Vom Alpha entführt - Buchumschlag

Vom Alpha entführt

Annie Whipple

Kapitel 6

BELLE

Ich hörte ein lautes, genervtes Stöhnen hinter mir, als ich durch den Flur rannte. Ich nahm an, dass das Geräusch von Grayson kam.

Am Ende des Flurs erreichte ich ein Treppenhaus und rannte hinunter, wobei ich mich an der Wand abstützte, um nicht aufgrund meiner wackeligen Beine hinzufallen.

Als ich unten ankam, erwartete ich, ein weiteres Stockwerk voller Hotelzimmer vorzufinden, war aber überrascht, als ich mich mitten in einem luxuriösen offenen Wohnzimmer wiederfand, auf dessen einen Seite sich eine riesige Küche befand. Dieses Hotelzimmer hat zwei Stockwerke? Was für ein Hotel ist das?

Ich sah mich nervös nach etwas um, das mir von Nützen sein könnte.

„Luna? Was machst du da? Wo ist der Alpha?”, rief jemand aus dem anderen Zimmer.

Ein Mann stand am Küchentresen. Er hielt eine Tasse Kaffee in der Hand und sah mich an, als wäre ich verrückt.

Ich kannte diesen Mann! Er war im Flugzeug! Er war derjenige, der mir gesagt hat, ich solle Grayson küssen!

„Oh, Gott sei Dank!”, rief ich und rannte zum Küchentisch.

„Du—” Das Zimmer begann sich plötzlich zu drehen und der Biss an meinem Hals pochte und schmerzte brennend. Ich schüttelte den Kopf, um meinen Verstand zu klären.

„Hilf mir! Dieser Mann hat mich entführt! Ich muss die Polizei rufen!”

Er stand auf und näherte sich mir langsam, als wäre ich ein wildes Tier, das wegrennen würde, wenn er eine plötzliche Bewegung macht. „Hey, hey. Alles ist in Ordnung. Er hat dich nicht entf—”

Er verstummte und seine Augen wurden plötzlich grau. Er starrte in die Luft, als wäre er in einer Trance. Erschreckt wich ich vor ihm zurück.

„Ja. Ja, ist sie”, sagte er.

„Was?”, fragte ich. Spricht er mit mir?

Er schenkte mir keine Beachtung. Er starrte einfach weiter in die Luft.

„Natürlich, Alpha”, sagte er. Seine Augen wurden wieder normal und er sah mich an. „Tut mir leid, aber du kannst nicht gehen.“

Okay, er ist also auch verrückt. Gut zu wissen.

Ich drehte mich um und suchte nach einem Weg aus dem Zimmer. Auf der anderen Seite der Küche gab es eine Tür. Sie sah aus wie die Eingangstür. Gut!

Ich rannte an Graysons verrücktem Freund vorbei und versuchte, zur Tür zu gelangen, stolperte aber über meine eigenen Füße. Ich stützte mich an der Wand neben mir ab.

Das Brennen von der Bisswunde an meinem Hals wanderte langsam in quälenden Wellen meinen Körper hinunter. Mein Magen war aufgewühlt.

Ich hatte das Gefühl, mich übergeben zu müssen.

Was zur Hölle passiert hier? War es das, was Grayson meinte, als er gesagt hat, mir würde schlecht werden?

Ich versuchte, den Schmerz abzuschütteln und mich weiter auf die Tür zuzubewegen. Aber die Welt drehte sich zu schnell und meine Knie waren zu weich, sodass ich zu Boden fiel.

„Luna!”, rief der Mann hinter mir.

Mir liefen die Tränen über das Gesicht; ich konnte das Feuer in mir nicht aushalten. Ich schrie.

„Mach, dass es aufhört!”, rief ich. „Mach, dass es aufhört!”

„Es tut mir leid, Luna! Der Alpha ist gleich da!”, sagte der Mann neben mir. Er berührte meine Schulter, aber das schien die Flammen, die durch meinen Körper schossen, nur noch anzufachen.

Ich drückte seine Hände von mir weg. „Fass mich nicht an!”, schluchzte ich und rollte mich zu einer Kugel zusammen.

„Alpha, beeil dich bitte!”, rief der Mann.

Durch mein Schluchzen hindurch konnte ich schnelle Schritte hören, die das Zimmer betraten. „Belle!”, rief Grayson.

Schon seine Stimme allein ließ das Feuer in mir ein wenig erlöschen und ich streckte die Hand nach ihm aus, verzweifelt danach, dass der Schmerz verschwindet. Er rannte durch die Küche und stieß den anderen Mann von mir weg.

Ich war ein wenig enttäuscht, als ich bemerkte, dass Grayson jetzt eine Jogginghose statt der Boxershorts trug – ich wollte so viel beruhigenden Hautkontakt wie möglich.

Wenigstens hat er kein Oberteil an.

Als er mich erreichte, nahm er mich sofort in seine Arme.

Ich wickelte mich um ihn wie ein Faultier um einen Baum, damit so viel meiner Haut wie möglich ihn berühren konnte.

Ich hatte meine Beine auf beide Seiten von ihm gelegt und meine Arme fest um seinen Hals geschlungen. Zum Glück erlosch das Feuer, während ich gegen seine Brust schluchzte, aber der Schmerz war noch immer unerträglich.

„Pst …”, sagte Grayson, während er sich auf einen Stuhl in der Nähe setzte, noch immer mit mir um sich gehüllt. „Ich weiß, Baby, ich weiß.”

„Bitte mach, dass es aufhört”, flehte ich.

Grayson legte seinen Mund plötzlich auf meine Bisswunde und saugte daran, wobei er mit der Zunge darüberfuhr.

Ich stöhnte laut. Es fühlte sich nicht nur großartig an, es nahm mir auch meinen ganzen Schmerz.

Noch immer zitternd von dem Trauma klammerte ich mich an Grayson, als würde mein Leben davon abhängen, während sein begabter Mund weiter an meiner Hals arbeitete.

Ich war so hingerissen von diesem unglaublichen Gefühl, dass ich es kaum bemerkte, als Graysons Freund schließlich etwas murmelte und das Zimmer verließ.

Ich dachte, er würde aufhören, mich zu küssen, wenn der Schmerz verschwand, aber das tat er nicht. Er küsste mich einfach immer weiter, bewegte sich von meinem Hals zu meinem Kiefer, bis er schließlich meinen Mund fand.

Seine Lippen auf den meinen fühlten sich an wie Seide.

Der Kuss war süß und langsam, aber ich konnte den Hunger fühlen, der dahinter brodelte.

Der Kuss war leidenschaftlich. So hatte ich noch nie jemanden geküsst. Das hatte ich noch nie gefühlt.

Grayson zog sich kurz zurück und legte seine Stirn an meine. Wir atmeten beide schwer. Er küsste mich noch einmal auf die Lippen.

„Das tut mir wirklich leid”, flüsterte er. Er rieb seine Nase an meiner.

Ich sah ihm tief in die Augen.

„Mir war nicht bewusst, dass unser Band so stark ist. Ich dachte, ich würde dich einfach für eine Weile herumlaufen lassen, damit du dich eingewöhnst, und dich dann suchen kommen. Ich wusste nicht, dass du solche Schmerzen haben würdest. Es tut mir leid.”

Er küsste mich wieder. „Ich will, dass du nie Schmerzen empfindest.”

„Das ist passiert, weil ich mich von dir entfernt habe?”, fragte ich.

Er nickte und vergrub sein Gesicht in meinen Haaren, wobei er tief einatmete. Wir blieben für eine Weile so und hielten uns einfach nur, während mein Körper sich weiter beruhigte.

Ich hatte es aufgegeben, irgendetwas verstehen zu wollen, das hier vor sich ging.

Ich war mental erschöpft und konnte keine Informationen verarbeiten, die mir gegeben wurden.

Das Verwirrendste war, wie sehr ich mich zu Grayson hingezogen fühlte. Ich hatte gesehen, wie er diesen Perversling im Flugzeug gewürgt hatte; mir war bewusst, dass er mich entführt hatte; mir war bewusst, wie er mich berührte.

Aber aus irgendeinem Grund wollte ich ihm nahe sein, wenn er bei mir war – wollte ihn weiter berühren und mit ihm reden.

Ich wollte tatsächlich meinen Entführer kennenlernen.

Irgendetwas musste mit mir nicht stimmen. Warum bin ich so besessen von ihm?

Graysons Hände griffen nach meiner Taille und strichen entlang meiner Seite auf und ab. Er lehnte sich zurück, um mich anzusehen.

„Kommst du jetzt endlich zurück ins Bett?”

Ich wusste, dass ich Nein sagen sollte. Aber das wollte ich einfach nicht. So einfach war das. Ich wollte nicht Nein sagen.

Also sagte ich Ja.

Grayson lächelte und küsste mich noch einmal auf die Lippen. Er legte seine Hände unter meinen Hintern und stand auf, noch immer mit mir in seinen Armen.

Gott, ist der stark.

„Du kannst mich absetzen”, sagte ich, als er zurück zu dem Zimmer ging, in dem wir ursprünglich aufgewacht waren. „Ich kann selbst gehen.”

Er lehnte sich herab, sodass sein Mund mein Ohr berührte. „Das ist mir egal.”

Na gut.

Er betrat das Zimmer und setzte mich langsam in die Mitte des Bettes. Ich runzelte die Stirn, als er den Körperkontakt zu mir unterbrach. Er trat zurück und zog seine Jogginghose aus.

Ich beobachtete, wie sich seine Muskeln bewegten.

Ich schluckte. „Was machst du da?”

Er grinste. „Ich will nicht, dass mir heiß wird, während wir schlafen.”

Er kam langsam auf mich zu und hielt intensiv Blickkontakt mit mir. Er legte seine Hände auf meine Schulter und drückte mich auf meinen Rücken.

Er krabbelte auf mich.

„Du riechst viel zu gut”, sagte er und fuhr mit der Nase an meinem Hals auf und ab.

Ich konnte nicht antworten. Ich war überwältigt. Er gab mir einen kurzen Kuss auf die Lippen und sah mich dann an.

„Gehen wir schlafen, hmm?”

Ich nickte.

Er legte sich neben mich, sodass er mich ansah, und legte seine Hand auf meine Taille. Seine Augen erkundeten mein Gesicht.

„Du bist so schön.”

Ich sah von ihm weg, weil ich nicht wusste, was ich darauf antworten sollte. Ich spürte, wie seine Hand unter mein Shirt fuhr und sich auf meinem Rücken auf und ab bewegte, wo er mit dem Verschluss meines BHs zu spielen begann.

Ich ergriff sofort seinen Arm und sah ihn an.

„Was machst du da?”

„Pst …”, sagte er und öffnete meinen BH. „Das muss unbequem sein.”

Ohne seinen Blick von meinen Augen zu lösen, führte er meine Arme durch meine Ärmel, in mein T-Shirt und ermutigte mich, aus meinem BH zu schlüpfen.

Ich ließ meine Arme durch die Träger gleiten und Grayson griff langsam unter mein T-Shirt, um den beleidigenden Stofffetzen zu ergreifen, ihn herauszuziehen und auf den Boden zu werfen.

Er sah zu, wie ich meine Arme wieder durch die Ärmel steckte und mein Shirt nach unten zog.

„Siehst du? Schon besser”, sagte er. Und dann drehte er meinen Körper um, damit ich von ihm abgewendet war.

Er zog mich an seine Brust und schmuste mit mir, während er einen Arm um meine Taille legte und meinen Bauch streichelte.

„Verlangsame deinen Herzschlag, Belle. Dein Herz rast. Atme tief durch.”

Er hatte recht. Ich war total nervös. Ich versuchte, tief durchzuatmen.

„Schon besser.” Grayson küsste meinen Nacken. „Braves Mädchen.”

Ich konnte nicht glauben, wie erschöpft ich war. Ich hatte das Gefühl, dass ich den ganzen letzten Tag nichts anderes gemacht hatte als zu schlafen, und trotzdem konnte ich fühlen, wie ich langsam in den Schlaf sank.

Als ich das nächste Mal aufwachte, hatte ich keine Ahnung, wie lange ich geschlafen hatte. Alles, was ich wusste, war, dass mir heiß war. Unglaublich heiß.

Noch immer im Halbschlaf, warf ich die Decke zurück und windete mich. Das half nicht.

Graysons Körper, der um den meinen geschlungen war, half auch nicht gerade. Ich bewegte meine Beine und versuchte, es mir gemütlicher zu machen.

Meine Leggings brannten auf meiner Haut wie Feuer.

Grayson bewegte sich hinter mir, dann spürte ich, wie eine Hand nach meinen Leggings griff und sie mir abstreifte.

Mit halb geschlossenen Augen legte ich meine Hand auf seine und murmelte etwas Unverständliches, als ich versuchte, ihn zu fragen, was er da tut.

„Zieh sie einfach aus, Baby. Ich verspreche, ich sehe nicht hin. Du verglühst ja.”

Mir war wirklich heiß und ich war noch immer erschöpft. Alles, was ich wollte, war, mich an Graysons Brust zu kuscheln und wieder einzuschlafen.

Ich nickte.

Ich spürte, wie Grayson sich aufsetzte und sich über mich hockte, sodass seine Knie auf beiden Seiten von mir waren.

Er hakte seine Daumen in meine Leggings und zog sie herunter. Ich rollte mich von links nach rechts, damit er sie mir über den Hintern ziehen konnte.

Als er sie endlich ausgezogen hatte, warf Grayson sie auf den Boden.

Ich war zutiefst erleichtert, als die kühle Luft meine Beine berührte. Er legte sich wieder neben mich und zog mich an seine Brust. Ich legte ein Bein über ihn vergrub mein Gesicht in seinem Hals.

Grayson knurrte genussvoll. Seine Hand wanderte unter mein Shirt und auf meinen Rücken.

Mein letzter Gedanke, bevor ich einschlief, war: Ich glaube, er hat gelogen, als er gesagt hat, er würde nicht hinsehen.

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