My Warrior (German) - Buchumschlag

My Warrior (German)

Arri Stone

Kapitel 2

Er stürzte nach vorne, um sie zu packen, und um sie zum Schweigen zu bringen, legte er ihr eine Hand auf den Mund. Sie wehrte sich gegen ihn, als er begann, sie wieder nach draußen zu zerren.

Bevor er die Hälfte des Ganges hinter sich gebracht hatte, öffnete sich eine andere Tür.

"Hey, was machen Sie da?"

"Nichts, ich bringe nur meine Freundin nach Hause. Wir hatten einen Streit, das ist alles." Gareth verhielt sich kühl und überlegt.

"Hilfe." Sie stieß das Wort gedämpft von Gareths Hand hervor.

"Sie macht das ständig, keine Sorge. Eine kleine Standpauke, wenn sie nach Hause kommt ー Sie wissen ja, wie Frauen so sind." Er zwinkerte dem Mann zu, als ob er verstehen sollte, dass sie es so gern hatte.

Tränen flossen über ihr Gesicht. Sie konnte kaum atmen, weil er ihren Mund zuhielt und ihre Nase ganz rotzig war.

"Kitt, was soll der ganze Lärm? Wir trainieren hier gerade."

Als ein Mann namens Warrior mit seinem perfekt geformten Körper auf sie zuging, sah Opal ihm flehend in die Augen.

"Ein Typ und seine Freundin, die abgehauen ist." Kitt zuckte mit den Schultern.

Gareth war immer noch auf dem Weg zu der Tür, die auf die Straße führte.

"Mm...bit...te”, sagte Opal gedämpft durch Gareths Hand.

"Ihrer Freundin scheint es nicht gutzugehen. Vielleicht sollten Sie sie wirklich loslassen?" Warrior trat vor.

"Es geht ihr gut. Wie ich dem anderen Typen schon sagte, ist sie immer so. Wir hatten nur einen Streit, das ist alles. Ich wohne nicht sehr weit weg." Gareth grinste beide Männer breit an. Warrior sah zu Kitt, der mit den Schultern zuckte. Ich meine, was konnten sie schon tun, oder?

Sie wollten sich gerade umdrehen und zurück in den Übungsraum gehen, als Warrior sich noch einmal umdrehte. Irgendetwas stimmte hier nicht.

"Halt."

Allein dieses Wort ließ eine Flut der Erleichterung durch Opal fließen. Hatte er das Flehen in ihren Augen gesehen? Sie sah ihn flehend an und bat ihn im Stillen, sie zu retten.

Gareth hielt sie mit einer Hand fest und mit der anderen über ihrem Mund, aber er musste sich jetzt entscheiden, welche Hand er loslassen sollte, um die Tür zu öffnen.

Er wollte nicht, dass der Mann, der jetzt auf ihn zukam, ihm zuvor kam. Er ließ nicht zu, dass irgendein Mann ihm sein Mädchen wegnahm.

"Sie ist immer so. Kann ein kleines Luder sein, wenn Sie wissen, was ich meine..." Gareth versuchte sein Bestes, um zu verdeutlichen, dass er sie liebte und dass sie ein bisschen verrückt war.

Er wollte sie nach Hause bringen, damit sie ihre Medikamente bekam.

Opal liefen die Tränen übers Gesicht. Es gelang ihr, den Blick des Mannes zu erhaschen, der auf sie zukam. Seine Augen waren so dunkel, dass sie nicht erkennen konnte, welche Farbe sie hatten.

"Komm schon, Warrior. Lass den Mann sich um sie kümmern, wenn es ihr nicht gut geht."

Als Warrior weiter auf sie zuging, konnte er in ihren Augen sehen, dass da noch etwas anderes war. Angst, Schmerz, Verlust und eine Verlorenheit.

Warrior war ein Mann, der keine Frauen in sein Leben ließ. Sie beeinträchtigten seine Konzentration, wenn er kämpfte.

Er hatte seit etwa fünf Jahren keine Frau mehr, denn die letzte hatte ihm das Herz gebrochen und er hatte ihretwegen einen wichtigen Kampf verloren. Sie kam zu ihm zurück, als er einen wichtigen Kampf hatte. Sie flehte ihn an, sie zurückzunehmen. Es war ein Fehler, sagte sie. Es würde nie wieder passieren, sagte sie...

Warrior nahm sie zurück, doch dann passierte es wieder: Sie betrog ihn mit dem Mann, der ihn in jener Nacht besiegt hatte. Das brach ihm das Herz.

Aber die Augen dieser Frau sagten ihm etwas anderes als das, was der Mann erzählte. Warrior hatte gelernt, in den Augen zu lesen. Darin war er gut, schließlich war er ein Kämpfer.

Aber als er die zerbrechliche Frau vor sich sah, konnte er sie nicht mit diesem Mann gehen lassen.

"Wie heißen Sie, Mister?"

"Das ist doch egal, Mann. Ich muss sie nach Hause bringen. Sie braucht ihre Medikamente."

Opal versuchte verzweifelt, dem Fremden etwas zu sagen, der ihren Entführer davon abhalten könnte, sie Gott weiß wohin zu bringen.

"Welche Medikamente nimmt sie?"

Diese Frage brachte Gareth aus dem Konzept. Er war jetzt derjenige, der um seine Worte rang und versuchte, sich herauszureden.

"Hören sie zu, Mann, das ist doch egal. Ich muss sie nach Hause bringen."

"Wissen sie, ich habe so etwas schon einmal gesehen." Warrior machte ein paar Schritte nach vorne.

"Wie bitte?" Gareth war verwirrt.

Warrior kam näher. Er war nah genug dran, um den Schmerz und die Angst der Frau zu sehen. Diese Frau war weder glücklich noch brauchte sie Medikamente.

"Ich will mit ihr sprechen."

"Entschuldigen Sie mal, woher nehmen Sie sich das Recht?"

"Wie ich sehe, wissen Sie nicht, auf wessen Grundstück Sie sich befinden." Dass es nur das Trainingsgelände war, das Warrior benutzte, musste er diesem Typen ja nicht auf die Nase binden.

"Ich gehe jetzt. Sie müssen sich keine Sorgen machen, dass es wieder vorkommt."

Warrior kamen diese Worte und die Art, wie er sie sagte, sehr merkwürdig vor.

Gareth ließ Opal eine Sekunde lang los. Das war gerade genug Zeit für ihn, um die Tür zu öffnen. Und gerade genug Zeit für Warrior, ihren freien Arm zu ergreifen, den sie ihm entgegenstreckte.

Als Warrior ihre Hand hielt, durchströmten ihn eine ganze Reihe von Gefühlen. Es war, als gäbe es eine Anziehungskraft zwischen ihnen; sie war aus einem bestimmten Grund hier, und er war ihr Retter.

Als er sie festhielt, wusste Warrior, dass dieser Mann, der so besitzergreifend war, kein guter Mensch war.

"Lassen Sie sie los." Warrior rückte näher und hielt ihre Hand fester umschlossen.

"Sie gehört zu mir." Gareth versuchte immer noch, sie aus der Tür zu ziehen, zurück in den strömenden Regen.

Warrior wusste, dass dieser Mann ihm nicht gewachsen war, vor allem, wenn es zu einem Kampf kommen würde, aber er fühlte ein unglaubliches Mitleid für diese Frau, und er konnte kaum verstehen, warum.

"Ich denke, es ist ihre Entscheidung, und so wie es aussieht, hat sie versucht, Ihnen zu entkommen."

"Sie wird sich jedes Mal für mich entscheiden. Ich gebe ihr alles. Nicht wahr, mein Schatz?" Er zerrte an ihr und versuchte, sie an sich zu ziehen.

"Wie kann sie Ihnen antworten, wenn Sie ihr den Mund zu halten?"

"Weil sie manchmal nicht weiß, was sie sagt. Wie ich schon sagte, sie braucht ihre Medikamente." Er wiederholte immer wieder das Gleiche und konnte nicht verstehen, warum der Mann nicht locker ließ.

Je mehr er hörte, desto mehr hatte Warrior das Bedürfnis, sie festzuhalten, sie sicher in seinen Armen zu halten.

Seine Hand ließ ihre immer noch nicht los, vor allem, weil sie ihn nicht loslassen wollte.

Als sie wieder einen Arm freihatte, streckte sie die Hand nach dem Fremden aus, ohne zu wissen, wer er war, aber sie wusste, dass er ihre einzige Hoffnung war, zu überleben.

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