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Die Geheimnisse der verborgenen Erbin

Autor:in
A For Anonymous
Gelesen
16,6K
Kapitel
30
Autor:in
A For Anonymous
Gelesen
16,6K
Kapitel
30
💕Romantik👩🏽‍🎓Studierende🎭Drama🏙️Zeitgenössisch😊Sauber🤑Milliardäre

Die Blackthorne Academy thront über der glitzernden Riviera – ein Königreich aus Reichtum, Ehrgeiz und geflüsterten Skandalen. Eine Stipendiatin kommt mit einer einzigen Regel an: unsichtbar bleiben. Es funktioniert beinahe … bis der berüchtigte Golden Boy der Schule ein Auge auf sie wirft. Er ist charmant, unerbittlich und es gewohnt, zu bekommen, was er will. Sie verbirgt Geheimnisse, die die polierte Fassade von Blackthorne zum Bröckeln bringen könnten. Aus Neugier wird Neckerei, aus Neckerei wird heißes Verlangen, und schon bald fühlt sich jeder Blick wie eine Herausforderung an. An einem Ort, an dem sich Gerüchte wie ein Lauffeuer verbreiten, ist es gefährlich, ihn zu wollen – und enttarnt zu werden, könnte verheerend sein. Denn auf Blackthorne ist die Wahrheit Macht … und manche Geheimnisse bleiben nicht für immer begraben.

Kapitel 1: Ankunft & Geheimnisse

ARIA

Blackthorne Academy, Monaco
Das Erste, was ich sah, als das Auto um die Ecke bog, waren die Tore.
Schwarzes Schmiedeeisen, höher als alles, worunter ich je gestanden hatte. Sie bogen sich nach oben wie Krallen, die nach dem Himmel griffen, während das goldene Wappen die späte Sonne der Riviera einfing. Blackthorne Academy.
Ich hatte den Namen schon einmal gesehen – gedruckt in glänzenden Broschüren, die ich mir kaum leisten konnte, geflüstert in Online-Artikeln über sich schlecht benehmende Milliardenerben oder groß in skandalösen Schlagzeilen, wenn ein Schüler eine Yacht zu Schrott fuhr oder nachts um drei aus einem Club in Monte Carlo stolperte. Aber der Anblick in echt raubte mir fast den Atem.
Das war nicht nur eine Schule. Es war eine Festung. Ein Palast für die Reichen, die Mächtigen und die Unantastbaren.
Und ich – das Mädchen, das gar nicht hier sein sollte.
Ich rutschte auf dem Rücksitz des schicken schwarzen Autos hin und her und drückte meine Handflächen auf den Faltenrock meiner neuen Uniform. Sie roch zu frisch, zu sauber, gar nicht nach mir. Mein Spiegelbild in der dunklen Scheibe sah aus wie eine Fremde: ein ordentlicher Zopf, polierte Schuhe und Lippen, die vor Nervosität wund gebissen waren.
Aria. Unter diesem Namen würde man mich hier kennen. Die sichere Version von mir. Die Version von mir, bei der nicht an jeder Silbe ein Skandal hing.
Nicht Arabella Laurent, die Erbin, die versteckt wurde, seit das Imperium meiner Familie in Schande zerfiel. Einfach nur Aria.
Niemand durfte die Wahrheit kennen. Nicht hier.
Der Fahrer hielt langsam an. Seine Stimme hatte einen feinen französischen Klang, als er sich leicht zu mir umdrehte. „Mademoiselle, wir sind angekommen.“
Ich nickte und zwang mich zu einem höflichen Lächeln, das ich nicht fühlte. „Merci.“
Die Tür öffnete sich, und Wärme umhüllte mich. Die Septembersonne von Monaco war gnadenlos und tauchte die Marmorstufen von Blackthorne in ein goldenes Licht. Das Gebäude selbst konnte man nicht übersehen – Bogenfenster, Efeu, das sich an Steinwänden rankte, und ein Turm mit einer Uhr, die den Hof zu beobachten schien. Es war der Ort, an dem Generationen von Reichtum ihre Namen in die Geschichte schrieben.
Schüler strömten über den gepflasterten Hof, ein Meer aus maßgeschneiderten Blazern, glänzendem Haar und Designer-Schuhen. Lachen schwappte über wie anstoßende Champagnergläser, hell und sorglos. Koffer rollten über den Boden, Truhen trugen goldene Initialen und Handtaschen waren mehr wert als mein ganzer Kleiderschrank.
Ich zog meinen Blazer enger um mich, während meine Finger über den steifen Stoff strichen. Es war egal, dass meine Uniform genau wie ihre aussah. Irgendwie fühlte ich mich trotzdem wie ein falscher Geldschein in einem Stapel frischer Noten.
Pass dich an. Halt den Kopf unten. Lächle, wenn du musst. Lass niemanden etwas ahnen.
Ich wiederholte es immer wieder wie ein Gebet, auch wenn mein Puls vor Verrat hämmerte. Denn egal, wie gut ich meine Rolle spielte, es gab kein Entkommen vor dem, was ich war. Oder wer ich war.
Und dann sah ich ihn.
Er war nicht schwer zu entdecken.
Er stand auf den Stufen des Hauptgebäudes, von der Sonne umrahmt wie auf einem beiläufigen Gemälde. Groß, breite Schultern, mit dunklem Haar, das auf diese teure Art zerzaust war, die zufällig wirkte, es aber nie war. Seine Krawatte hing locker um seinen Hals, der oberste Knopf war offen, als würden sich sogar die Regeln von Blackthorne ihm beugen.
Mädchen drängten sich um ihn, mit Beinen, die makellos aussahen, zu lautem Lachen und Augen, die glänzten wie Münzen in einem Wunschbrunnen. Er hielt Hof, ohne sich anzustrengen, und ihre Aufmerksamkeit war eine Währung, die er nicht einmal ausgeben musste.
Mein Blick blieb an ihm hängen, und ich hasste mich dafür.
Vielleicht hätte ich wegsehen können. Vielleicht hätte ich mich zwingen können, auf den Anmeldetisch vor mir zu schauen. Vielleicht hätte ich mich daran erinnern können, dass Jungs wie er genau die Gefahr waren, die ich mir nicht leisten konnte.
Aber das tat ich nicht.
Und dann – als hätte er es gespürt – drehte er den Kopf.
Unsere Blicke trafen sich.
Für einen Herzschlag wurde der Lärm im Hof leiser. Meine Lungen vergaßen, wie man atmet, und meine Haut kribbelte, als stünde jedes meiner Geheimnisse in Neonbuchstaben auf meiner Brust gepinnt. Seine Augen – eisblau, scharf und durchdringend – hielten meinen Blick aus der Ferne so präzise fest, dass ich nicht so tun konnte, als hätte er mich nicht bemerkt.
Dann, genauso schnell, verzogen sich seine Lippen. Nicht zu einem Lächeln. Zu einem Grinsen.
Es war nicht freundlich. Es war nicht einladend. Es war ein Grinsen, das sagte, er hätte mich bereits in ein geheimes Spiel verwickelt, bei dem nur er die Regeln kannte.
Hitze stieg in meinen Nacken. Ich riss meinen Blick los. Mein Herz hämmerte, und ich zwang mich, weiterzugehen. Der Anmeldetisch stand in der Nähe des Brunnens. Dort standen neue Schüler für ihre Zimmer an. Meine Hände zitterten, als ich nach dem Stift griff. Ich schrieb meinen Namen in Druckbuchstaben auf die Liste:
Aria Laurent.
Der Name sah geschrieben fremd aus, als hätte ich ihn gestohlen. Nicht der Name, der vor Jahren in Finanzskandalen prangte. Nicht der Name, der in Chefetagen und Gerichtssälen wie ein Fluch geflüstert wurde. Nur die gekürzte Version. Die Lüge.
Hinter mir trug Lachen über den Hof – tief, fordernd und mit etwas Scharfem durchsetzt, das mir eine Gänsehaut bereitete.
Ich musste mich nicht umdrehen, um zu wissen, dass er es war.
Und noch schlimmer: Irgendwie wusste ich, dass er mich immer noch beobachtete.

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