiten das Sonnenlicht einfingen.
Das gesamte Gespann stand still da wie ein geduldiges Tier, bereit, meilenweit den Asphalt von Tennessee ohne eine einzige Beschwerde zu fressen.
Delilah, die falbfarbene Stute, war angespannt wie Stacheldraht, und ihr Atem kam in scharfen, unruhigen Stößen, die die Ritzen des Anhängers beschlagen ließen. Sie scharrte auf dem Metallboden, sodass das hohle Geräusch durch die Anhängerkupplung bis in die Fahrerkabine hallte und das gesamte Gespann in ein langsames, unruhiges Schwanken versetzte.
Rose steuerte den F-250 sanft von der Auffahrt, während der Anhänger hinter ihnen wie eine Wiege im Sturm schaukelte.
Isobel spürte es durch den Sitz, durch die Lenksäule und bis in ihre Knochen – die nervöse Energie der Stute, die wie ein elektrischer Strom hindurchfuhr. Ihr Blick glitt immer wieder zurück zum Seitenspiegel, um das Aufblitzen des hellbraunen Fells zu beobachten, das sich im dunklen Inneren bewegte.
„Es sieht so aus, als wäre Delilah nicht allzu glücklich über diese Fahrt“, sagte Isobel mit lockerer Stimme, doch ihre Finger schlossen sich fest um den Rand des Armaturenbretts.
Roses Mund war hart zusammengepresst, ihre Augen fest auf die Straße gerichtet. „Sie benimmt sich da drinnen wie ein wilder Mustang. Mich wundert es, dass sie noch nicht ausgebrochen ist.“ Ein schiefes, leises Lachen folgte, gefärbt von etwas, das nicht ganz wie Humor klang. „Du kannst es auch fühlen, nicht wahr?“
Isobel nickte und ihre Schultern spannten sich an, als ein weiteres Klappern durch den Truck vibrierte. „Ja. Es ist, als würde sie jedes bisschen ihrer Panik direkt in mich hineinschieben.“
Roses Gesichtsausdruck wurde weicher, auch wenn ihre Stimme leiser und rauer wurde. „Deshalb musste ich sie kaufen, Iz. Ich konnte nicht zulassen, dass sie beim Pferdeschlachter endet. Diese Leute rauben einem Pferd die Seele, sobald sie es ansehen, und verkaufen es für Hundefutter, Kleber oder womit auch immer sie noch einen Dollar verdienen können.“ Sie schüttelte den Kopf. „Das bricht mir jedes verdammte Mal das Herz.“
Isobels Augen weiteten sich, das Entsetzen stand ihr deutlich ins Gesicht geschrieben. „Oh mein Gott … Ich hatte ja keine Ahnung.“
Roses Kiefer war angespannt und ihr Blick lag starr auf dem Asphaltband, das sich vor ihnen entrollte. „Es ist das schmutzigste Geheimnis der Pferdewelt“, sagte sie mit leiser, aber scharfer Stimme. „Aber ich hoffe, dass dieser Trainer, zu dem wir unterwegs sind, mir helfen kann herauszufinden, warum Delilah so durchdreht. Das Mädchen hat Temperament, das muss man ihr lassen – mehr als die meisten Männer, die ich kenne.“
Isobel streckte die Hand quer durch die Fahrerkabine, und ihre Finger lagen warm auf dem abgenutzten Jeansstoff an Roses Arm. „Du wirst der Sache auf den Grund gehen, Rose. Du bist die Pferdeflüsterin, nicht er.“
Das entlockte Rose den Hauch eines Lächelns, ein kurzes Heben ihres Mundwinkels. „Danke, Iz. Das bedeutet mir mehr, als ich jemals laut aussprechen werde.“ Sie betätigte den Blinker, dessen Klicken so gleichmäßig wie ein Metronom klang. „Du solltest öfter mit mir ausreiten. Du hast einen natürlichen Sitz, ob du es glaubst oder nicht.“
Isobel senkte den Blick auf ihren Schoß, und ihre Stimme stockte ein kleines bisschen. „Ich weiß nicht, Rose. Pferde … sie machen mir irgendwie Angst.“
Roses Griff um das Lenkrad lockerte sich, ihr Gesichtsausdruck veränderte sich und wurde weicher. „Ich verstehe das. Sie sind groß, sie sind stark und sie werden dich auf die Probe stellen. Aber du wirst es schaffen. Du musst nur dir selbst vertrauen, der Rest kommt von ganz allein.“

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